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Missbrauch in Lügde

Lügde-Prozess: Frühere Pflegetochter sagt gegen Angeklagten aus

LÜGDE/DETMOLD. Im Missbrauchsprozess von Lügde hat die frühere Pflegetochter eines der beiden Angeklagten ihre belastenden Aussagen bekräftigt. Seine heute erst achtjährige Mandantin habe vor dem Landgericht Detmold bestätigt, dass alle ihre Angaben gegenüber der Polizei bei den Ermittlungen richtig seien.

veröffentlicht am 12.07.2019 um 16:01 Uhr

Das schilderte ihr Anwalt Cornelius Pietsch nach der «kindgerecht verlaufenen» Befragung unter Ausschluss der Öffentlichkeit am Freitag. Das Mädchen - eine zentrale Zeugin im dem Strafverfahren - werde in einer Einrichtung betreut, später eine Therapie beginnen, sei aber noch nicht so weit, «über die Dinge zu sprechen». Das Kind war erst fünf Jahre alt, als sie im Früjahr 2016 in die heruntergekommen Camping-Unterkunft einzog. Ihr soll besonders schweres Leid zugefügt worden sein.

Im Lügder Missbrauchs-Prozess sollten am Freitag sechs Zeugen gehört werden. Zwei betroffene junge Frauen sahen sich nicht zu einer Aussage im Stande. Für sie hat Opferanwältin Anke Blume aus einer Email zitiert. Daraus ließ sich das Ausmaß der seelischen Verletztheit der Opfer erahnen.

Ein Zwischenfall irritierte etwa eine Stunde nach Beginn der Verhandlung, als zwei Zuschauer von vier Polizisten abgeführt wurden.



Untersuchungsausschuss zum Missbrauchsfall

Lügde nimmt Arbeit auf

Der Missbrauchsfall von Lügde wird nun auch politisch aufgearbeitet. Im nordrhein-westfälischen Landtag konstituierte sich am Freitag der parlamentarische Untersuchungsausschuss «Kindesmissbrauch». Das Gremium soll Fehlverhalten auf allen mit dem Fall befassten Ebenen aufklären, also auch Ermittlungspannen und Behördendefizite unter die Lupe nehmen.

Auf einem Campingplatz in Lügde an der Landesgrenze zu Niedersachsen sollen über viele Jahre hinweg mehr als 40 Jungen und Mädchen schwer sexuell missbraucht und dabei teils gefilmt worden sein. Zwei Männer, Andreas V. (56) aus Lügde und Mario S. (34) aus Steinheim, sind wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen in mehreren Hundert Fällen angeklagt. Beide hatten die Taten zum Prozessbeginn vor zwei Wochen gestanden.

Polizei und Jugendämter stehen in der Kritik, weil sie Hinweisen auf den Hauptverdächtigen nicht nachgegangen sein sollen. Auch die Rolle der NRW-Landesregierung soll aufgearbeitet werden.



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