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Vor Neuregelung: Zuckerfabrik in Lage unterbreitet als erstes Unternehmen bundesweit den Landwirten ein Angebot

Lichtblick bei den heimischen Rübenanbauern

Weserbergland. Hiobsbotschaften von schlechten Getreide- und katastrophalen Milchpreisen sind die Landwirte zurzeit gewohnt, wie sieht es da mit dem Erlös bei der „Königin der Feldfrüchte“, der Zuckerrübe, aus? Der von der Europäischen Union vorgegebene Mindestpreis beträgt 26,29 Euro je Tonne bei einem Zuckergehalt von 16 Prozent. „Wir haben in diesem Jahr für die Quotenrübe mit 28,76 Euro pro Tonne bei einem durchschnittlichen Zuckergehalt von 17,449 Prozent mehr Geld als im Vorjahr bekommen“, freut sich Alexander Sommermeier, Landwirt aus Fischbeck und Beiratsmitglied im Verband der Rübenanbauer. Ebenso wie seine Berufsgenossen weiß aber auch er nicht, wie es weitergeht, wenn nach diesem Wirtschaftsjahr die Quotenregelung entfällt und die Rüben am freien Markt gehandelt werden. Ein Lichtblick: Pfeifer & Langen hat als erste Fabrik bundesweit den heimischen Rübenanbauern ein Angebot gemacht.

veröffentlicht am 29.02.2016 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 17:18 Uhr

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Autor:

Barbara Jahn-Deterding
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Bei der Bezahlung spiegelt sich die Absatzsituation beim Zucker in der EU wieder. Die Zucker weiterverarbeitende Industrie habe im Vorgriff auf die Zeit nach der Zuckermarktordnung zu sehr niedrigen Preisen einkaufen können. Von daher sei es Pfeifer & Langen nicht möglich gewesen, den Landwirten einen höheren Rübenpreis zu zahlen. „Wir haben deshalb auf den EU-Mindestpreis noch eine sehr gute Schnitzelvergütung von vier Euro je Tonne dazugelegt“, erklärt Dr. Steffen Brinker, Leiter der Abteilung Landwirtschaft bei Pfeifer & Langen und Geschäftsführer des Anbauerverbandes.

„Wir haben mit durchschnittlich 80 Tonnen je Hektar bei 17,7 Prozent Zucker eine durchaus zufriedenstellende Ernte gehabt. Das war angesichts der Witterung vom Beginn der Aussaat im März bis zur Ernte im Herbst nicht unbedingt zu erwarten“, zieht Beiratsmitglied Friedhelm Hüneke für die Bereiche Hameln, Weser-Mitte, Rinteln, Minden, Osnabrück und Hessisch Oldendorf Bilanz. Die 750 Landwirte aus diesen Regionen haben im vergangenen Jahr 610 686 Tonnen Rüben in die Zuckerfabrik von Pfeifer & Langen im lippischen Lage geliefert. Die Kampagne dauerte 84 Tage, in dieser Zeit wurden täglich knapp 7300 Tonnen Zuckerrüben zu insgesamt 95 000 Tonnen Zucker verarbeitet.

Große Ungewissheit herrscht bei den Rübenanbauern bundesweit für die Zeit nach dem Auslaufen der Zuckermarktordnung. Ab 2017 werden anstelle der Mengen- und Preisgarantien die Vertragsbedingungen und Rübenpreise direkt zwischen Zuckerunternehmen und Rübenanbauer-Verbänden ausgehandelt. Da stellt sich die Situation für die Anbauer der Lippe-Weser-Region vergleichsweise positiv dar, denn die Zuckerfabrik Lage hat ihren Landwirten für die Jahre 2017 bis 2019 ein konkretes Anbauangebot gemacht.

Karl-Friedrich Meyer, Vorsitzender des Verbandes der Rübenbauer im Lippe-Weser-Raum: „Das Besondere an unseren Verhandlungen und dem Vertragsangebot von Pfeifer & Langen ist, dass es das erste konkrete Vertragsangebot für eine Region in Deutschland mit einer Laufzeit von drei Jahren für die Zeit nach der Quotenregelung ist und es nur für unser Verbandsgebiet gilt. Die anderen Regionen von Pfeifer und Langen im Rheinland und in Sachsen-Anhalt wollten sich noch nicht so früh entscheiden.“ Das Angebot steht seit Dezember. Alexander Sommermeier führt aus, dass der Beirat zeitig von Rübenanbauern angesprochen worden war, die ebenso wie die Fabrik Sicherheit haben wollen, wie es nach dem Auslaufen der Zuckermarktordnung weitergeht. Pfeifer und Langen könne nicht Jahr für Jahr planen und auch die Bauern brauchen Gewissheit.

„Die drei Jahre sind keine Probe-, sondern feste Vertragslaufzeit.“ Danach werde sich zeigen, „ob die Landwirte wieder bereit sind, für Pfeifer & Langen Rüben anzubauen. Entscheidend wird die Bezahlung der Rüben in den Jahren 2017 und 2018 sein“, macht Karl-Friedrich Meyer deutlich. Der Vertrag bietet den Anbauern die Möglichkeit, zwischen zwei Preismodellen zu wählen. Bei dem Sicherheitsmodell soll der Rübenpreis sich am Preis des Weizens an der Getreidebörse in Paris orientieren. Die Alternative ist das Chancenmodell. Hierbei ergibt sich der Rübenpreis direkt aus den vom Unternehmen erzielten Zuckerverkaufserlösen. „Das mögliche Auf und Ab der Zuckererlöse teilen sich Pfeifer & Langen und die Landwirte“, erklärt der Leiter der Abteilung Landwirtschaft, Dr. Stefan Brinker. Für eine Auslastung der Fabrik in Lage sei es wichtig, dass 2017 bis 2019 mehr als 800 000 Tonnen Rüben von den Landwirten geliefert würden.



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