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Ehemalige Spiegelbergschule ist verschenkt worden

Kreis-Immobilie als Präsent

COPPENBRÜGGE/HAMELN. Ein großzügiges Präsent hat in der letzten Kreistagssitzung dieses Jahres der Landkreis Hameln-Pyrmont dem Träger der Freien Schule Weserbergland gemacht: Der legte der Kreistag immerhin eine komplette Schule auf den Gabentisch.

veröffentlicht am 19.12.2017 um 17:35 Uhr
aktualisiert am 19.12.2017 um 19:00 Uhr

Selbstständiges Lernen und Experimentieren – wie hier im Raum „Stiller Ozean“ – steht an der Freien Schule im Fokus. Foto: Dana
Joachim Zieseniß

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Joachim Zieseniß Reporter Bodenwerder zur Autorenseite
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Kurzum: Der Landkreis Hameln-Pyrmont hat das Grundstück der ehemaligen Spiegelbergschule an der Schulstraße 1 in Coppenbrügge in Größe von 4211 Quadratmetern unentgeltlich an den Verein „Rahmengeber und Perlentaucher e. V.“ übergeben. Wert im Kreisverzeichnis: 357 875 Euro. Bereits in seiner Novembersitzung hatte der Kreisausschuss den Beschluss gefasst, die Verwaltung zu beauftragen, mit dem Trägerverein der Freien Schule Weserbergland eine unentgeltliche Übergabe der ehemaligen Spiegelbergschule zu verhandeln. Diese Verhandlungen mit dem Trägerverein sind zwischenzeitlich mit dem Ergebnis abgeschlossen worden, dass der Landkreis das Eigentum an der Spiegelbergschule unentgeltlich an den Trägerverein überträgt. Der Verein „Rahmengeber und Perlentaucher e. V“ muss nun nach dem Besitzübergang für alle erforderlichen Sanierungsmaßnahmen aufkommen. Eine Bezuschussung der Sanierungsmaßnahmen durch den Landkreis Hameln-Pyrmont wird es nicht geben.

Die Freie Schule mit ihrer besonderen pädagogischen Ausrichtung wurde im September 2014 eröffnet. Als Basis für das Konzept dienten reformpädagogische Ansätze von Marie Montessori, Rebeca und Mauricio Wild, Jean Frédéric Frenet, Jesper Juul und Rosenberg. Vernetztes Denken und selbstständiges Lernen stehen an der Freien Schule im Fokus. Derzeit wird die Grundschule von 44 Schülern besucht. Umgesetzt werden die curricularen Lerninhalte, die von der Landesschulbehörde vorgegeben sind, im Rahmen von Projekten und mittels vieler Lernmaterialien. Die Schule ist in freier Trägerschaft und somit auf das Schulgeld der Eltern angewiesen. Der Betrieb des Grundschulbereichs wird vom Land Niedersachsen bezuschusst.

Der Verein wurde gegründet, um als Schulträger die Errichtung und den Betrieb der Freien Schule Weserbergland voranzutreiben. Nach seiner Satzung verfolgt der Verein ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige und mildtätige Zwecke. Auf Grundlage seiner Satzung darf der Verein als Gesellschafter allein oder mit weiteren natürlichen oder juristischen Personen eine gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung (gGmbH) gründen, die als Schulträger den Betrieb der Freien Schule Weserbergland dauerhaft gewährleistet. Im Falle einer Gründung einer gGmbH verbliebe das Eigentum am Grundstück beim Trägerverein. Bei der Schulübergabe an den Trägerverein wurde eine Zweckbindung vereinbart. Damit wird eine Nutzung für nicht steuerbegünstigte Zwecke oder ein möglicher Weiterverkauf der Immobilie durch den Trägerverein für andere Nutzungen oder bei Auflösung des Trägervereins ausgeschlossen. Um eine Nutzung ausschließlich für die Schulzwecke des Vereins zu garantieren, wird im Grundbuch vermerkt, dass andernfalls der Landkreis die Immobilie zurückerhält.

Zusätzlich zum Grundstück soll auch das in der alten Spiegelbergschule verbliebene Restinventar an den Trägerverein verschenkt werden. Hierbei handelt es sich im wesentlichen um die Ausstattung des Werkraums, die mit rund 8698 Euro veranschlagt wird. Der Landkreis hat hierfür keine Verwendung in seinen anderen Schulen.

Im laufenden Schuljahr werden in der Freien Schule Kinder in den Jahrgängen 1 bis 5 beschult. In den nächsten Jahren sollen schrittweise die Jahrgänge 6 bis 10 hinzukommen. Derzeit ist die Freie Schule Weserbergland noch Mieterin in der ehemaligen Spiegelbergschule in Coppenbrügge. Sechs Räume der Schule nutzt die pädagogische Einrichtung schon, zehn weitere will man künftig nach Sanierungen noch beziehen – plus Büro und Lager. Damit ist Coppenbrügge und der Landkreis Hameln-Pyrmont langfristig um eine weitere Schulform reicher. Kinder aus der Region, aber auch aus den Landkreisen Schaumburg, Alfeld und Holzminden besuchen die Freie Schule derzeit. Voranmeldungen für die Schule gibt es bereits bis zum Jahr 2021, versichert Sandra Richards,Initiatorin und Geschäftsführerin der pädagogischen Einrichtung.

Die Spiegelberg-Förderschule in Coppenbrügge war zur Mitte vorigen Jahres geschlossen worden. Die Schülerzahlen waren bereits seit Jahren rückläufig. Zum Schluss besuchten nur noch zwölf Schüler die Förderschule – die Mindestzahl, um eine Schule aufrechtzuerhalten. Diese Schülerzahl war langfristig aber nicht zu halten. Bereits 2013 hatte der Niedersächsische Landesrechnungshof dem Kreis die Schließung der Spiegelbergschule. nahe gelegt.

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