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Familie von Schöning wird das Schloss nach Sanierung betreiben

Land übernimmt die Marienburg

STADTHAGEN/PATTENSEN. Das Land Niedersachsen will die Marienburg in Pattensen zum Jahreswechsel übernehmen. Das 130-Zimmer-Schloss ist Stammsitz der Welfen und befindet sich derzeit noch im Besitz von Ernst August Prinz von Hannover jun.
Bewirtschaftet werden soll der Adelssitz künftig von der Stadthäger Familie von Schöning (Remeringhausen) sowie der Familie von Hardenberg (Nörten Hardenberg).

veröffentlicht am 28.11.2018 um 16:42 Uhr
aktualisiert am 28.11.2018 um 20:20 Uhr

Schloss Marienburg. Foto: dpa/Patrice Kunte,

Mit ihnen hat sich das federführende Kulturministerium auf einen Pachtvertrag verständigt, wie die Schaumburger Nachrichten aus Kreisen der Landespolitik erfuhren. Zwischen Landesregierung und dem Haus Hannover hatte es in den vergangenen Monaten intensive Gespräche gegeben. Dabei ging es im Kern um die Frage, wie das Schloss auch in Zukunft der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden kann. Hintergrund ist der große Investitionsbedarf, der für den Erhalt der Marienburg erforderlich ist. Dem Vernehmen nach müssen für Sanierungsarbeiten in den nächsten Jahren rund 28 Millionen Euro veranschlagt werden. Das Haus Hannover sieht sich dazu finanziell nicht in der Lage. Bund und Land haben umfassende Finanzhilfe zugesagt, um das marode Schloss zu retten.

Nach Informationen der SN hat sich die Landesregierung deshalb entschlossen, die geschichtsträchtige Immobilie für einen symbolischen Euro zu übernehmen. Dieses soll aber nicht direkt, sondern aus rechtlichen Gründen über ein Tochterunternehmen der Klosterkammer Niedersachsen geschehen. Das Kulturministerium wollte sich dazu auf Anfrage nicht äußern, eine Sprecherin verwies stattdessen auf eine für den heutigen Donnerstag geplante Pressekonferenz auf der Marienburg. An ihr werden Ernst-August Prinz von Hannover jun. und auch Minister Björn Thümler teilnehmen. Für den Betrieb der Marienburg – Veranstaltungen, Museum und Gastronomie – hat sich das Land bereits Partner gesucht. Dabei fiel die Wahl auf die Familien von Schöning und von Hardenberg. Sie sollen gemeinsam Pächter werden.

Die Hardenbergs nennen neben der bekannten Schnapsfabrik auch ein Schloss, ein Luxushotel, einen Golfplatz und große Forst-und Ackerflächen ihr Eigen. Die Schönings haben auf dem Rittergut Remeringhausen in den vergangenen Jahren unternehmerisch viel bewegt: unter anderem regelmäßige Veranstaltungen wie British Weekend, das Parkfestival Romantic Garden und zuletzt den Novemberklüngel. Zum Besitz gehören auch hier landwirtschaftliche Flächen.

Gemeinsam mit der Familie Hardenberg sollen Tania und Nicolaus von Schöning die Marienburg bewirtschaften. Foto: pr.
  • Gemeinsam mit der Familie Hardenberg sollen Tania und Nicolaus von Schöning die Marienburg bewirtschaften. Foto: pr.

Seit der Hochzeit zwischen Charlotte von Schöning und Carl von Hardenberg jun. vor einem Jahr gibt es auch privat enge Bindungen zwischen den beiden Familien. Nicolaus von Schöning, der das Rittergut zusammen mit seiner Ehefrau Tania führt, wollte sich am Mittwoch auf Anfrage noch nicht zu den geplanten Aktivitäten in der Region Hannover äußern.

Information

Marienburg erhält Millionenbetrag von Bund und Land

An der Sanierung von Schloss Marienburg beteiligen sich Bund und Land mit insgesamt 27 Millionen Euro. Das berichtet die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ („HAZ“). Niedersachsens Kulturminister Björn Thümler (CDU) und Schlossherr Ernst August von Hannover wollen Details der Vereinbarung am Donnerstag in der Marienburg bei Pattensen südlich von Hannover bekanntgeben. Wie bereits Anfang November bekannt wurde, beteiligt sich der Bund mit 13,6 Millionen Euro an den Arbeiten zum Erhalt der 1867 fertiggestellten Sommerresidenz der Welfen. Üblich ist eine Ko-Finanzierung des Landes. König Georg V. von Hannover hatte die Marienburg seiner Ehefrau Marie zum Geburtstag geschenkt.

Das Schloss auf einer Anhöhe zieht jährlich rund 200 000 Besucher aus dem In- und Ausland an. Bei den Führungen ist derzeit auch die Jubiläumsausstellung „200 Jahre Marie und Georg von Hannover“ zu besichtigen. Dem „HAZ“-Bericht zufolge sollen auch Sponsoren die Sanierung unterstützen. dpa



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