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Kreis stockt Bau-Abteilung auf

Mehr Personal für Immobilien-Unterhalt

HAMELN-PYRMONT. Der Landkreis will sein Personal aufstocken: Schloss der Stellenplan 2017 noch mit 619 Stellen ab, sieht der neue Plan 631 Stellen vor.

veröffentlicht am 11.01.2018 um 17:14 Uhr
aktualisiert am 11.01.2018 um 18:50 Uhr

Elektrotechnik nimmt bei den Bau- und Sanierungsvorhaben einen immer größeren Raum ein. Foto: bilderbox
Joachim Zieseniß

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Joachim Zieseniß Reporter Bodenwerder zur Autorenseite
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Das heißt, dass in diesem Jahr ein dutzend Kreismitarbeiter zusätzlich auf der Lohnliste stehen werden.

Besonders im Baubereich mit seiner aktuell anstehenden Fülle an Bau- und Sanierungsvorhaben im Kreis-Immobilienbereich ist ein Aufstocken des Kreispersonals vorgesehen. Haben sich doch die für das Bauen relevanten Normen seit dem Jahr 1990 vervierfacht. Die heute mehr als 20 000 Bauvorschriften und die inhaltlichen Anforderungen verlangen ein immer höheres Know-how der verantwortlichen Ingenieurinnen und Ingenieure. Außerdem hat der Vorschriften-Wust den Bearbeitungsaufwand vergrößert.

Für die Bauunterhaltung und zugleich zur Entlastung des Ingenieurpersonals soll daher 2018 eine Technikerstelle neu besetzt werden. Damit soll sichergestellt werden, dass sich das Ingenieurpersonal der Kreis-Bauabteilung um die anstehenden Großprojekte wie beispielsweise den Neubau der Selbert-Berufsschule und die großen Sanierungsmaßnahmen an Kreisimmobilien und -schulen kümmern kann.

Doch auch in der Bauunterhaltung gibt es für erhöhte Dokumentations- und Kontrollpflichten mehr Personal. Dies bezieht sich insbesondere auf die Prüfungen und Wartungen der gesamten technischen Anlagen, die in zunehmendem Maße in den kreiseigenen Gebäuden vorhanden sind oder nach neuen Vorschriften eingebaut werden müssen. Gerade im Brandschutzbereich droht sonst schnell der Verlust des Versicherungsschutzes; schlimmstenfalls gibt es sogar Nutzungsverbote und Stilllegungen. Deshalb will der Kreis in diesem Jahr eine neue Techniker-Stelle für Prüfungen und Wartungen der technischen Anlagen einrichten.

Auch um die Wasserleitungen in den öffentlichen Kreisgebäuden muss künftig vermehrter Aufwand betrieben werden. Die 42. Bundesimmissionsschutzverordnung enthält unter anderem an die Trinkwasserhygiene hohe Anforderungen. Dabei muss beispielsweise der Schutz vor Legionellen gewährleistet sein. Im Klartext heißt das für die Kreisverwaltung, dass die Trinkwassernetze in den Gebäuden teilweise umzubauen sind. Auch hierfür ist geplant, einen Techniker für Trinkwasser-Sanierungen für zwei Jahre befristet einzustellen.

Eigene aktuelle Überprüfungen an Kreis-Immobilien haben zudem ergeben, dass eine hohe Anzahl Nachbesserungen in den Bereichen Brandschutz- und Bausicherheit dringend erforderlich sind. Deren Erledigung muss mit hoher Priorität in Angriff genommen werden. Doch das wiederum führt dazu, dass aktuelle Projekte und reguläre Bauunterhaltungen leiden. Es ist deshalb vorgesehen, eine Bauingenieur-Stelle mit Schwerpunkt Brandschutz einzurichten.

Elektrotechnik nimmt bei den Bau- und Sanierungsvorhaben einen immer größeren Raum ein. Deshalb ist geplant, auch hier zusätzliches Fachwissen für die fortschreitende Digitalisierung der Gebäudetechnik sowie die von elektrischen Anlagen ausgehenden Gefährdungen einzukaufen. Hierfür soll eine Stelle für eine Elektromeisterin oder einen Elektromeister eingerichtet werden. Als Rechtfertigung für diese Stelle wird angeführt, dass sie sich im Rahmen der Bauunterhaltung und auch in Bezug auf Bauprojekte rechnen wird. Beispiele sind hier Themen wie Energiemanagement, Beleuchtung oder auch E-Check. Neben Themen der Wirtschaftlichkeit würden zudem von Elektrizität ausgehende Gefährdungen bereits auf Bauherrenseite erkannt und vermieden .

Diese personelle Aufstockung des Kreis-Baubereichs ist nicht zuletzt das Ergebnis des sogenannten Facility Managements, das seit Mitte vorigen Jahres beim Kreis eingeführt und mit Maren Seligmann als Managerin besetzt wurde. Das Facility Management umfasst die Verwaltung und Bewirtschaftung von Gebäuden sowie deren technischen Anlagen und Einrichtungen.

Mein Standpunkt
Joachim Zieseniß
Von Joachim Zieseniß

Immer komplizierter und umfangreicher werdende Bauvorschriften. Ein immer größer werdender Sanierungsstau machen es der Fachabteilung beim Landkreis immer schwerer, mit vorhandenem Personal ihren Aufgaben nachzukommen. Da ist es bei allem Sparwillen nur konsequent, mehr Fachleute zur Bewältigung der Aufgaben einzustellen . Denn sonst könnten sich immer wieder aufgeschobene Aufgaben zu einem nicht mehr zu bewältigenden Berg auftürmen.

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