weather-image
21°

Aufwendiger Einsatz rettet Leben / Experten: Schlangenbesitzer (48) hat fahrlässig gehandelt

Mann von Giftschlange gebissen

Extertal. Ungewöhnlicher Rettungseinsatz am Karfreitag in Lippe. Am späten Mittag meldet sich ein Schlangenbesitzer aus Extertal über Notruf, dass er soeben von einer giftigen Schlange gebissen wurde. Er hatte seiner jungen Gabunviper beim Häuten geholfen. Dabei soll der Kopf des Tieres freigekommen sein. Plötzlich trifft ihn ein Zahn der Giftschlange in den Finger. Für die Disponenten der Leitstelle der Feuerwehr und des Rettungsdienstes in Lemgo ist schnell klar, dass höchste Eile geboten ist. „Die Kollegen haben erst einmal recherchiert, was für eine Schlange das ist und wie giftig sie ist“, sagte Dienstgruppenleiter Stefan Hartmann-Paulsen von der Leitstelle.

veröffentlicht am 08.04.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 02:41 Uhr

270_008_7701750_ri_Schlange_0804.jpg
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Das Gift der Gabunviper wirkt tödlich, wenn keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Ein Biss, der mehr als 35 Milligramm Gift injiziert, gilt für Menschen bereits als tödlich. Ausgewachsene Exemplare dieser Spezies geben bei einem durchschnittlichen Biss eine deutlich höhere Menge Gift ab. Die Drüsen der Jungtiere produzieren dafür eine deutlich höhere Giftkonzentration, können die Abgabe aber nicht gut steuern. Die Leitstelle informierte daraufhin sofort den Schlangenexperten der Bielefelder Feuerwehr, Björn Buschkamp. Er gilt bei Bissen von giftigen Reptilien als erster Ansprechpartner in Ostwestfalen. „Nachdem klar war, dass hier eine der giftigsten Schlangen der Welt zugebissen hat, habe ich mit der Giftnotrufzentale in Berlin Kontakt aufgenommen“, sagt Buschkamp.

Während ein Rettungshubschrauber den 48-jährigen Patienten ins Klinikum Bielefeld Mitte bringt, wo er sofort auf der Intensivstation aufgenommen wird, kümmert sich Buschkamp mithilfe der Datenbank in Berlin um das nötige Antiserum. Die Giftnotrufzentrale findet ein Depot des nötigen Antiserums im Zoo Wuppertal. Ein Polizeihubschrauber aus Düsseldorf fliegt daraufhin sechs Ampullen nach Bielefeld.

Dort warten die Intensivmediziner schon auf das nötige Gegengift. Sie benötigen es spätestens, wenn ihr Patient kollabieren sollte. Ob sie das Antiserum einsetzen, sei je nach Menge des Giftes und Alter der Schlange unterschiedlich, sagte Joachim Feldkamp, ärztlicher Direktor des Klinikums Mitte. Am Samstag können die Mediziner schließlich Entwarnung geben: Der Patient schwebt nicht in Lebensgefahr. Der 48-Jährige hatte Glück im Unglück: Der extra hinzugezogene Schlangenexperte Patrick Urban erkennt, dass die Giftdosis relativ gering ist. Daraufhin rät er den Medizinern ab, dem Patienten das Antiserum zu verabreichen. Die Ärzte behandeln deshalb weiterhin die Symptome des Schlangengifts. Die Behandlung des Patienten im Krankenhaus dauert an. Die Klinik wollte keine Auskunft zu dem Fall geben.

Die Experten sind der Auffassung, dass der Schlangenbesitzer beim Umgang mit seiner Gabunviper fahrlässig gehandelt habe. Demnach soll er beim Häuten auf Schutzkleidung und Handschuhe verzichtet haben.nw



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?