weather-image
28°
Gesetzeslagen sind in Bundesländern unterschiedlich / Arbeitnehmer müssen Kirchgang an Buß- und Bettag gestatten

Lärm und Kommerz an stillen Feiertagen verboten

Hameln-Pyrmont (HW). In Niedersachsen werden sie weitgehend noch hochgehalten, die gesetzlichen und stillen Feiertage wie Totensonntag, Volkstrauertag oder Buß- und Bettag. Doch das ist längst nicht in allen Bundesländern so. Was unter welchen Bedingungen an diesen Tagen möglich ist, regelt das jeweilige Feiertagsgesetz des einzelnen Bundeslandes. In Niedersachsen beispielsweise sind alle Veranstaltungen untersagt, die mit Lärm und Kommerz verbunden sind. So musste die ursprünglich für den 21. November vorgesehene Partie der Fußball-Bundesliga zwischen Hannover 96 und dem Hamburger Sportverein vom Spielplan gestrichen werden, weil die Deutsche Fußball Liga (DFL) den Totensonntag und die für Niedersachsen geltenden Bestimmungen missachtet hatte. Die Hanseaten treffen nun einen Tag früher, am Samstag, 20. November, 15.30 Uhr, in der AWD-Arena auf das Slomka-Team. Kurzfristig ist deshalb die Begegnung St. Pauli gegen VfL Wolfsburg verschoben worden, die nun ebenso wie die Partie zwischen dem VfB Stuttgart und dem 1. FC Köln als Sonntagsspiel ausgetragen wird. Der Grund: Sowohl in Hamburg als auch in Baden-Württemberg sind an stillen Feiertagen Veranstaltungen nach 13 Uhr gestattet, wenn auf Musik verzichtet wird.

veröffentlicht am 08.11.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 09:41 Uhr

Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

In Niedersachsen jedoch müssen aufgrund des geltenden Feiertagsgesetzes an Volkstrauertag und Totensonntag zu den üblichen Sonn- und Feiertagsregelungen weitere Einschränkungen beachtet werden. So sind Veranstaltungen in Räumen mit Schankbetrieb ab 5 Uhr morgens untersagt, wenn sie über den Schank- und Speisebetrieb hinausgehen, also Musik und Tanz zum Inhalt haben. Auch öffentliche Sportveranstaltungen, die mit Musik oder Festveranstaltungen verbunden werden, sind verboten, weshalb 96 nicht am Totensonntag spielen darf. Gestattet bleiben jedoch alle sonstigen öffentlichen Veranstaltungen, die einem höheren Interesse der Kunst, Wissenschaft oder Volksbildung dienen und auf den ernsten Charakter des jeweiligen Feiertages Rücksicht nehmen.

Der Buß- und Bettag, der am Mittwoch, 17. November, begangen wird, ist hingegen in Niedersachsen kein gesetzlicher Feiertag mehr. An diesem Tag wird gearbeitet und produziert, laufen in den Unternehmen die Maschinen. Arbeitgeber allerdings sind vom Gesetz her verpflichtet, Arbeitnehmern an diesem „stillen Feiertag“ für den Kirchgang freizugeben. „Mir ist kein Fall bekannt, dass jemals ein Angestellter von diesem Recht Gebrauch gemacht hat“, sagt Dieter Mefus, Geschäftsführer des Arbeitgeberverbandes der Unternehmen im mittleren Weserbergland (AdU).

Und darauf haben sich inzwischen auch die Kirchengemeinden eingerichtet. „Wir gestalten unsere Gottesdienste am Buß- und Bettag so, dass sie arbeitnehmerfreundlich sind. Für Erwachsene finden sie in den Abendstunden statt. Das entscheidet jedoch jede Gemeinde autark“, berichtet Pastorin Annette Lehmann als Stellvertreterin des Superintendenten. Lediglich Schulgottesdienste fänden vormittags statt.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare