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Das Jahr 2018: Wetterextreme am laufenden Band

Klima wie in der Steppe

WESERBERGLAND. Ein einzigartiges Wetterjahr geht zu Ende. Die Kombination von extremer Trockenheit, zahlreichen Temperaturrekorden und einer geradezu mediterranen Sonnenscheindauer machten 2018 zu einem Jahrhundert-, wenn nicht sogar Jahrtausendereignis. Neben unfassbaren Bestmarken in Sachen Sommer- und Hitzetagen wurden auch bei den Regen- und heiteren Tagen (mindestens 1 mm Niederschlag, beziehungsweise 80 Prozent Sonne) in den Klimareihen erste oder zweite Plätze erobert.

veröffentlicht am 30.12.2018 um 17:42 Uhr

Die Sonne brannte 2018 unbarmherzig auf das Weserbergland.
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Autor

Reinhard Zakrzewski Reporter
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Januar – einer der wärmsten seit 20 Jahren.

Anhaltende Westwinde lassen im Weserbergland nur leichte Minusgrade zu. Pünktlich zum 11. Jahrestag von Orkantief „Kyrill“ sorgt „Friederike“ am 18. Januar für orkanartige Böen um 115 Stundenkilometer.

Februar- der Winter zeigt seine Zähne

Ergiebige Gewitterschauer waren 2018 eine Rarität..
  • Ergiebige Gewitterschauer waren 2018 eine Rarität..

Ein sogenannter Polarwirbelsplitt bringt im Februar eineUmstellung der Großwetterlage. Dies leitet letztendlich eine der längsten Trockenperioden in der Klimageschichte Deutschlands ein. Durch nördliche bis östliche Winden reihen sich 25 bis 26 Frosttage mit Tiefstwerten bis zu minus 11,2 Grad (Hameln/28. Februar) mit wenig Schnee und viel Sonnenschein aneinander.

März – der Winter geht in die Verlängerung

In den ersten Märztagen hält das strenge Frostwetter mit einer Schneedecke noch an, bevor kräftiges Tauwetter einsetzt. Ab Monatsmitte nimmt Väterchen Frost erneut Fahrt auf, was die aufkeimende Vegetation in ihrer Entwicklung um über zwei Wochen zurückwirft.

April – vom Winter in den Sommer

Im April setzt sich ein blockierendes Hoch über Osteuropa fest. So kann sehr warme Luft aus der Sahara Norddeutschland aus dem Winter direkt in den Sommer katapultieren. Unsere Region bringt es auf vier Sommertage und Hameln am 20. April auf 27,7 Grad.

Mai – Hitze und Trockenheit breiten sich aus

Im Mai bleiben die heißen Südwinde stabil. Örtlich entwickeln sich kräftige Gewittergüsse, die aber nur punktuell treffen. 14 Sommer-, darunter vier Hitzetage (mindestens 30 Grad), sorgen in den Freibädern für volle Kassen. Ein Wärmeplus von drei Grad macht den Mai zum mit Abstand wärmsten jemals.

Juni – unverändert warm und trocken

Am Südrand eines Skandinavienhochs dominiert im Juni eine östliche Strömung. Der böige und trockene Wind dörrt die Böden weiter aus. Ergiebige Gewitterschauer sind selten, sodass sich die Trockenheit in der Fläche weiter verschärft.

Juli – der Steppenmonat

Im für den Hochsommer wichtigen Siebenschläferzeitraum Anfang Juli hält das trockenwarme Wetter an. Sommer- und Hitzetage erreichen mit 23 beziehungsweise zwölf ihr Maximum. Die Vegetation trocknete weiter aus. In der Folge greifen Wald- und Flurbrände um sich. Pünktlich zu den Hundstagen setzt im letzten Monatsdrittel eine enorme Hitzewelle ein, die am 31. Juli für 35 Grad sorgt.

August – Dürre und Hitze halten an

Auch im ersten Augustdrittel bleiben die Temperaturen hoch. Heißluftattacken aus der Sahara bringen am 7. August die Toptemperaturen des Jahres von gut 37 Grad in Hameln. Danach sorgen Gewitterstörungen für etwas Erfischungen, aber kaum nennenswerte Niederschläge.

September – der Sommer startet erneut durch

Nach einer kleinen Delle Anfang September lässt der Dürresommer noch einmal die Muskeln spielen. Dabei markiert Exhurrikan „Helen“ den Höhepunkt der Wärmewelle. Auf seiner Vorderseite verbucht Hamelnam 18. September nochmals einen Hitzetag von 32 Grad.

Oktober – Noch ein goldener „Sommermonat“

Nach einem unterkühlten und recht feuchten Start rastet die auf Wärme, Trockenheit und Sonne getrimmte Wetterlage erneut ein. Erst am 15. Oktober verzeichnet die Region den letzten von bis zu vier Sommertagen. Das sind so viele wie noch nie, mit so hohen Werten wie noch nie (27,4 Grad/13. Oktober). Richtung Monatsende nahen endlich normale Temperaturen mit etwas Nachtfrost.

November – warten auf den großen Regen

Das Hoch über Osteuropa regeneriert sich und dehnte seinen Einfluss nach Norddeutschland aus. Fehlender Regen und die bis Monatsmitte ungewöhnliche Wärme trocken die Böden regional auf über einen Meter Tiefe aus. Erst in der letzten Woche stellen sich Nachtfröste ein.

Dezember – die Westwinde sind da

Pünktlich zum 1. Dezember kommen die ersehnten Atlantikwinde auf. Das erste Mal seit Anfang Mai sorgen sie für zu viel Niederschlag und Daergrau – aber kaum Schnee.

So wird 2018 – knapp hinter 2014 – als das zweitwärmste, eines der drei trockensten und sonnigsten Jahre in die Annalen eingehen.



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