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Suche für Lippmann-Nachfolge läuft streng geheim / Parteien nach wie vor in der Findungsphase

K-Frage noch immer ungelöst

Hameln. In einem halben Jahr, am Sonntag, 25. Mai, dem Tag der Europawahl, sollen die Hamelner auch an die Urnen gerufen werden, um einen neuen Oberbürgermeister zu wählen. So jedenfalls hat es der Rat einmütig beschlossen, um den defizitären Haushalt nicht mit zusätzlichen Kosten für einen weiteren Wahlgang zu belasten. Doch ein Kandidat oder eine Kandidatin für den Chefsessel im Rathaus der Rattenfängerstadt ist weit und breit noch nicht in Sicht. Die Parteien sind nach wie vor in der Findungsphase, überlegen, wen sie als Bewerber oder eine Bewerberin oder ob sie überhaupt einen eigenen Kandidaten ins Rennen schicken sollen. Und agieren dabei streng geheim. Fest steht bislang nur, dass sich Amtsinhaberin Susanne Lippmann einer Wiederwahl nicht stellt.

veröffentlicht am 27.11.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 03:21 Uhr

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Autor:

Hans-Joachim Weiß und Christa Koch
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Für November hatten die Christdemokraten die Kandidaten-Kür angekündigt, aber daraus wird nichts, wie CDU-Stadtverbandsvorsitzender Michael Vietz erklärt. „Es wird Mitte Dezember werden“, kündigt der frisch gebackene Bundestagsabgeordnete jetzt an und begründet die Verschiebung mit den laufenden Haushaltsberatungen im Hamelner Rat. Deshalb habe sich noch kein Termin für eine Vorstandssitzung der Partei finden lassen.

Aus gut unterrichteten CDU-Kreisen heißt es, dass alles darauf hinaus laufe, Fraktionschef Claudio Griese zu benennen. Doch Vietz wiegelt ab: „Solange das Verfahren nicht beendet ist und der Vorstand entschieden hat, werde ich keine Namen nennen. Und entschieden ist noch nichts.“ Auch Griese gibt sich seit Wochen verschlossen, wenn er auf eine mögliche Kandidatur angesprochen wird. „Kein Kommentar“, sagt der Jurist bei diesem Thema beharrlich.

Verschwiegenheit ist auch bei den Sozialdemokraten das Gebot der Stunde: „Unsere Findungsgruppe liegt im Zeitplan. Und wenn wir so weit sind, werden wir den Kandidaten oder die Kandidatin dem Ortsvereinsvorstand vorstellen und danach der Öffentlichkeit vorstellen. Denn der Vorstand hat den Anspruch, zu diskutieren und zu entscheiden“, sagt Hamelns SPD-Chef Herbert Meistering. Hinter vorgehaltener Hand fällt in der Rattenfängerstadt immer wieder der Name Petra Broistedt. Doch die Kreisrätin zeigt kein Interesse, wie sie humorvoll betont: „Das höre ich jetzt zwar zum ersten Mal und wäre eine interessante Perspektive, aber ich bin mit meinem Job sehr zufrieden. Und das sage ich mit aller Inbrunst der Überzeugung.“

Sagt Nein: Petra Broistedt.

Meistering will sich an Spekulationen nicht beteiligen. „Wir wollen keinen Namen beschädigen“, begründet er. Im „Lostopf“ seien zwar einige, doch gebe es eine engere Wahl. „So ist das Verfahren“, sagt der SPD-Vorsitzende. Ob seine Partei den Namen noch in diesem Jahr bekannt geben wird, lässt er offen: „Es ist unser Bestreben, aber ob es gelingt, weiß ich noch nicht. Wir wollen uns nicht unter Druck setzen. Wichtig ist die Qualität. Und deshalb kommt auf ein paar Wochen nicht an.“

Offen bleibt, ob Grüne und Liberale einen eigenen OB-Kandidaten präsentieren werden. „Es wird noch eine Vorstandssitzung geben, die aber bislang nicht terminiert ist. Dann werden wir das Thema diskutieren und entscheiden“, sagt Hamelns Grünen-Vorsitzender Dr. Feyzullah Gökdemir. Klaus-Peter Wennemann, Stadtverbandsvorsitzender der FDP, beantwortet die K-Frage salomonisch: „Entweder wir bringen einen oder wir verzichten.“ Es gebe zwar gute Gründe für einen eigenen OB-Kandidaten der FDP, aber man wolle sich auch „nicht verbeißen“, sondern erst mal abwarten, was die Großen machen – sprich, CDU und SPD.

Wennemann, der noch bis zum 8. Dezember in Südafrika weilt, kündigt an, dass sich der Hamelner FDP-Vorstand am 4. Dezember trifft. „Ich habe gebeten, dabei das Thema zu besprechen“, sagt der Parteichef. Er selbst habe keinerlei Ambitionen, Oberbürgermeister in Hameln zu werden, versichert er. Sein Schwerpunkt liege in der Bundespolitik. Der Liberale Rüdiger Zemlin habe bei der letzten OB-Wahl zwar „eine gute Figur“ gemacht, doch der Rechtsanwalt winkt ab – zu viele berufliche Belastungen.

Auch FDP-Fraktionschef Hans Wilhelm Güsgen, der am Sonntag seinen 67. Geburtstag feierte, strebt das Amt nicht an. Er käme altersbedingt auch nicht infrage, denn laut Niedersächsischem Kommunalverfassungsgesetz muss ein Bewerber am Tag der Wahl mindestens 23 und darf „noch nicht“ 67 Jahre alt sein.



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