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Eltern im Landkreis erhalten im Sekundarbereich I die große Auswahl – zumindest in der Theorie

Mehr Freiheit bei der Schulwahl

HAMELN-PYRMONT. Künftig gilt in Hameln-Pyrmont für die Sekundarbereiche aller Landkreis-Schulen: Nur der Elternwille zählt bei der Wahl der Schule für ihre Kinder. Ab Juli soll es keine verbindlichen Schulbezirke mehr – das empfiehlt der Schulausschuss des Kreises. Nur für die Heinrich-Kielhorn-Schule in Hameln, die kreiseigene Förderschule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung, soll im Primarbereich das gesamte Kreisgebiet als Schulbezirk festgelegt werden.

veröffentlicht am 07.06.2016 um 11:42 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:23 Uhr

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Joachim Zieseniß

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Joachim Zieseniß Reporter Coppenbrügge-Salzhemmendorf zur Autorenseite
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Die alte Festlegung von Schulbezirken resultiert aus einem Kreistagsbeschluss von 1996. Faktisch ist diese Satzung inzwischen überholt, weil die in ihr aufgeführten Schulen – zumindest in den benannten Schulformen – überwiegend nicht mehr existieren. Im Primarbereich verbleibt nach Ende dieses Schuljahres lediglich die Heinrich-Kielhorn-Schule. Die zweite Förderschule des Landkreises, die Albert-Schweitzer-Schule in Hameln, wird ab diesem Sommer wegen des aufsteigenden Auslaufens der „Förderschulen Lernen“ keinen Primarbereich mehr haben. Im Sekundarbereich ist die Orientierungsstufe seit langem abgeschafft, die Haupt- sowie Realschulen in Aerzen und Hessisch Oldendorf werden inzwischen als Oberschule geführt. Die Abraham-Lincoln-Realschule und die Hinrich-Wilhelm-Kopf-Hauptschule in Bad Münder sind zu Kooperativen Gesamtschulen geworden. Lediglich die Haupt- und Realschule in Emmerthal sowie die Kooperative Gesamtschule Salzhemmendorf existieren noch in der alten Struktur.

Bereits das Änderungsgesetz 2002 des niedersächsischen Schulgesetzes hatte die im Sekundarbereich I bestehende Verpflichtung aufgehoben, Schulbezirke festzulegen. Aktuell sind die Schulträger nur noch dazu verpflichtet, im Primarbereich einen Einzugsbezirk für jede Schule zu bestimmen. Für den Sekundarbereich I ist das derzeit freigestellt.

Schulbezirke widersprechen dem Konkurrenzgedanken

Ursprünglich diente die Festlegung von Schulbezirken als Instrument bei der kommunalen Schulentwicklungsplanung dazu, die Schülerströme zu lenken. So sollte eine gleichmäßige Auslastung der Schulen erreicht werden, außerdem eine ausgewogene soziale Durchmischung der Schülerschaft. Doch hat die im vergangenen Jahr im Landkreis durchgeführte Elternbefragung ergeben, dass ein solches Steuerungsinstrument – zumal es Eltern hinsichtlich der freien Schulwahl für ihre Kinder einschränkt – gar nicht erforderlich ist: Zur Frage, welche Schule ihr Kind besuchen soll, haben Eltern angegeben, dass ihre Kinder in der Regel das örtliche Schulangebot anwählen, sofern nicht ein Abschluss angestrebt wird, der dort nicht möglich ist. Ausnahmegenehmigungen zum Besuch einer anderen als der zuständigen Schule wurden ohnehin auch in der Vergangenheit stets gegeben. Mit der Einführung der Eigenverantwortlichkeit der Schulen hat heute zudem der Kampf um Schüler unter den Schulen im Landkreis und sogar über die Kreisgrenzen hinweg begonnen: Qualitätsentwicklung und -sicherung sowie die Ausbildung eines Schulprofils haben einen hohen Stellenwert erhalten. Die Schulen stehen – durch den Gesetzgeber gewollt – in einem Wettbewerb um die Schaffung eines attraktiven Angebotes.

Konkurrenz belebt den Wettbewerb: Bei der Diskussion im Schulausschuss waren sich die Politiker einig, dass die Beibehaltung von Schulbezirken dem Bemühen um die Schaffung eines attraktiven Angebots, um Abwanderungstendenzen wirksam zu begegnen, einen Bremsklotz verpassen. Das laufe dem Bestreben des Landkreises zuwider, seine Schulen bei der qualitativen Entwicklung ihrer Schulstandorte aktiv zu unterstützen. So empfahl das Gremium einstimmig, bis auf die Kielhorn-Schule alle Kreisschulen von der Schulbezirks-Bindung zu befreien. Wobei Karl-Heinz Brand (SPD) feststellte, dass über die Kilometer-Regelung bei der Schülerbeförderung immer noch eine Beschränkung geblieben sei: So sei die KGS-Salzhemmendorf gegenüber der KGS Bad Münder durch die Verkehrsanbindung weiterhin benachteiligt.

Die Schulträger Bad Pyrmont und Hameln wurden über die Absicht des Landkreises, die Schulbezirke aufzuheben, informiert. Sie haben seitens der Verwaltung keine Bedenken geäußert.



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