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Neues System soll sogar Lkw stoppen

Mehr Sicherheit: Landesweit werden Leitplanken ausgetauscht

WESERBERGLAND. Landesweit werden Leitplanken ausgetauscht und jede Menge neuer Stahl in den Boden gerammt. Wer genau hinsieht, stellt fest, die neuen Pfähle stehen dichter und haben statt eines doppelten T- ein U-Profil. Sie sollen für mehr Sicherheit sorgen und sogar Lkws stoppen.

veröffentlicht am 30.10.2018 um 11:56 Uhr

Die neuen, stabileren U-Profile werden einen Meter tief in den Erdboden gerammt. Foto: tol
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Hans Weimann Reporter
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Wer auf der Rintelner Ostumgehung, der Bundesstraße 238, vor der roten Ampel wartet und den Bauarbeitern zusieht, wie sie neue Leitplanken montieren, stellt sich zwangsläufig die Frage, warum werden hier allem Anschein nach intakte Schutzplanken abmontiert und durch neue ersetzt? Die Antwort ist wenig überraschend: Weil es neue Vorschriften gibt.

Seit 2008 gilt für „Fahrzeug-Rückhaltesysteme“ eine europäische Norm, die DIN EN 1317. Bei uns umgesetzt in die „Richtlinie für passiven Schutz an Straßen durch Fahrzeugrückhaltesysteme“, kurz RPS, die regelt, was wo wie eingebaut wird.

Eine Umrüstung, die erst jetzt so richtig in Fahrt kommt. Landesweit werden Leitplanken ausgetauscht und jede Menge neuer Stahl in den Boden gerammt. Wer genau hinsieht, stellt fest, die neuen Pfähle stehen dichter (statt auf vier jetzt auf zwei Metern) und haben statt eines doppelten T- ein U-Profil.

Die neuen Planken sollen für mehr Sicherheit sorgen. Markus Brockmann, Leiter der niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Hameln, erläuterte das auf Anfrage so: Die neuen Rückhaltesysteme seien flexibler, weil es jetzt unterschiedliche Grade der Verformung, der „Aufhaltestufen“ gibt. Was wo montiert wird, hänge davon ab, was geschützt werden soll. Brockmann nannte als Beispiel eine Bundesstraße, die über eine Brücke führt, unter der Bahngleise verlaufen. In dem Fall könnten die neuen Systeme auch einen Lastwagen stoppen und verhindern, dass er auf die Gleise fällt. Das Gleiche gelte für Leitplanken vor Bäumen. Gebe es dagegen hinter den Leitplanken genug Ausweichraum, würden die Planken mehr nachgeben und so den Aufprall abfedern. Wie komplex das neue System ist, zeige seine Beschreibung. Früher habe die auf zwei DIN-A4-Blätter gepasst, heute sei das ein mehrseitiges Werk.

Zuerst, so Brockmann, habe man die gefährlichen Straßenabschnitte entschärft, beispielsweise Leitplanken aus dem in den 60er Jahren verbauten spröden „Thomas-Stahl“ abgebaut. Der splittere beim Aufprall und könne ein Auto aufspießen. Diese Leitplanken seien inzwischen im gesamten Bereich seiner Behörde ersetzt. Ein weiterer Unterschied laut Brockmann: Die alten Leitplanken seien aus verzinktem Stahl, also sortenrein und könnten zu 100 Prozent recycelt werden.

In den nächsten Jahren sollen alle Straßen, bis hinunter zu den Kreisstraßen, die neuen Rückhaltesysteme bekommen. Hier zahlt, wer die Straße unterhält. Also bei Kreisstraßen der Landkreis, bei Landesstraßen das Land. 260 000 Euro kostet der Austausch der Leitplanken an der Rintelner Ostumgehung. Das zahlt der Bund. Auch die Bauarbeiter meldeten sich am Montag zu Wort mit der Bitte, Autofahrer sollten ihren Frust über die Wartezeit an der Ampel nicht am Gaspedal abreagieren. Es sei für sie manchmal lebensgefährlich, wie schnell und dicht Fahrzeuge vorbeiführen.



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