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Freie Schule Weserbergland hat bereits 28 Anmeldungen

Mehr als nur ein Wunschtraum

Coppenbrügge. Am Ende des Tages stand nicht nur die Erkenntnis, dass gegebenenfalls auch im Coppenbrügger Fleckenzentrum mal Parkplätze knapp werden können, sondern vor allem die Gewissheit, dass die „Freie Schule Weserbergland“ längst nicht mehr nur Idee und Wunschtraum einer kleinen Gruppe engagierter Eltern ist. Rund 300 Besucher – Eltern mit Kindern im Alter von „noch am Mutterkuchen, aber gut unterwegs“ aufwärts, Lehrer aller Schulformen, Erzieher und Erzieherinnen – mit großenteils nicht eben kurzen Anfahrtswegen selbst über die Grenzen des Landkreises Hameln-Pyrmont hinaus wurden beim Tag der offenen Tür in der Spiegelbergschule gezählt. Ein Nachmittag für die Kinder mit gleichzeitig gespannter Konzentration und spielerischem Mathe- und Deutschlernen mittels Montessori-Lernmaterialien sowie Aktionen zum „Anfassen und Begreifen“. Nebenan gab es einen Vortrag für die Erwachsenen mit anschließender Diskussion über das Lernkonzept der Freien Schule. Keine Konkurrenz, die die Regelschule das Fürchten um ihren Bestand lehren wird, ist man sich einig, sondern eine „äußerst begrüßenswerte und gesellschaftlich sinnvolle Erweiterung des Bildungsangebotes“. „Hoffen wir, dass die Erwartungen sich erfüllen“, sagt eine Grundschullehrerin mit 40 Dienstjahren aus Hameln. „Hoffen wir auf Sponsoren (die Freie Schule ist schulgeldpflichtig), damit es keine gesellschaftsferne Eliteschule wird“, betonen ein KGS-Lehrer und eine Sozialpädagogin. Fest steht: Die erste Freie Schule im Landkreis Hameln-Pyrmont ist zu einem regionalen Projekt geworden, „für das es von vielen Seiten Unterstützung und ein lebhaftes Elterninteresse bis ins Lipperland gibt“, stellt Sandra Richards als Sprecherin der Initiative fest. „Ein wunderbares Angebot“, sagt Claudia Scheler, während Justin (7) konzentriert mit Perlenstäben, -quadraten und -würfeln hantiert. Ihren Sohn haben die Schelers schon vor Wochen von der Grundschule Emmerthal ab- und für die Freie Schule angemeldet. „Endlich keine morgendlichen Bauchschmerzen mehr für Justin und wieder Freude am Lernen, die ihm irgendwie verloren gegangen ist.“ Endlich die Chance, auf die wir gewartet haben, sagen an diesem Tag viele Eltern. Insgesamt liegen laut Richards bereits 28 Anmeldungen vor, 18 davon für das kommende Schuljahr. „Für dieses Jahr wollen wir noch zwölf Plätze vergeben, damit wir zügig die Arbeitsverträge mit den Lehrern schließen können.“ Das neue Schulangebot begrüßen nicht nur Eltern. „Die Gemeinde Coppenbrügge steht voll hinter uns“, so Richards. Es haben bereits einige Familien, deren Kinder zur Freien Schule gehen werden, ihren Zuzug nach Coppenbrügge signalisiert. „So schaffen wir Arbeitsplätze und ein Bildungsangebot, dass eine Bereicherung darstellen wird.“

veröffentlicht am 27.03.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 20:21 Uhr

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Autor:

Ingrid Stenzel
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Die Freie Schule verfolgt die Philosophie, Kinder individuell nach eigenem Tempo, eigenen Interessen und eigener Herangehensweise lernen zu lassen – ohne Noten, Hausaufgaben, Druck und „Regelschul-Frust“. Die Freie Schule beginnt mit einer Grundschule für die Klassen 1 bis 4. Daran anschließen soll sich eine Oberschule für den Sekundar-I-Bereich. Weitere Infos gibt Sandra Richards (05153/803253). Dort sind auch Anmeldungen möglich.

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