weather-image
13°
Insekten im Sommer

Keine Angst vor Wespen und Hornissen - diese Tipps helfen

Die Wespenzeit hat begonnen und zu ersten besorgten Anrufen bei den Naturschutzbehörden geführt. Dabei ist die Furcht vor Wespen unbegründet - wenn man ein paar Regeln befolgt.

veröffentlicht am 10.06.2017 um 11:15 Uhr
aktualisiert am 19.07.2017 um 13:12 Uhr

046 Wespe
Die Hamelner Beratergruppe, bestehend aus den ehrenamtlichen Helfern  und den Mitarbeitern der Naturschutzbehörden der Stadt Hameln und des Landkreises Hameln-Pyrmont, hilft der Feuerwehr bei der Einhaltung der artenschutzrechtlichen Vorschriften und vor allem den Ratsuchenden, die Probleme im Umgang mit Wespen haben.

Obwohl die gelbschwarze Färbung von Insekten  Respekt erzeugt, ist die Angst vor den Tieren meist unbegründet. Unbestritten gibt es wehrhafte Arten, die mit ihrem Stachel heftige Schmerzen verursachen können. Wenn aber bestimmte Verhaltensregeln eingehalten werden, ist auch mit diesen Insekten ein friedliches Auskommen möglich.


Als wichtigste Regeln im Umgang mit Wespen und Hornissen gilt:


-Ruhe bewahren!

-Schnelle und hektische Bewegungen vermeiden

-Mit einem Sicherheitsabstand von 3-5 m zu einem Nest, das entweder direkt sichtbar oder indirekt durch ständigen Ein- und Ausflug der Tiere erkennbar ist, können Menschen eine Beunruhigung des Insektenvolkes vermeiden und dem Risiko eines Stiches aus dem Wege gehen

-Kleinkinder sollten gegebenenfalls durch Absperrungen vom Nest ferngehalten werden
Erschütterungen (z. B. durch Rasen mähen) in direkter Nestnähe vermeiden
Sehr hilfreich sind die Fliegengitter, mit denen fast alle Hausöffnungen vor einem Einflug von Insekten abgesichert werden können

-Wespen kehren immer auf demselben Weg zum Nest zurück: Unliebsamen „Zusammenstößen“ geht man deshalb am besten aus dem Weg, indem man Abstand zu den Einflugschneisen hält.

Tipps "rund ums Haus"

-Um Wespen, Bienen und andere Insekten aus dem Haus zu halten, empfiehlt es sich, Fliegengaze an Fenstern und Türen anzubringen, insbesondere an Küchen-, Bad- und Kinderzimmerfenstern.

-Haben sich trotz aller Vorkehrungen Wespen ins Haus verirrt: zunächst einmal Licht ausschalten und die Zimmertür schließen. Fliegt die Wespe zum Licht und damit ans Fenster, wird ein Glas über das Insekt gestülpt und vorsichtig ein Stück Papier als Boden untergeschoben, um das Tier wieder nach draußen zu bringen.

-Wespennester am Haus dürfen nicht einfach eingeschlossen werden, da sich die Tiere dann einen anderen Ausgang suchen und so ins Haus gelangen können. Am verschlossenen Einflugloch müssen Sie dann mit aggressiven Wespen rechnen.

-Bleibt man auf einer Distanz von zwei bis drei Metern zum Nest und versperrt die Flugbahn der Wespen nicht, fühlen sie sich nicht bedroht.

-Obst rechtzeitig abernten und aufsammeln. Blattläusen mit biologischen Maßnahmen vorbeugen beziehungsweise diese bekämpfen, da die süßen Ausscheidungen der Läuse Wespen anziehen.

-Als einzige Wespenart fliegen Hornissen auch bei Nacht – dementsprechend können sie sich dann an Partybeleuchtungen, erleuchteten Fenstern oder Hauseingangsbeleuchtungen sammeln. Hier sollte man die Gelegenheit beim Schopfe packen, unnötige Lichtverschmutzung zu beenden oder zumindest zu begrenzen: Haus- und Wegbeleuchtungen sollten mit Bewegungsmeldern versehen sein, um wirklich nur bei Bedarf zur Verfügung zu stehen. Dauerhafte Beleuchtungen sollten möglichst schwach ausfallen, beispielsweise durch Verwendung von LED-Strahlern. Unnötig sind Lichtquellen, die ihr Licht ungerichtet abstrahlen, wie Kugelleuchten oder Leuchten mit Reflektorenschirm. Sie sollten besser gegen zielgerichtete Punktstrahler ersetzt werden. Wer sich an der Lichtfarbe nicht stört, sollte Natriumdampflampen wählen, deren Lichtspektrum für nächtliche Insekten schlecht wahrnehmbar ist. Am besten aber ist es, Lichtquellen wann immer möglich abzuschalten oder erst in Betrieb zu nehmen, wenn das Fenster geschlossen ist – das gilt auch für den Fernseher.

-Wespen können Holzverschalungen oder Holzverkleidungen leicht beschädigen, da sie das Holz als Grundstoff zum Bau ihrer Nester verwenden. Wenn Sie sicher gehen möchten, dass Ihre Holzverkleidungen intakt bleiben, sollten Sie diese mit umweltfreundlichen Lacken und Farben regelmäßig pflegen.

-Nach den ersten Frostnächten im Herbst gehen die Wespen ein. Man kann das Nest dann gefahrlos entfernen. Es empfiehlt sich, die Stelle gut zu säubern, denn Wespen orientieren sich am Geruch. Wohnungssuchende Königinnen könnten sonst im nächsten Jahr wieder an der Stelle einfinden, an der es „nach Wespe riecht“.

-Die meisten Wespenarten sind kurzzyklisch und ab Ende August wieder verschwunden. Die Nester, die dann noch aktiv sind und wachsen, sind Nester der Deutschen oder der Gemeinen Wespe. Generell kann man sagen, dass alle Arten, deren Nester man sieht – also freihängend im Gebüsch oder unter dem Schuppendach – den „unproblematischen“ Arten zuzuordnen sind, die frühzeitig verschwinden und die auch keine Bauschäden verursachen.

-Wespennester in Rollladenkästen oder unter Dachziegeln sind in der Regel Nester von Kurzkopfwespen. Diese können, müssen aber nicht Schäden an der Bausubstanz anrichten. Achten Sie auf das Austragen von Material, wie Dämmung beispielsweise.

-Hornissen koten oft unterhalb des Nestes flüssig ab, dies kann Schäden am Bauwerk, wie Verfärbung oder Gerüche verursachen. Sofern möglich, bietet sich das Unterstellen eines Eimers oder Wanne mit Katzenstreu an – zumindest sollte man unter dem Nest Befindliches entfernen oder abdecken.

-Hornissen genießen durch die Bundesartenschutzverordnung besonderen Schutz. Werden Nester ohne Genehmigung zerstört oder umgesiedelt, kann es zu hohen Geldbußen kommen. Ist die Umsiedlung eines Hornissennestes notwendig und nur eine Zerstörung sinnvoll, beantragen Sie dies bitte bei Ihrer Stadt oder Gemeinde.


Vor allem die Hornisse als größte Art der heimischen Faltenwespen verteidigt sich nur dann, wenn sie sich angegriffen fühlt. Wer Hornissen nicht stört, insbesondere Erschütterungen des Nestes, ein längeres Verstellen der Flugbahn und ein Berühren der Tiere vermeidet, wird auch nicht gestochen! Außerhalb der Nester angetroffene Tiere weichen Störungen oder einer Bedrohung durch Flucht aus.

Hornissen ernähren sich in dieser Zeit nur von Baumsäften oder Blütennektar und sind auf der Suche nach Insekten, die zur Versorgung der Larven im Flug erbeutet werden. Aus diesen Gründen geraten Hornissen nur zufällig auf die Terrasse oder den Balkon.

Aufgrund der fehlenden Informationen über ihre Lebens- und Verhaltensweisen werden die Stechimmen zu Unrecht verfolgt. Wespen und Hornissen unterliegen den Artenschutzbestimmungen des Bundesnaturschutzgesetzes. Nach den allgemeinen Vorschriften ist es verboten, wild lebende Tiere mutwillig zu beunruhigen oder ohne vernünftigen Grund zu fangen, zu verletzen oder zu töten.

Zudem dürfen deren Lebensstätten nicht ohne vernünftigen Grund beeinträchtigt oder zerstört werden. Verstöße gegen die Verbote können mit Bußgeldern geahndet werden. Die heimischen Bienenarten, zu denen auch die Hummeln gehören, und speziell die Hornissen sind als besonders geschützte Arten in der Bundesartenschutzverordnung aufgelistet. Bekämpfungen dieser Tiere oder das Zerstören von Hummel- oder Hornissennestern stellen Verstöße gegen die besonderen Vorschriften des Bundesnaturschutzgesetzes dar und können sogar strafrechtlich verfolgt werden. Keinesfalls sollte daher eigenmächtig zur Giftspritze gegriffen werden!

Bei Beachtung der folgenden Verhaltensregeln, die für alle nestbauenden Stechimmenarten gelten, ist auch in unmittelbarer Nachbarschaft zu einem Neststandort eine friedliche Koexistenz zwischen Tier und Mensch möglich.
    Sollte es trotzdem Probleme im „friedlichem Miteinander“ geben, so hilft die Beratergruppe gern weiter. Für das Hamelner Stadtgebiet steht Christian Wiemeyer von der Unteren Naturschutzbehörde (05151 / 202-1471) mit den ehrenamtlichen Beratern Dr. Thomas Forche (0178 / 1481958), Gerd Hoffmann (0170 / 5708488), und für das sonstige Kreisgebiet das Team der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Hameln-Pyrmont unter naturschutz@hameln-pyrmont.de zur Verfügung.


    Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
    Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
    Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


    Weiterführende Artikel
      Anzeige
      Anzeige

      Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

      Immobilien mieten

      Immobilien kaufen

      Anzeige
      Kommentare

      Kontakt

      Redaktion
      E-Mail: redaktion@dewezet.de
      Telefon: 05151 - 200 420/432
      Anzeigen
      Anzeigen (Online): Online-Service-Center
      Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
      Abo-Service
      Abo-Service (Online): Online-Service-Center
      Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

      Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
      X
      Kontakt