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So reagieren die Aerzener auf einen möglichen Abstecher Obamas nach Schwöbber

„Lass’n kommen!“

Schwöbber. Übernachtet Obama im Schlosshotel Münchhausen? Diese Frage ruft vor allem eines hervor: ungläubiges Erstaunen bei den Aerzenern. Fragt man in der Mittagszeit beim Stammtisch im Tabak- und Zeitschriftenladen, beim Friseur, in der Caféstube oder in der Schlachterei nach, was die Menschen vor Ort über eine mögliche Übernachtung des amerikanischen Präsidenten in ihrer Nachbarschaft denken, sind die Reaktionen überwiegend positiv. Nur ganz vereinzelt kommt die Frage nach den Konsequenzen für die Bevölkerung oder der Sicherheit und den zu erwartenden Kosten, die so ein Besuch zwangsläufig mit sich bringt, auf.

veröffentlicht am 25.02.2016 um 17:40 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 17:18 Uhr

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Autor:

von sabine brakhan
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Stephan Schünke (37) hatte die Neuigkeit bereits über sein Smartphone erfahren und reagierte deshalb als Einziger nicht überrascht auf die Nachfrage. Wir erwischen ihn in der Mittagspause. „Ich halte das mit dem Obama-Besuch in Schwöbber für sehr unwahrscheinlich“, sagt er recht leidenschaftslos. Allerdings, so fügt er an: „Sollten sich die Überlegungen als wahr herausstellen, wäre das natürlich für das Schlosshotel und den Ruf des Hauses überaus positiv. Damit würde Schwöbber einen gewaltigen Schritt nach vorn machen in der Riege der namhaften Häuser“, so Schünkes Ansicht.

Auch Kornelia Gola würde es durchaus gefallen, wenn sich die Nachricht als wahr herausstellen würde. „Barack Obama kommt sehr sympathisch rüber. Ich könnte mir vorstellen, dass ihm die Region und auch das Schlosshotel Schwöbber mit seiner Geschichte gefällt. Ein solcher Besuch würde sich sicher positiv auswirken und dazu beitragen, unsere Region weltweit bekannter zu machen. Sicher lässt sich solch ein Besuch im Nachhinein auch touristisch vermarkten“, so Gola. Und der Gedanke, dass der Wagen des 44. Präsidenten der Vereinigten Staaten vielleicht an ihr vorbeihauchen könnte, versetzt die 57-Jährige ins Schwärmen.

Norbert Meisoll, der sich gerade eine Zigarette anstecken will, lässt bei der Nachricht erst einmal vor Erstaunen den Glimmstängel sinken. Im ersten Moment hält der Inhaber des Tabak- und Zeitschriftengeschäftes die Überlegungen für einen Scherz, doch dann findet er die Sache mit dem möglichen Obama-Besuch doch „top“, wie er sagt. „Ein Staatsoberhaupt auf Abschiedstour, das gab’s in Schwöbber noch nicht, soviel ich weiß. Der kann gerne kommen“, so seine erste Reaktion. Über die Sicherheit macht er sich keine Gedanken, das sei Sache der anderen. Aber für das Schlosshotel würde es ihn freuen, wenn Obama dort abstiege, sagt er.

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  • Kornelia Gola
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  • N. Meisoll
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  • Ina Romey
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  • M. Barbier
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  • Johann Hurm
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  • D. Hillmann
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  • Heinrich Grupe
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„Lass’n kommen!“, sagt auch Heinrich Grupe aus der Stammtisch-Runde, die sich regelmäßig bei Meisoll trifft. Der 80-Jährige hat sich auch gefreut, als die französische Nationalmannschaft in Schwöbber zu Gast war. „Ich fand das total interessant“, erzählt der eingefleischte Bayern-München-Fan von seinen Fahrradtouren ins benachbarte Schwöbber, um einen Blick auf die Unterkunft der Mannschaft werfen zu können. Wenn der amerikanische Präsident käme, würde er wieder seinen Drahtesel satteln und nach Schwöbber radeln, sagt er.

„Das mit einer Radtour zum US-Präsidenten wird gar nicht möglich sein“, meint hingegen Johann Hurm, Grupes Nachbar am Stehtisch. Er denkt an weiträumige Straßensperren und Scharfschützen, die sich auf Gebäuden positionieren und befürchtet, dass der Bereich um das Schlosshotel im Falle des Präsidentenbesuchs weiträumig abgeriegelt würde, ähnlich wie in Murnau zum G8-Gipfel. „Ich möchte mich eigentlich nicht einschränken müssen, nur weil Obama in Schwöbber nächtigt“, erklärt der 75-jährige.

Keine Einschränkungen für den Ort und die Geschäfte in Aerzen befürchtet dagegen Friseurmeisterin Ina Romey. Im Gegenteil: Die 47-Jährige fänd‘ es gut, wenn Obama in Schwöbber residieren würde und sich damit die Liste der prominenten Gäste des Schlosshotels um den mächtigsten Mann der Welt erweitern würde. „Und für den Betreiber wäre das eine absolute Auszeichnung“, so ihre Ansicht. Und scherzhaft fügt sie an: „Noch besser würde ich es natürlich finden, wenn Obama plötzlich bei mir im Salon stände und sich die Haare von uns schneiden lassen wollte.“

Diana Hillmann sieht die Sache ganz unaufgeregt. „Wir sehen den sowieso nicht hier bei uns in der Caféstube und die möglichen Auswirkungen auf das öffentliche Leben kann ich nicht abschätzen“, so die 47-Jährige und fügt an: „Solange solch ein Besuch die öffentlichen Kassen kein Geld kostet, ist mir das ziemlich egal.“

Madeleine Barbier freut sich über die Spekulationen. „Ich finde das richtig gut, muss ich zugeben“, erklärt sie, während sie die Auslagen der Schlachterei neu bestückt. Das Bild, das die Medien vor allem vom privaten Obama zeichnen, sei sehr positiv, so ihre Ansicht. Und wenn sie sich etwas wünschen könnte, dann, dass auch Obamas Frau Michelle den Präsidenten bei dem Messe-Besuch und dem anschließenden Abstecher nach Schwöbber begleiten würde …



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