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Falsche Polizisten bringen Senioren um fünfstelligen Euro-Betrag

Kriminelle kennen keinen Urlaub

WESERBERGLAND. Für viele Bürger hat die schönste Zeit des Jahres angefangen: Ferien, Urlaub, Erholung vom Alltagsstress. Doch auch Diebe und Betrüger lieben die Sommerferien: Sie nutzen bevorzugt Zeiten, in denen besonders viele Menschen unterwegs sind, um leicht an Beute zu kommen.

veröffentlicht am 28.06.2017 um 17:17 Uhr
aktualisiert am 28.06.2017 um 17:55 Uhr

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Autor:

Meike Schaper und Frank Neitz
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Und Betrüger selbst scheinen keinen Urlaub zu machen. Aktuell ist eine Betrugsmasche, mit der Kriminelle allein in dieser Woche zwei in Bad Münder wohnende Opfer um mehrere Tausend Euro gebracht haben.

Was also tun, um nicht negativ überrascht zu werden, wenn man aus der Ferne zurück nach Hause kommt? Auf keinen Fall sollten Urlauber ihre Abwesenheit auf ihrer Facebook-Seite oder über Twitter ankündigen. Denn auch Einbrecher können sich auf diese Weise leicht über leer stehende Häuser und Wohnungen informieren. Selbst wenn die Adresse in ihrem persönlichen Profil nicht genannt wird, ist sie übers Internet oft trotzdem leicht zu finden.

Eine weitere Betrugsmasche, die nicht Reisende, sondern vor allem ältere Menschen betrifft, macht auch wieder im Weserbergland von sich reden. In den vergangen Tagen erhielten einige Bürger im Landkreis Hameln-Pyrmont Anrufe von angeblichen Polizeibeamten. Auch wenn die zurückliegenden Warnhinweise der Polizei offenbar Wirkung gezeigt haben, waren Kriminelle in mindestens zwei Fällen erfolgreich.

Während einige Anrufer vorgewarnt waren, skeptisch wurden und auflegten, wurden zwei Frauen aus Bad Münder um einen fünfstelligen Eurobetrag gebracht. Am Montag folgte eine 78-Jährige den Anweisungen eines angeblichen Polizeibeamten und legte einen hohen Bargeldbetrag in einer Tasche vor der Haustür ab (wir berichteten).

Nur einen Tag später wurde eine 89-Jährige hereingelegt – erneut eine Bad Münderanerin, wieder mit der gleichen Masche. Ein falscher Polizeibeamter erläuterte der Seniorin am Telefon, dass die Polizei mit ihrer Hilfe einer Einbrecherbande das Handwerk legen könne. Er bat sie hierzu, einen Stoffbeutel mit einer größeren Summe Bargeld vor die Haustür zu stellen. Sowie Kriminelle den Beutel an sich nehmen, sollten auf der Lauer liegende Polizeibeamte die Täter dingfest machen, gaukelte der Anrufer seinem Opfer vor.

Der angebliche Polizist erklärte der Frau sogar, wie sie sich in einer Bank gegenüber Angestellten verhalten sollte, wenn bezüglich der Abhebung angesprochen werde. Die 89-Jährige folgte den Anweisungen, hob einen fünfstelligen Eurobetrag ab und legte wie verlangt den Stoffbeutel mit dem Geld ab.

Als später niemand mehr anrief, schaute die Seniorin nach. Das Geld war weg. Sie rief die richtige Polizei an. Ähnliche Anrufe sollen sechs weitere Personen (73 bis 92 Jahre) aus Bad Münder erhalten haben, teilte Polizeihauptkommissar Jörn Schedlitzki mit. Die Angerufenen seien den falschen Polizisten jedoch auf die Schliche gekommen und legten auf, so der Polizeisprecher. Mit dem gleichen Trick sollten bereits im Mai zwei in der Hamelner (82 und 74 Jahre) betrogen werden. Auch diese Senioren schöpften Verdacht und beendeten die Gespräche abrupt.

Die Polizei Hameln-Pyrmont/Holzminden rät daher erneut, niemals telefonisch persönliche Daten an Unbekannte weiterzugeben, auch nicht, wenn diese sich als Polizeibeamte ausgeben. Bei Zweifeln die örtliche Polizei kontaktieren oder den Notruf 110 wählen.

Information

Tipps

Täuschen Sie Anwesenheit vor. Nutzen Sie Zeitschaltuhren, um Innenräumen in Intervallen zu beleuchten. Auch der Einsatz von „Fernsehsimulatoren“ kann Kriminellen den Anschein vermitteln, dass sich jemand im Haus befindet.

  • Bitten Sie Freunde oder Nachbarn, den Briefkasten zu leeren. Sie können auch den Lagerservice der Post nutzen.
  • Stellen Sie ihre Klingel ab. Viele Einbrecher testen, ob jemand zu Hause ist. Bei einer abgestellten Klingel erhält der Einbrecher keine Information.
  • Falls Sie eine Alarmanlage besitzen, informieren Sie Nachbarn, wenn Sie für eine längere Zeit abwesend sind und geben Sie eine Erreichbarkeit an.
  • Sprechen Sie auf Ihren Anrufbeantworter keinesfalls eine Nachricht, dass Sie sich im Urlaub befinden. Auch in sozialen Netzwerken sollten Sie dies nicht preisgeben.
  • Wertsachen wie Schmuck, Sparbücher und Dokumente sollten Sie in einem Tresor aufbewahren oder bei Ihrer Bank einschließen lassen.
  • Auch an den Flughäfen lauern Einbrecher und schauen auf Kofferanhängern nach Adressen, wo sich ein Einbruch wegen Abwesenheit der Bewohner lohnen könnte. Verwenden Sie daher zusammenklappbare Anhänger, damit Ihre Wohnanschrift nicht für jeden sichtbar ist.
  • Bringen sie Leitern, Mülltonnenoder Gartenmöbel möglichst im Geräteschuppen, in der Garage oder im Keller unter. Diese Gegenstände werden sonst von Einbrechern als Einsteighilfe benutzt.red


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