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Feuerwehr: „Mehr können wir leider nicht tun“ / Erneuter Kletter-Einsatz am Ohrberg

Leichensuche erfolglos abgebrochen

OHR. Erneut haben mehrere Spezialisten für Absturzsicherung der Feuerwehr Kirchohsen am Ohrberg nach den sterblichen Überresten eines Menschen gesucht. Am Samstagvormittag suchten Freiwillige um den stellvertretenden Ortsbrandmeister Thomas Feldmann den steilen Hang, der an manchen Stellen eine Neigung von 70 Prozent aufweist, auf einer Länge von 150 Metern ab.

veröffentlicht am 07.04.2019 um 15:35 Uhr
aktualisiert am 07.04.2019 um 16:40 Uhr

Gefährlicher Einsatz am Berg – 70 Prozent Hangneigung, Geröll, Gestrüpp und jede Menge Laub: Tobias Risch sucht am Ohrberg nach einer Leiche. Fotos: ube
Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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„Die Kameraden haben sich stellenweise 60 Meter tief abgeseilt“, sagte Einsatzleiter Feldmann. Die ehrenamtlichen Feuerwehrleute kämpften sich durch dichte Brombeer-Barrieren, schauten in Senken, unter hohe Reisighaufen und dicke Äste – ohne Erfolg. Eine Leiche wurde nicht entdeckt. Möglich, dass Knochen, Kleidungsstücke und Schuhe inzwischen von einer Laubschicht bedeckt sind.

Bereits am Montag hatten Experten der Feuerwehr Kirchohsen in Abstimmung mit den für Todesursachen-Ermittlungen und Vermissten-Fälle zuständigen Kriminalbeamten eine Suche am Ohrberg gestartet (wir berichteten). Das 1. Fachkommissariat hatte Steilhang und Plateau zuvor von einem unbemannten Fluggerät der Zentralen Polizeidirektion Hannover mehrmals überfliegen und mit einer hochauflösenden Kamera fotografieren und filmen lassen. Verdächtige schwarze Flecke erwiesen sich bei einer von der Polizei durchgeführten Suchaktion jedoch als Baumstümpfe. Ähnlich war es auch den Feuerwehrleuten ergangen. „An einigen Stellen sah es von oben so aus, als liege dort etwas“, sagte Feldmann. Als die Helfer die Stellen überprüften, stellten sie fest, dass es sich lediglich um Moos, Felsen oder Wurzeln handelt. Die Feuerwehrleute brachen die Suche am Hang ab, konzentrierten sich danach auf das Dickicht rechts und links eines schmalen Pfades, der nach Klein Berkel führt. „Auch im Unterholz wurden keine Hinweise auf eine Leiche entdeckt“, sagte Feldmann – und fügte hinzu: „Wir haben alles in unserer Macht Stehende getan. Mehr können wir leider nicht tun.“

Kriminalbeamte gehen mittlerweile davon aus, dass irgendwo am Ohrberg die Leiche eines seit dem 9. Mai 2018 vermissten Mannes liegt, der zuletzt in einem Pflegeheim in Klein Berkel lebte. Der 79-Jährige wurde zuletzt auf dem Ohrberg gesehen – er ist spurlos verschwunden. Aus Sicht der Ermittler spricht alles für einen Unfall. „Wir vermuten, dass der Senior am Steilhang abgerutscht ist“, sagt Kriminalhauptkommissar Fritz
Tegtmeier. Dass der Ende Mai 2018 festgestellte Leichengeruch im Zusammenhang mit dem Verschwinden des Seniors steht, ist keineswegs absolut sicher, allerdings sehr wahrscheinlich.

Die Polizei wird den unerledigten Vermisstenfall jetzt fürs Erste abschließen. „Wir haben DNA-Material des 79-Jährigen gesichert. Die Daten werden in die Langzeit-Vermissten-Datei des Landeskriminalamtes Niedersachsen eingegeben. Sollten später einmal menschliche Knochen gefunden werden, kann eine Identifizierung der Leiche erfolgen.“



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