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Mitarbeiter versammeln sich – Unternehmen bezeichnet Angebot als final

Logocos vor Streik?

SALZHEMMENDORF. Am Wochenende soll sich entscheiden, ob es noch vor Weihnachten zu Warnstreiks bei dem Naturkosmetik-Hersteller Logocos kommt. Seit Juli dauern die Tarifverhandlungen an – doch zwischen der 4,8-%-Forderung der Gewerkschaft und dem „finalen Angebot“ des Unternehmens klaffen Welten. Nun droht Streik.

veröffentlicht am 01.12.2017 um 16:01 Uhr
aktualisiert am 01.12.2017 um 16:42 Uhr

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Thomas Thimm

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Thomas Thimm Stv. Chefredakteur zur Autorenseite
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Die Gewerkschaft BCE – die für Bergbau, Chemie und Energie steht und für den Naturkosmetik-Hersteller Logocos zuständig ist, weil die Kosmetikbranche zur Chemie gezählt wird – fordert 4,8 Prozent mehr Gehalt für die 330 Mitarbeiter. Nach Darstellung der Gewerkschaft bietet das Unternehmen einen Tarifvertrag über drei Jahre mit einer Nullrunde im ersten Jahr, einer Gehaltserhöhung von 1,3 Prozent im zweiten Jahr sowie 2,25 Prozent im dritten Jahr an. Mathias Heiden von der Gewerkschaft BCE rechnet aus: „Auf die Laufzeit gerechnet sind das 1,2 Prozent. Das würde einen deutlichen Reallohnverlust bedeuten. Aber die Arbeitgeberseite will nicht weiter verhandeln. Das Unternehmen sagt uns damit ,Friss oder stirb‘.“ Heiden fordert den Unternehmensvorstand auf, die Verhandlungen wieder aufzunehmen und das Angebot deutlich zu verbessern. Um Druck aufzubauen, hat die BCE die gewerkschaftlich organisierten Logocos-Mitarbeiter für den Samstag (2.12.) um 10.30 Uhr zu einer Mitgliederversammlung in das Dorfgemeinschaftshaus Osterwald eingeladen. Dort soll die Situation diskutiert werden. Anfang der kommenden Woche soll dann feststehen, ob die Mitarbeiter in einen Warnstreik treten oder nicht.

Das Unternehmen bedauert in einem Brief an die Mitarbeiter, dass „die bisherigen Verhandlungsrunden nicht zu einer konsensfähigen Forderung der Gewerkschaft geführt“ hätten. Zugleich bezeichnen Alexander Welter und Dirk Höfer ihr Tarifangebot als „final“ – was von der Gewerkschaft als nicht weiter verhandelbar übersetzt wird. „Dass wir in dieser wegweisenden Zeit“, so schreiben Welter und Höfer weiter, „auf Lohnzurückhaltung hinwirken, hat tatsächlich nichts mit überzogenem Gewinnstreben zu tun oder gar mit unrealistischen Rendite-Erwartungen unserer Eigentümer.“

Das sieht die Gewerkschaft anders. Dem Unternehmen Logocos Naturkosmetik AG gehe es wirtschaftlich, so sagt es Heiden, „grundsolide gut“. Er lässt sich zitieren mit den Worten: „Da werden grundsolide Gewinne erwirtschaftet.“ Eine Erklärung, warum das Unternehmen sich mit Gehaltserhöhungen so schwer tue, gibt Heiden gleich mit: „Das Unternehmen argumentiert, die Aktionäre wollten eine höhere Rendite.“

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