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Wartungsstau in der Bahnwerkstatt – weil die Nordwestbahn zur „Rollkur“ gerufen hat

Mal kommt der Zug, mal nicht

veröffentlicht am 01.09.2016 um 17:21 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 12:56 Uhr

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Marc Fisser

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Marc Fisser Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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Für die Reisenden ist es ärgerlich: Mindestens eine Stunde stehen sie dann an den Haltepunkten in der Sonne oder im Regen. Und die Anschlusszüge in Hameln, Elze, Hildesheim oder Hannover sind dann lange abgefahren. Rainer Peters von der Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) bestätigt auf Nachfrage: „Die Beobachtungen der Fahrgäste zu den Ausfällen sind richtig. Bis Mitte September müssen wir elf Züge fit bekommen.“

Am Samstag voriger Woche sei es besonders schlimm gewesen: „Bei der großen Hitze haben die Klimaanlagen versagt“ – ein Problem wie man es auch schon von Schnellzügen kennt. Bei den Triebwagen, die zwischen Bünde, Hameln und Bodenburg eingesetzt sind, müssen derzeit auch gehäuft Dichtungen der Dieselmotoren gewechselt werden, außerdem streike immer wieder die automatische Türschließung. „Die Züge werden nun in Sonderschichten in der Werkstatt der der Nordwestbahn in Osnabrück gewartet“, berichtet Peters. 16 Ingenieure und Mechaniker seien dazu am vergangenen Wochenende tätig gewesen – und auch an den beiden nächsten Wochenenden sollen sie sich bemühen, die Flotte wieder verlässlich auf die Strecke zu bringen.

Die Triebwagen sind Eigentum der LNVG, das Land stellt sie Betreibern wie derzeit die NWB zur Verfügung. Hat das Land an der Wartung gespart? Peters verneint dies. Er spricht von einem organisatorisch bedingten Wartungsstau, der jetzt abgearbeitet werden müsse. Maik Seete von der NWB spricht in diesem Zusammenhang von einer „Rollkur“. Diese sei nötig, weil das Unternehmen – auf eigenen Wunsch – Anfang August die Wartungsverantwortung vom Hersteller übernommen habe und nun den ganzen Fuhrpark durchchecke. Das werde noch bis Mitte September dauern. Am Freitag und Samstag seien durch den Engpass beim Wagenmaterial und zusätzlich durch einen kurzfristigen Ausfall je drei Fahrten gestrichen worden, am Dienstag eine weitere. „Wir verstehen die Verärgerung wartender Fahrgäste“, betont Seete, sie sollten sich beim Kundenservice melden. „Wir versuchen stets, die Auswirkungen sehr gering zu halten“, versichert der Sprecher zudem.

Die präventiven Wartungen finden je nach Komponente alle vier Wochen, zwei oder sechs Monate oder zwei Jahre statt. Alle sechs bis acht Jahre ist die Hauptuntersuchung fällig. „In der Regel sind die Züge also einmal pro Monat in der Werkstatt“, erklärt Seete. In Osnabrück sind 45 NWB-Mitarbeiter mit den Arbeiten am rollenden Material beschäftigt, nicht nur für die Weser- und Lammetalbahn. Die Qualität der in Salzgitter gebauten Fahrzeuge bezweifeln weder die LNVG noch die NWB: „Die LINT 41 werden in Deutschland häufig eingesetzt und leisten zuverlässige Dienste“, sagt Peters. Die Züge für das Wesertal seien seit 2003 im Dienst. Damit seien sie in einem guten Alter, denn die Lebensdauer solcher Triebwagen betrage 30 Jahre.



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