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Kreissiedlungsgesellschaft sieht sich auf Erfolgskurs / Ehrgeiziges Bauvorhaben in Hameln geplant

Kaum eine der Wohnungen steht leer

Hameln-Pyrmont. Peter Bar-tels, Aufsichtsratsvorsitzender der Kreissiedlungsgesellschaft (KSG) des Landkreises Hameln-Pyrmont, konnte sich jetzt bei der Vorstellung der Bilanz für 2012 bei der Gesellschafterversammlung, die diesmal im „Graf Everstein“ in Polle stattfand, zufrieden zurücklehnen: „Wir sind sehr gut aufgestellt, finanzieren solide und arbeiten mit Gewinn“, konnte der ehemalige Bürgermeister des Fleckens Aerzen mitteilen. So wurde im Vorjahr ein Jahresüberschuss von rund 192 500 Euro erwirtschaftet – etwa 17 000 Euro mehr als im Planansatz vorgesehen.

veröffentlicht am 17.06.2013 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 18:15 Uhr

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Joachim Zieseniß

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Joachim Zieseniß Reporter Coppenbrügge-Salzhemmendorf zur Autorenseite
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Erwirtschaftet wurde dieser Überschuss überwiegend aus der Verwaltung der 923 KSG-eigenen Wohnungen. Die liegen etwa zu je einem Drittel in Hameln und Emmerthal, der Rest verteilt sich über die anderen Hameln-Pyrmonter Kommunen und den Flecken Polle im Nachbarlandkreis Holzminden. Überwiegend besteht der KSG-Wohnungsbestand aus Ein- und Zweizimmerwohnungen – angesichts zurückgehender Bevölkerungszahlen und immer mehr Ein-Senioren-Haushalten gut passend, wie KSG-Geschäftsführer Joachim Kruppki feststellt.

Stolz sind die KSG-Gesellschafter – und das sind neben dem Landkreis Hameln-Pyrmont und den Städten Hameln, Bad Pyrmont, Bad Münder und Hessisch Oldendorf auch die Flecken Aerzen, Salzhemmendorf, Coppenbrügge, Polle sowie die Gemeinde Emmerthal – vor allem auf die seit Jahren vergleichsweise geringe Leerstandsquote ihrer Wohnungen: Liegt die landkreisweit sonst eher bei 8 Prozent, so bei der KSG in diesem Jahr bislang lediglich bei 2,8 Prozent. Ursula Wehrmann, stellvertretende KSG-Aufsichtsratsvorsitzende, führt das auf zwei Faktoren zurück: Zum einen auf die Millionen-Investitionen, die in den vergangenen Jahren in die Wohnungsmodernisierungen, beispielsweise in energetische Sanierungen, Bäder-Umbauten oder den seniorengerechten Ausbau der Mietobjekte bei einer Durchschnittsmiete von 4,72 Euro gesteckt wurden. Zum anderen lege die KSG großen Wert auf Service für ihre Mieter, der über das Mietobjekt an sich hinausgehe, so Wehrmann.

Um diesen Standard zu halten, sollen auch künftig alljährlich 1 Million Euro in die Bestandspflege der 923 KSG-Wohnungen investiert werden, kündigt Geschäftsführer Kruppki an: Man setze auf Qualität, denn angesichts des demografischen Wandels und eines Wohnungsmarktes mit immer mehr Leerständen werde auch für die KSG der Konkurrenzdruck als Vermieter immer stärker.

Da man mit den Wohnungsmodernisierungen derzeit „aber so gut wie durch“ sei, kündigt Aufsichtsratsvorsitzender Bar-tels an, dass derzeit „an einem mittelfristigen innenstadtnahen Bauvorhaben für Eigentums- und Mietwohnungen“ gearbeitet werde. Hierzu solle ein gesamter Straßenzug architektonisch neu überplant und umgestaltet werden, so Kruppki. Die KSG füllt hierfür bereits einen Bausparvertrag auf. Hintergrund dieser Baumaßnahme ist wiederum die Überlegung, dass angesichts der Umkehrung der Alterspyramide das Wohnen in der Stadt vor allem bei der älteren Generation gesteigerte Nachfrage finden dürfte, so Wehrmann. Auch ein Grund, weshalb die KSG derzeit einen sehr genauen Blick auf die mit den Britenabzug in Kürze zu erwartenden umfangreichen Leerstände in Hameln wirft. Peter Bartels: „Wenn sich da für uns ein Objekt wirtschaftlich rechnen sollte, sind wir dabei und wären für Gespräche offen.“ Dass man hier am Ball sei, zeige auch die Tatsache, dass Hamelns neuer Stadtbaurat Herman Aden kürzlich in den KSG-Aufsichtsrat eingezogen sei, so Bartels.

Ausgebaut hat die Kreissiedlungsgesellschaft in den Vergangenen Jahren auch ihre Baubetreuungsmaßnahmen für ihre Gesellschafter. In dieser Servicesparte lagen und liegen hauptsächlich Neu-, Um- oder Erweiterungsbauten für Kitas an. So wurde in diesem Jahr die Betreuung der Kita Aerzen bereits abgeschlossen, die Kitas in Oldendorf und Hemeringen sollen voraussichtlich noch in diesem Sommer fertiggestellt werden. Aktuell ist die KSG noch mit dem Neubau des Wanderinformationszentrums an der Schillathöhle in Langenfeld von der Stadt Hessisch Oldendorf beauftragt worden.

Die Kreissiedlungsgesellschaft wurde übrigens 1947 gegründet. Ihre Aufgabe war nach dem Kriege die Wohnraumversorgung für breite Schichten der Bevölkerung zu moderaten Mieten und die Schaffung von Wohneigentum zu angemessenen Preisen. Weitere große Wohnungsbaugesellschaften im Kreisgebiet sind die Hamelner Wohnungsbau-Gesellschaft (HWG), gegründet 1890, und die Wohnungsgenossenschaft Hameln (WGH), gegründet 1925.



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