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Tariferweiterung gestoppt – Gespräch beim Minister

Landrat Bartels pocht auf billigeres Bahnticket

HAMELN-PYRMONT / HANNOVER. Billiger mit der Bahn nach Hannover? Als Sprecher des Netzwerkes Erweiterter Wirtschaftsraum Hannover hat Hameln-Pyrmonts Landrat Tjark Bartels (SPD) den Auftrag, die von den Kommunen seit langem geforderte tarifliche Erweiterung des Großraumverkehrs Hannover (GVH) wieder in Fahrt zu bringen.

veröffentlicht am 21.06.2017 um 14:01 Uhr
aktualisiert am 21.06.2017 um 18:00 Uhr

Das ginge auch billiger: Hameln-Pyrmonts Landrat Tjark Bartels spricht am Donnerstag in Hannover mit Verkehrsminister Olaf Lies über die Erweiterung des Großraumverkehrs Hannover. Foto: Dana
Marc Fisser

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Marc Fisser Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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Wenn Bartels heute bei der Fahrt nach Hannover zum Krisengespräch bei Landesverkehrsminister Olaf Lies (SPD) die S-Bahn benutzen würde, dann könnte er als Argument einfach die Fahrkarte auf den Tisch legen: Für die rund 50 Kilometer zwischen Hameln und Landeshauptstadt kassiert die Bahn für den Hin- und Rückweg insgesamt 24,60 Euro. Für nur rund 5 Euro mehr pro Richtung könnte sich Bartels auch einen schönen Tag an der Nordsee bei Cuxhaven machen. Diese Schieflage im Tarifgefüge ist es, die viele Menschen im Weserbergland und anderen Landkreisen rund um Hannover seit Jahrzehnten ärgert – und sie dann doch lieber ins Auto steigen lässt. So wie auch der Landrat heute seinen Dienstwagen benutzen wird.

Ausgerechnet die Bahnen hatten das Signal auf Rot gesetzt: Sie pochen auf den Ausgleich von Einnahmeverlusten in Höhe von jährlich 5 Millionen Euro; die Landkreise halten eine Summe von 2,2 Millionen für angemessen.

Ein Sprecher der Deutschen Bahn fordert: „Die Umsetzung dieses Projektes muss die äußerst komplexen Rahmenbedingungen und Vertragsverpflichtungen zwischen allen Beteiligten berücksichtigen.“ Es geht dabei um die Verteilung der Einnahmen aus dem Verkauf der Niedersachsen-Tickets. Hiervon profitieren die Eisenbahnunternehmen auch auf Strecken, die gar nicht zum GVH-Erweiterungsgebiet gehören. Würden zum Beispiel zwischen Hameln und Hannover die Fahrgäste nur noch den billigeren GVH-Fahrschein anstelle des hier vergleichsweise teuren Niedersachsentarifs benutzen, käme das landesweite Tarifsystem ins Wanken. Mit den vielbefahrenen Strecken des GVH-Netzes werden die anderen Strecken mitfinanziert.

Olaf Lies sitzt also zwischen den Stühlen: Als Verkehrsminister muss er die Interessen seiner Niedersachsentarif GmbH vertreten, er sieht aber auch die Bedeutung des GVH-Projektes als Verkehrs-, Umwelt- und Regionalförderung rund um Hannover. Deshalb hatte sich Niedersachsen ja auch bereit erklärt, eine Anschubfinanzierung zu leisten. Vor dem Treffen in Hannover betont Bartels: „Der Minister hat eine erhebliche Förderung des Verfahrens zugesagt. Insofern gehen wir davon aus, dass er ein Interesse hat, uns bei der Entschärfung des Konflikts zur Seite zu stehen.“

Vonseiten der Deutschen Bahn heißt es: „An der Bewältigung der noch offenen Punkte haben wir bis zuletzt partnerschaftlich mit allen Beteiligten intensiv zusammengearbeitet. Wir sind überrascht, dass das Projekt jetzt als gescheitert betrachtet und die Schuld öffentlich bei den Bahnunternehmen verortet wird.“ Zur Klärung werde das direkte Gesprächs mit den Landkreisen und der Region Hannover gesucht. Kommt der Zug also doch wieder in Fahrt?

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