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Stelle wird nicht neu besetzt

Landkreis verzichtet auf Integrationsbeauftragten

HAMELN-PYRMONT. Die Verwaltung des Landkreises Hameln-Pyrmont hat nicht vor, die seit Oktober vakante Stelle des Integrationsbeauftragten neu zu besetzen. Dies bestätigt Dezernentin Nina Weißer auf Anfrage der Dewezet. Die Aufgaben des einstigen Integrationsbeauftragten würden jetzt an anderer Stelle „abgedeckt“.

veröffentlicht am 26.06.2017 um 18:28 Uhr
aktualisiert am 27.06.2017 um 16:05 Uhr

Das „Team Flüchtlingssozialarbeit“ deckt der Kreisverwaltung zufolge viele Aufgaben des einstigen Integrationsbeauftragten ab. Foto: Kreisverwaltung/Pr
Philipp Killmann

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Philipp Killmann Reporter zur Autorenseite
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„Zum jetzigen Zeitpunkt sehen wir davon ab, die Stelle neu zu besetzen, da wir keine Parallelstruktur schaffen wollen“, sagt die Dezernentin. Denn: Die „direkte Kontaktaufnahme“ würde inzwischen viel von der im Juli 2014 ins Leben gerufenen „Koordinierungsstelle Migration und Teilhabe abgedeckt werden. Diese bestand damals zunächst aus einer Stelle in Person des damaligen Integrationsbeauftragten Feyzullah Gökdemir. Zudem werde die Arbeit der Koordinierungsstelle wiederum durch das 2015 gebildete „Team Flüchtlingssozialarbeit“ ergänzt.

Die Flüchtlingssozialarbeiter sind auf einzelne Städte und Gemeinden des Landkreises aufgeteilt. Dort bieten sie Sprechzeiten und Hausbesuche für Flüchtlinge und ehrenamtliche Mitarbeiter an. Sie führen „Willkommensgespräche mit Flüchtlingen“, unterstützen sie bei der Kontaktaufnahme mit der Agentur für Arbeit oder Ärzten. Ferner vermitteln sie Deutschkurse und Integrationslotsen oder beraten beim Familiennachzug.

Anscheinend liegt der Fokus des Landkreises bei der Integrationsarbeit inzwischen auf Flüchtlingen, anstatt auf Bürgern mit Migrationshintergrund, die schon jahrelang in Deutschland leben oder hier geboren sind. Aber dies will der Landkreis so nicht sehen. Das Kreishaus verweist auf Integrationsmanager, die sich um Teilhabe und Migration in den Rathäusern kümmern. „Erfahrungsgemäß wird hier allerdings nur bedingt der Bedarf bei Menschen (mit Migrationshintergrund) gesehen, die hier geboren sind und sich zumeist gut auskennen“, so Kreissprecherin Sandra Lummitsch. „Geht es bei ihnen beispielsweise um Fragen zur Aufenthaltserlaubnis oder Einbürgerung steht auch das Team Zuwanderung im Kreishaus für Fragen zur Verfügung.“

Nina Weißer verweist zudem auf den Migrationsrat des Landkreises. Auch er diene ja als Ansprechpartner. Öffentlich ist der Migrationsrat bislang aber kaum in Erscheinung getreten. Schon seine turnusmäßige Neubildung im November hatte sich mangels Wähler, wie berichtet, als äußerst schwierig erwiesen.

Dazu kommt, dass die aus zwei Personalstellen bestehende „Koordinierungsstelle“ schon seit einiger Zeit nur noch zur Hälfte besetzt ist. „Momentan ist allerdings davon auszugehen, dass hier zeitnah nachbesetzt wird“, so Lummitsch auf Anfrage.

Trotzdem hält sich die Kreisverwaltung für gut aufgestellt. „In Anbetracht der Tatsache, dass wir bis zum Jahr 2015 ,nur‘ die eine Stelle des Integrationsbeauftragten hatten und inzwischen einen Stellenausbau für Integrationsaufgaben in dem beschriebenen Ausmaß vorgenommen haben, sehen wir uns der Bewältigung dieser Aufgaben insofern grundsätzlich gewachsen“, führt Sprecherin Lummitsch aus.

Mein Standpunkt
Philipp Killmann
Von Philipp Killmann

Der Name „Koordinierungsstelle“ sagt es schon: Es wird koordiniert. Überspitzt formuliert, vom Elfenbeinturm aus – und mit dem Fokus auf Flüchtlingsarbeit. Migrationshintergrund haben aber nicht nur Flüchtlinge, sondern auch Bürger, die hier seit Jahren leben oder geboren sind. Ein gut vernetzter und vor allem präsenter Ansprechpartner – „auf der Straße“ – in Person eines Integrationsbeauftragten für alle darf deshalb nicht fehlen.

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