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Land verkauft die ehemalige Justizvollzugsanstalt in der Kreuzbreite

Knast gefällig? 175 000 Euro!

Bückeburg. Ausbruchsichere Fenster, Türen aus Stahl, Überwachungsanlagen, Dachrinnen oder ein kleiner Sportplatz mit hohem Stacheldraht umzäunt. Oder aber ein Tennisplatz im Innenhof, der von vier Seiten von Zellen umgeben ist. Das Land Niedersachsen verkauft einen Knast. In Bückeburg ist seit kurzem für 175 000 Euro die ehemalige Justizvollzugsanstalt an der Ahnser Straße im Angebot, die seit Ende 2011 nicht mehr genutzt wird. Einen Interessenten gebe es bereits, sagt der Sprecher der niedersächsischen Oberfinanzdirektion (OFD), Kai Bernhardt. Zur OFD gehört auch der Liegenschaftsfonds, der überflüssige Gebäude des Landes zu Geld macht. Und dazu gehört eben die alte JVA.

veröffentlicht am 14.06.2013 um 19:36 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 11:41 Uhr

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Angeboten wird der Knast als „Gewerbeobjekt mit hohem Sicherheitsstandard“, im Preis inbegriffen – außer 11 500 Quadratmeter Grundfläche: Großküche, Wäscherei, Hof mit Sportbodenbelag und Fahrzeugschleuse. Doch wer hat Interesse daran, sein Vermögen in ein altes Gefängnis zu stecken? „Über mögliche Käufer machen wir keine Angaben“, sagte der OFD-Sprecher. In der Regel spreche der Liegenschaftsfonds gezielt mögliche Interessenten an. Das könnten – je nach Gebäude – angrenzende Eigentümer sein, aber auch Vereine oder Verbände.

Auch bei der Stadt haben diverse Interessenten nachgefragt, wie Bürgermeister Reiner Brombach auf Anfrage mitteilte. Zu der beabsichtigten Nutzung habe sich keiner der Interessenten geäußert. Der Verkauf könne nur im Einvernehmen mit der Stadt über die Bühne gehen, sagte Brombach. Denn derzeit ist die Fläche als Sondergebiet ausgewiesen und müsste als Gewerbegebiet überplant werden.

Die ehemalige Justizvollzugsanstalt Bückeburg wurde bis zum 31. Dezember 2011 als Jugendarrestanstalt und Außenstelle der Jugendanstalt Hameln genutzt. Eine angedachte Sanierung und der Ausbau als Jugendarrestanstalt scheiterten damals an den Kosten, die auf mindestens sieben Millionen Euro beziffert wurden. Seitdem steht der Knast leer und wird nicht mehr genutzt.

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Das Objekt besteht aus einem Haupttrakt, einem Hausmeistergebäude, Werkstattgebäude sowie Garagen. Es wurde 1969 in Massivbauweise errichtet und entspricht nicht mehr den energetischen Anforderungen. Das Objekt verfügt ferner über eine Großküche mit Kühl- und Vorratsräumen sowie einem Mehrzweckfeld im Innenhof.

Bereits 2009 hatten sich hinter dem letzten Strafgefangenen die Türen der JVA von außen geschlossen, weil das Gebäude aus den siebziger Jahren nicht mehr den Sicherheits- und Bauanforderungen entsprach.

Die alte JVA an der Ahnser Straße hätte zwar mit 74 Zellen genügend Zimmer, um ein Hotel daraus zu machen. Aber wer will schon ernsthaft hinter Gittern in einer acht Quadratmeter großen Zelle ohne jeglichen Komfort übernachten?rc/lni



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