weather-image

Kampf um die Hoheit am Deister

Springe. Es ist ein Kampf, der noch im Verborgenen ausgefochten wird. Dabei geht es eigentlich um nichts Geringeres als die wirtschaftliche und politische Hoheit am Deister:

veröffentlicht am 28.10.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 12.01.2017 um 22:16 Uhr

Mischer

Autor

Ralf T. Mischer Redakteur zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Das Landes-Raum-Ordnungsprogramm (LROP) legt Niedersachsens Zukunft fest. Welche Flächen werden Naturschutzgebiete, welche zum Acker, wo dürfen Gewerbegebiete entstehen? Diese und weitere Fragen werden im LROP geregelt.

Im aktuellen Entwurf wird Springe als Mittelzentrum mit großer Einkaufsattraktivität geführt. Heißt: Die Deisterstadt wird als wichtiger eingestuft als bisher. Verbraucher aus Coppenbrügge über Lauenau bis Bad Münder kaufen demnach in hiesigen Geschäften ein. Diese Einschätzung passt den Nachbarn natürlich nicht. Denn sie hat zur Folge, dass Springe künftig ein deutliches Wort mitreden könnte, wenn die Kommunen nebenan neue Gewerbegebiete planen. Konkret bedeutet das, dass sogar Bodenwerder oder Salzhemmendorf künftig keine großen Einkaufszentren mehr bauen dürften – wenn die Stadt Springe nicht zustimmt.

Logisch, dass Stadt Hameln und Landkreis Hameln-Pyrmont dazu Gesprächsbedarf haben. Ihr Argument: Die sogenannte oberzentrale Teilfunktion Hamelns als attraktiver Einkaufsort werde durch den Entwurf gefährdet, schimpft Hameln-Pyrmonts Landrat Tjark Bartels. Dass die Kaufkraft der Bewohner von Bodenwerder, Salzhemmendorf und Coppenbrügge der Stadt Springe zugeordnet wird, kann Bartels nicht nachvollziehen. Er glaubt, dass sie alle eher in Hameln einkaufen – und nicht in Springe. „Nicht zuletzt wegen der guten Anbindung dieser Gemeinden an die Stadt Hameln über die Bundesstraßen 1 und 83“, heißt es im Kreishaus. Jene sei nicht im Entwurf berücksichtigt worden.

Springes Bürgermeister Jörg-Roger Hische ist sich hingegen sicher, dass der Entwurf die tatsächlichen Kundenströme gut abbildet. „Springe hat sich in den letzten Jahren gut entwickelt und ist, insbesondere mit den Gewerbeflächen an der Osttangente, viel attraktiver geworden.“ Diese Attraktivitätssteigerung spiegele sich jetzt auch im LROP wider. Deutlicher wird Springes Ortsbürgermeister Carsten Marock (SPD): „Die haben einfach Angst“, glaubt er. Marock ist sich sicher, dass Hameln als Einkaufsstadt schwächelt. Viele Menschen aus dem Nachbarkreis kämen nach Springe zum Einkaufen. Ausruhen dürfe sich die Stadt deshalb aber keinesfalls, wenn sie ihrem künftigen Status als Deister-Hauptstadt gerecht werden will. „Wir müssen aktiv sein und auf uns aufmerksam machen“, sagt Marock.

Der Zeitplan für die neue Version des LROP ist eng bemessen. Bis Mitte November können Vereine und Verbände beim Land noch Einwände gegen den Entwurf einreichen. Danach gehen die Experten ins Detail. Mit der Vorlage des fertigen Plans rechnen Beteiligte frühestens in der Mitte des Jahres 2015.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt