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Insolvenzverfahren der Erlebniswelt Renaissance nach sieben Jahren beendet

Millionengrab EWR – nichts mehr zu holen

veröffentlicht am 15.09.2016 um 08:51 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 10:18 Uhr

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Autor:

Stefan Rothe
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Hauptgläubiger der EWR ist die NBank, die dem Vernehmen nach Forderungen in Höhe von etwas mehr als 13 Millionen Euro hat. Wegen der geringen Insolvenzmasse wird die Bank aber lediglich einen kleinen einstelligen Millionenbetrag erhalten. Insgesamt hatte die NBank 14,2 Millionen Euro in das Tourismus-Projekt gesteckt. Der Großteil dieses Fördergeldes kam mit 9,8 Millionen Euro von der EU, der Rest von Bund und Land.
Auch die drei Landkreise Hameln-Pyrmont, Schaumburg und Holzminden hatten als EWR-Gesellschafter Forderungen in Höhe von insgesamt 3,4 Millionen Euro erhoben. Die Gesellschafter gehen jedoch leer aus, weil diese in einem Insolvenzverfahren erst nach den Gläubigern als Letzte bedient werden.
Insgesamt betrachtet heißt das, dass durch das gescheiterte EWR-Projekt Steuergeld in zweistelliger Millionenhöhe versenkt worden ist. „Das Ausmaß der Verschwendung ist riesig“, hatte dazu Bernhard Zentgraf vom Bund der Steuerzahler in Niedersachsen gesagt. Damit überhaupt eine Insolvenzmasse gebildet werden konnte, mussten unter anderem Schadenersatzansprüche gegen einen früheren Geschäftsführer geltend gemacht werden. Diese seien gerichtlich durchgesetzt worden. Dem Vernehmen nach war dies kompliziert. Demnach soll der Geschäftsführer unauffindbar gewesen sein, Detektive mussten auf ihn angesetzt werden.
Zudem gab es Ansprüche gegen Mitglieder des EWR-Aufsichtsrates. In dieser Sache ist es zu einem außergerichtlichen Vergleich mit dem Insolvenzverwalter gekommen: Der Kommunale Schadensausgleich hat für alle EWR-Aufsichtsratsmitglieder eine Summe von 990 000 Euro an den Insolvenzverwalter gezahlt, der diese Summe der Insolvenzmasse zuführte. Auch beim Geld des Kommunalen Schadensausgleichs handelt es sich um Steuergeld, da diese Einrichtung von Landkreisen und Kommunen finanziert wird.
Wie Höltershinken berichtete, hat es sich um „ein äußerst komplexes und kompliziertes“ Insolvenzverfahren gehandelt. Dieses beinhaltete einige gerichtliche Auseinandersetzungen. Dazu gehörte unter anderem auch die Aufarbeitung ausstehender Steuerzahlungen der EWR durch ein Finanzgericht. Die Akten waren so umfangreich, dass das Insolvenzgericht laut Höltershinken sogar einen Gutachter eingesetzt hat, um die Schlussrechnung zu prüfen. Die Verfahrenskosten liegen im nennenswerten sechsstelligen Bereich.
Die EWR war 2001 als groß angelegtes Projekt der Tourismusförderung gegründet worden. Mittels moderner Medientechnik sollten herausragende Bauwerke der Weserrenaissance mit großem Erfolg touristisch vermarktet werden. Doch schon bald stellten sich grobe Misswirtschaft und Unfähigkeit der Geschäftsführung ein. Im August 2009 schließlich ging die EWR in die Insolvenz.



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