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Bückeburger Anwohner droht, per Eilantrag die Mittelalter-Veranstaltung verbieten zu lassen

Kippt Gericht das Spectaculum?

BÜCKEBURG. Die Nachricht schlug in Bückeburg ein wie eine Bombe: Wie Veranstalter Gisbert Hiller berichtete, will ein Anwohner der Mausoleumswiese das „Mittelalterlich Phantasie Spectaculum“ (MPS) per Eilantrag gerichtlich unterbinden lassen: „Ein einzelner Nachbar des Geländes möchte das MPS Bückeburg unbedingt verhindern und verbieten lassen“, schrieb Hiller auf seiner Facebook-Seite. Wie geht es also weiter?

veröffentlicht am 21.06.2017 um 18:17 Uhr

Das Mittelalter-Spektakel in Bückeburg wird jedes Jahr von Tausenden Gästen besucht. Viele davon sprechen sich via Facebook für den Fortbestand der Großveranstaltung aus. Foto: JP
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Johannes Pietsch Reporter zur Autorenseite
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Der Anwohner hatte sich mehrmals an das Ordnungsamt des Landkreises Schaumburg wie auch an die Hofkammer als Vermieterin mit dem Anliegen gewandt, die Beeinträchtigungen der Anlieger des Veranstaltungsgeländes weiter zu reduzieren. Seine Kernforderung lautete, sämtliche Musikdarbietungen auf der Mausoleumswiese zu unterbinden und alle Bühnen auf der westlich des Mausoleumswäldchens gelegenen Seite des Geländes in Richtung Bundestraße 83 zu verlagern.

Gegenüber der Hofkammer kündigte er dann am 1. Juni schriftlich an, es bleibe ihm „nichts anderes übrig, als selbst tätig zu werden, also die Veranstaltung gerichtlich zu stoppen“, da man mit den Kernforderungen beim Landkreis nicht durchdringe und sich die Hofkammer als Vermieterin für nicht zuständig erkläre. Ob ein entsprechendes Verfahren inzwischen tatsächlich anhängig ist, ist derzeit jedoch weder beim Landkreis noch bei der Fürstlichen Hofkammer oder der Stadt Bückeburg bekannt.

Als Reaktion auf die Nachricht Hillers schnellte die Zahl der Unterstützer der vor einem Jahr von dem Bückeburger Uwe Grabsch ins Leben gerufenen Facebook-Gruppe „Pro MPS Bückeburg“ von rund 3500 binnen weniger Stunden auf über 8700 empor. In einem Beitrag appellierte die Gruppe an alle Fans und Besucher des „Mittelalterlich Phantasie Spectaculums“, für möglichst viel Öffentlichkeit zu sorgen und den Fall bei Politikern, Behörden und ganz allgemein in der Bevölkerung publik zu machen. Vor allem die Bückeburger Parteien stünden jetzt in der Pflicht, zu ihrem Wort zu stehen, da sie sich ohne Ausnahme kurz vor der Kommunalwahl im September vergangenen Jahres für die Unterstützung des Spectaculums ausgesprochen hatten.

„Das Mittelalterliche Phantasie Spectaculum ist eine tolle Veranstaltung, die wir in Bückeburg auf jeden Fall halten und unterstützen wollen!“, schrieb die CDU Bückeburg auf ihrer Facebook-Seite. „Wir bleiben am Ball und unterstützen mit allen politischen Möglichkeiten das Mittelalterlich Phantasie Spectaculum“, lautete auch die Stellungnahme der Sozialdemokraten. Ratsherr Andreas Paul Schöniger von „WIR für Bückeburg“ erneuerte die von seiner Gruppe erhobene Forderung nach einem runden Tisch mit Veranstalter, Anwohnern und Fans des Spectaculums. „Aussitzen kann nicht das Ziel, der Dialog könnte eine Lösung sein.“

Bei einem Ortstermin mit dem Veranstalter, Behördenvertretern, Mitarbeitern der Fürstlichen Hofkammer sowie der Polizei und der Feuerwehr zeigten sich alle Beteiligten einig darin, das Spectaculum unter Einhaltung der Emissionsbestimmungen auf jeden Fall stattfinden zu lassen. Veranstalter Hiller schlug vor, während der Musikdarbietungen an mehreren Punkten Schallmessungen vorzunehmen. Auch soll moderne Lautsprechertechnik dafür sorgen, dass der Schall ausschließlich im Publikumsbereich abgestrahlt wird.

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