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Kasseler Unternehmen kündigt Kauf des US-Konzerns Morton Salt für 1,675 Milliarden Dollar an

K+S wird der weltgrößte Salzhersteller

Frankfurt/Hameln-Pyrmont (rtr/HW). Die Anrainerkommunen und Landkreise in Hessen, Thüringen und Niedersachsen kämpfen am Runden Tisch noch immer ohne bisherige Einigung gegen die steigende Salzbelastung der Weser durch den Kasseler Düngemittelhersteller K+S. Derweil ließ das Unternehmen gestern mit der Ankündigung des größten Zukaufs seiner Firmengeschichte aufhorchen. Für rund 1,675 Milliarden Dollar in bar erwirbt K+S den US-Konzern Morton Salt und steigt damit zum weltweit führenden Salzproduzenten auf. Verkäufer ist Rohm & Haas, eine Tochter des US-Chemieriesen Dow-Chemical. „Das ist eine exzellente Wachstumschance für unser weltweites Salzgeschäft“, erklärte K+S-Chef Norbert Steiner. Mit Morton baue K+S seine Position in den USA deutlich aus und überhole mit einer Produktionskapazität von dann rund 30 Millionen Tonnen die bislang weltweit führende China National Salt.

veröffentlicht am 02.04.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 00:21 Uhr

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K+S will die Übernahme mit Schulden finanzieren

An der Börse kam die Nachricht gut an: Die im Dax notierte K+S-Aktie legte gestern um mehr als vier Prozent auf 36,35 Euro zu. „Wir glauben, dass der Zukauf eine gute Nachricht für K+S ist angesichts der vergleichsweise hohen Margen von Morton und des Synergiepotentials in Nordamerika“, kommentierten Aktien-Analysten das beabsichtigte Geschäft.

K+S rechnet mit Einsparungen unter anderem in der Logistik in Nord- und Südamerika sowie durch die gemeinsame Nutzung von Salzmarken, die die Marketingkosten reduziert. Verkäufe von Geschäftsteilen sind nicht geplant. Zwischen K+S und Morton gebe es nur geringe Überschneidungen auf den Absatzmärkten, sagte Steiner. Zusammen kommen beide Konzerne auf einen Jahresumsatz von 5,6 Milliarden Euro und auf über 15 000 Beschäftigte. K+S ist mehr als vier- mal so groß wie Morton.

Die 1848 gegründete Morton Salt mit Sitz in Chicago besitzt eine Reihe von Produktionsstätten in den USA und Kanada und verfügt über ein landesweites Vertriebsnetz. Das Unternehmen stellt Speise-, Gewerbe- und Streusalze her und ist K+S zufolge in den USA die Nummer eins. 2008 setzte Morton Salt rund 1,22 Milliarden Dollar um und kam auf einen Gewinn vor Zinsen und Steuern von 221 Millionen Dollar.

Compass-Kauf ist vom Tisch

Der Anteil des Salzgeschäfts am K+S-Umsatz verdoppelt sich mit Zukauf auf 25,8 Prozent. Der größte Umsatz- und Gewinnbeitrag kommt aber mit Abstand aus dem Geschäftsfeld Kali- und Magnesiumprodukte. Das Unternehmen ist der weltweit viertgrößte Kali-Produzent.

K+S hat sein Salzgeschäft in den vergangenen Jahren deutlich ausgebaut. So stieg der Konzern 2004 mit Übernahme des Salzgeschäfts des belgischen Pharma- und Chemiekonzerns Solvay zum führenden europäischen Produzenten auf. 2006 wagte K+S den Schritt nach Südamerika und übernahm für rund 480 Millionen Dollar SPL aus Chile, die Nummer eins unter den Salzherstellern der Region. K+S will die Morton-Übernahme vollständig über Schulden finanzieren. Bis zu 1,4 Milliarden Euro haben sich die Kasseler über die Banken Societe Generale, Dresdner Kleinwort, und UniCredit gesichert. Steiner rechnet mit einem Abschluss der Transaktion bis zur Jahresmitte. „Morton Salt ist ein profitables Unternehmen, das hohe Cashflows generiert und uns operative Synergiepotenziale eröffnet“, sagte Steiner, der keine kartellrechtlichen Einwände gegen die Transaktion erwartet. Morton soll ab 2010 zum Gewinn je Aktie beisteuern. Wie viele Schulden Morton mitbringt, teilte K+S nicht mit. Die voraussichtlichen Kosten für die Integration seien „absolut überschaubar“, sagte der Vorstandschef lediglich.

K+S sieht jedoch nach dem Kauf von Morton Salt weitere Übernahmen in den USA als kartellrechtlich problematisch an. „Compass ist damit im Grunde genommen vom Tisch“, erklärte Steiner gestern. Anfang März war aus K+S-Kreisen verlautet, dass das Kasseler Unternehmen ein Angebot für den US-Salz- und Spezialdüngerproduzenten Compass Minerals erwägt.

An seiner Wachstumsstrategie im Düngemittelbereich will K+S aber auch nach dem Milliardenzukauf im Salzbereich festhalten. Der Zugriff auf weitere zusätzliche Kali-Kapazitäten sei derzeit aber nicht durch Akquisitionen zu realisieren, sagte Steiner.

Gegen die steigende Salzbelastung der Weser durch den Kasseler Düngemittelhersteller K+S kämpfen derzeit die Anrainerkommunen und Landkreise in Hessen Thüringen und Niedersachsen.

Foto: wal



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