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Geplante Schließung der Schäfer’s-Produktion beherrschendes Thema in Kleinenbremen

Leben mit der Ungewissheit

KLEINENBREMEN. Dass die Großbäckerei Schäfer’s am Produktionsstandort Kleinenbremen mehr als 200 Arbeitsplätze streicht (wir berichteten), hat die Bevölkerung überrascht. Die Beschäftigten möchten sich nicht öffentlich äußern; hinter vorgehaltener Hand heißt es, zurzeit sei die Stimmung „relativ ruhig – wenn auch nicht berauschend“. Hintergrund ist eine Zusage, die betroffenen Mitarbeiter anderswo im Edeka-Verbund unterzubringen.

veröffentlicht am 06.06.2016 um 19:32 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:48 Uhr

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Autor:

Stefan Lyrath
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„Dass Edeka niemanden entlassen will, fängt es ein bisschen auf“, meint Bernd Hedtmann, Bürgermeister in Porta Westfalica. Edeka-Sprecher Mark Rosenkranz hatte erklärt, es sei das Ziel, betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden. „Aus kommunaler Sicht bedauern wir die Entscheidung sehr, weil es um Arbeitsplätze geht“, erklärt der Bürgermeister. Auf der anderen Seite handele es sich um eine wirtschaftliche Entscheidung, „die wir akzeptieren müssen, denn das Unternehmen muss sich am Markt behaupten“.

„Vor allem bei Älteren herrscht häufig große Verbundenheit mit dem Unternehmen“, sagt Stephanie Krüger-Schmidt, Vizevorsitzende der Siedlergemeinschaft in Kleinenbremen. Teilweise seien mehrere Familienmitglieder betroffen. Wenn Krüger-Schmidt die Stimmung im Dorf beschreibt, fallen ihr drei Begriffe ein: „Existenzangst, Zukunftsangst, Ungewissheit.“ Wer unter solchen Voraussetzungen arbeite, könne die Motivation verlieren. Die Siedlergemeinschaft hat 526 Mitglieder, davon sind 34 bei Schäfers beschäftigt.

In einer Stellungnahme von Edeka Minden-Hannover, deren Backtochter Schäfer’s ist, ist von 230 Arbeitsplätzen in der Produktion die Rede, die in Kleinenbremen mit seinen 300 Beschäftigten gestrichen werden sollen. Anfang 2018 soll der Umbau der Backwaren-Sparte abgeschlossen sein, in den Edeka nach eigenen Angaben 75 Millionen Euro investiert. Die Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG) geht sogar von 263 wegfallenden Jobs aus und spricht von einem „Kahlschlag“, den man „erst mal verdauen“ müsse. In diesen Zahlen enthalten seien Auszubildende, befristet Beschäftigte und angehende Ruheständler. Am Standort Kleinenbremen, einst Keimzelle des Unternehmens, waren laut NGG zuletzt 333 Mitarbeiter beschäftigt. Obwohl die Produktion dort geschlossen wird, soll Kleinenbremen Stammsitz bleiben und weiter mit 70 Mitarbeitern als Verwaltungs- und Logistikzentrum dienen. NGG-Sekretär Thorsten Kleile bezweifelt, dass mehr als 200 Schäfer’s-MBeschäftigten im Unternehmensverbund eine echte Perspektive geboten werden kann.



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