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Januar in Hameln-Pyrmont bis zur Monatsmitte um 4,8 Grad zu mild / Sibirische Kaltluft unterwegs

Kommt der Winter überhaupt noch in Fahrt?

Weserbergland. Laue Lüfte vom Atlantik seit Anfang Dezember, dazu viel Wind und immer wieder Regen, Regen, Regen: In den Straßenmeistereien reichen die Streusalzvorräte noch bis unter die Decke, und in der Natur herrscht allenthalben Frühlingserwachen.

veröffentlicht am 19.01.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 15:21 Uhr

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Autor:

Reinhard Zakrzewski
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Nicht nur die Pollen sind schon unterwegs, sondern auch die Wildgänse, die es viel zu früh aus ihren Winterquartieren zurück in den Norden zieht. Stellt sich zur Halbzeit der kalten Jahreszeit die Frage: Kommt der Winter überhaupt noch in Fahrt?

Nach dem um drei Grad zu warmen und zwei Drittel zu nassen Dezember war der Januar im Kreis Hameln-Pyrmont bis zur Monatsmitte um 4,8 Grad zu mild, wobei die Niederschläge bereits 88 Prozent vom üblichen Monatssoll erreicht hatten.

Wegen der Klimaerwärmung sind sehr milde und feuchte Winter seit Ende der 1980er Jahre keine Seltenheit mehr. Extrem frost- und schneearm waren die Winter 1888/89, 1999/2000 und zuletzt 2006/07. Noch etwas zahmer gab sich der sogenannte Winter 1974/75. Er war in Norddeutschland nicht nur der wärmste aller Zeiten, sondern mit weniger als fünf Schneedeckentagen (mindestens ein Zentimeter Höhe) auch gleichzeitig einer der schneeärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen.

In der Kategorie „Grün angestrichen“ wurde er allerdings noch von den Wintern 1972/73 (ein Schneedeckentag) und 2007/08 getoppt. Letzterer blieb in weiten Teilen Norddeutschlands völlig schneefrei.

Nach den übereinstimmenden Prognosen verschiedener internationaler Wetterdienste bleibt uns die auf nasskalt bis mild getrimmte atlantische Luftströmung weiterhin erhalten.

Zwar deuten einzelne Modellläufe gelegentlich eine Umstellung der Wetterlage zu kalten Verhältnissen an, doch sind diese winterlichen Varianten zumeist schnell wieder vom Tisch.

Winterfreunde können aber noch hoffen: Derzeit ist sibirische Kaltluft nach Nordwestrussland unterwegs. Würde sich der dazugehörige massive sibirische Hochdruckkeil mit dem Azorenhoch verbinden, könnte Väterchen Frost mit östlichen Winden schnell vor unserer Tür stehen. Vorläufig halten die strammen Westwinde beide Druckgebilde aber noch auf Distanz. Damit ist dem Sibirienexpress der Weg nach Mitteleuropa (noch?) versperrt.

Entsprechend findet der Winter, abgesehen von einigen Schneeregen und Graupelschauern am morgigen Freitag, bis auf weiteres nur in den Bergen oberhalb von etwa 600 bis 800 Meter statt. Die Region Weserbergland verbleibt – mit nur wenigen Temperaturschwankungen – bis weit in die kommende Woche hinein im windigen und nasskalten Bereich, mit Werten von etwa fünf Grad am Tag höchstens geringen Minusgraden in der Nacht.

Am Ende des Tages brauchen wir uns über einen ins Wasser gefallenen Winter gar nicht zu wundern. Denn schon unsere Vorfahren wussten es: „Dezember veränderlich und lind, der ganze Winter wird ein Kind.“



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