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Energieversorger Westfalen Weser sucht Beteiligungen an Stadtwerken

Kriegskasse ist gut gefüllt

PADERBORN. Beim Energieversorger Westfalen Weser (WWE) ist der Gewinn nach Steuern um knapp 45 Prozent eingebrochen. WWE-Geschäftsführer Dr. Stephan Nahrath spricht für 2015 dennoch von einem „erfolgreichen Geschäftsjahr“. Das Unternehmen will sich strategisch klug vergrößern und sich auch an Stadtwerken beteiligen.

veröffentlicht am 29.06.2016 um 16:40 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 12:56 Uhr

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Thomas Thimm

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Thomas Thimm Stv. Chefredakteur zur Autorenseite
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Die im Juli 2013 gegründete Westfalen Weser Energie (WWE) weist für das Geschäftsjahr 2015 nur noch einen Überschuss von 43 Millionen Euro aus – im Vorjahr sind es noch gut 77 Millionen Euro gewesen. WWE-Geschäftsführer Dr. Stephan Nahrath sprach nichtsdestotrotz von einem „erfolgreichen Geschäftsjahr“ und „erfreulichen Ergebnissen“.

Westfalen Weser hat im vergangenen Jahr mit 6,9 Milliarden Kilowattstunden (TWh) weniger Strom abgesetzt als im Vorjahr mit 7,1 TWh. Dafür wurde mehr Erdgas durch die Netze der Westfalen Weser Netz GmbH an die Verbraucher geleitet – 4,6 TWh Erdgas (Vorjahr 4,3 TWh). In Bad Lippspringe, Borchen, Paderborn und Minden flossen 13 Millionen Kubikmeter (Vorjahr 14,8) Wasser durch die Rohre des Unternehmens. Das Wassergeschäft in Minden wurde zum 1. Juli 2015 an die Stadtwerke Minden abgegeben.

Die WWE ist als kommunales Unternehmen zu 100 Prozent im Besitz von 48 Kommunen und Landkreisen im Weserbergland, in Ostwestfalen-Lippe und im nördlichen Sauerland. WWE steuert als Holding die Unternehmensgruppe mit den operativen Tochterunternehmen Westfalen Weser Netz GmbH und Energieservice Westfalen Weser GmbH.

Der Geschäftsverlauf im Jahr 2015 war nach Nahraths Darstellung „vom wirtschaftlichen und strategischen Ausbau der Unternehmensgruppe und der weiteren Festigung der internen Prozesse“ bestimmt. „Die vertriebliche Neuausrichtung der Energieservice Westfalen Weser sowie die Schärfung der Strategie des Konzerns als Dienstleister insbesondere für kommunale Kunden waren dabei spezifische Handlungsschwerpunkte“, sagt Nahrath. „In einer strategischen Diskussion mit den kommunalen Anteilseignern haben wir den Ausbau des Beteiligungs- und Dienstleistungsbereiches als Fokus für Wachstum identifiziert“. WWE möchte sich strategisch klug vergrößern: So will das Unternehmen in den Erwerb, Ausbau und Betrieb von Strom- und Erdgasnetzen investieren, sich aber auch an Stadtwerken beteiligen. Einen entsprechenden Vorstoß gab es bereits im letzten Jahr in Richtung Stadtwerke Hameln – doch aus dem Vorhaben ist bis heute nichts geworden, vor allem deshalb, weil sich die Hamelner Seite nicht verhandlungsbereit zeigt.

Finanziell rüstet sich WWE dennoch für ein breit gefächertes Invest-Portfolio: Im Geschäftsjahr 2015 hat WWE Schulden in Höhe von 100 Millionen Euro abgebaut. Für das kommende Geschäftsjahr 2017 werden in derselben Größenordnung von etwa 100 Millionen Euro erhebliche Liquiditätszuflüsse für die Gruppe erwartet – zum einen 40 bis 50 Millionen Euro aus dem erwarteten Verkauf des Mindener Gasnetzes an die Stadtwerke Minden, zum anderen erwartet WWE 50 bis 60 Millionen Euro Erlöse aus Beitritten neuer Gesellschafter über Kapitalerhöhungen. Vor diesem Hintergrund sollen ergänzend zum regional begrenzten Netzgeschäft Investitionen in Erneuerbare Energien, in Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen und auch in den Breitbandausbau geprüft werden. Solche Investitionen und Beteiligungen sollen künftig in der Westfalen Weser Beteiligungen GmbH gebündelt werden, die sich derzeit in Gründung befindet. Die sogenannte Kriegskasse ist mit 100 Millionen Euro gefüllt.



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