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Dieselfahrzeuge trifft es am häufigsten

Kälte zwingt Batterien in die Knie

HAMELN-PYRMONT. Debatte um Feinstaub und Stickoxide – wegen drohender Fahrverbote hatte manch ein Dieselfahrer in der letzten Zeit ohnehin schon schlechte Laune. Die aktuelle Kältewelle sorgt bei vielen nun für weiteren Ärger: Noch häufiger als Benzinmotoren machen Dieselaggregate zurzeit bei den extremen Minusgraden im Weserbergland schlapp.

veröffentlicht am 02.03.2018 um 18:31 Uhr

Erster Schritt zur Starthilfe: Das rote Kabel wird an die Pluspole beider Batterien geklemmt. Foto: dpa
Jens Spickermann

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Morgens beim Anlassen rödelt der Motor, doch nach ein paar Sekunden tut sich gar nichts mehr: Schwache Batterien seien ein häufiges Problem, sagt Michael McHugh, Leiter der Kfz-Werkstatt Raiwa in Hameln. Damit haben auch Benziner zu kämpfen. Bei den Dieselfahrzeugen kämen aber noch verstopfte Kraftstofffilter als Pannenursache hinzu, sagt Andreas Begemann vom gleichnamigen Autohaus in Bad Pyrmont. Auch die Glühanlage sei kälteanfälliger als die Zündkerzen der Ottomotoren, was dazu führe, dass die Diesel öfter eine Panne haben, erklärt McHugh.

Die Werkstätten in der Region haben deshalb allerhand zu tun – bei manchen ist der Hof so voll, dass die Mechaniker kaum Zeit für ein Interview haben. „Solche Extremtemperaturen – das macht sich schon bemerkbar“, sagt Thomas Kottlarz, Inhaber von Auto Kottlarz in Salzhemmendorf. Für kältebedingte Ausfälle gebe es mehrere Ursachen: Wenn beispielsweise der letzte Ölwechsel schon lange her ist, dann räche sich das bei Kälte, sagt Kottlarz. Durch Schmutzansammlungen werde das Öl nämlich im Laufe der Zeit dickflüssiger, so, als ob man Mehl in ein Glas Wasser gebe. Wenn dann auch noch der Motor kalt sei, springe er schlecht an. Beim Diesel verstopfe häufig der Kraftstofffilter, weil sich bei Minusgraden Paraffinflocken bilden können. Wenn die Filter lange nicht gewartet wurden und sich Kondenswasser gesammelt hat, können auch Eiskristalle entstehen, erklärt McHugh. Die Batterie der Fahrzeuge mache im Winter oft Probleme, weil deren Leistung bei niedrigen Temperaturen um zehn bis 15 Prozent abnehme, sagt Kottlarz. Deswegen empfiehlt er, die Batterie vor dem Wintereinbruch überprüfen zu lassen. Wenn die Restkapazität einer alten Batterie bei weniger als 80 Prozent liegt, sollte sie ausgetauscht werden.

Trotz der Schnee- und Eisglätte sind Unfälle zurzeit ein weniger häufiges Problem: Die Zahl der Unfälle sei eher ein bisschen zurückgegangen, weil die Leute besser als sonst aufpassen würden, sagt Kottlarz. „Die Leute fahren entsprechend vorsichtiger“, meint auch McHugh. Glättebedingte Unfälle würden häufiger bei den ersten Frosteinbrüchen passieren, wenn die Fahrer noch nicht darauf eingestellt sind und womöglich noch mit Sommerreifen herumfahren. Harmlose Pannen sind also das Hauptproblem der Autofahrer – die Besitzer von neueren Autos sind davon nicht unbedingt weniger betroffen als die von alten Fahrzeugen. „Die alten springen vielleicht noch so gerade an, aber die neuen haben schnell Elektronikprobleme“, sagt McHugh. Fahrzeugkomponenten wie die Batterie seien bei neueren Modellen auch nicht so großzügig dimensioniert wie bei älteren Fabrikaten – die Hersteller wollen nämlich Kosten sparen. Auch die Kraftstoffhersteller sparen, vermutet Kottlarz: Gegen das Ausflocken des Diesels würden im Winter Additive hinzugefügt. Weil die Winter in den letzten Jahren recht mild waren, hätten die Hersteller den Anteil der teuren Additive aber reduziert; mit teils zweistelligen Minusgraden hat im Weserbergland wohl kaum noch jemand gerechnet. Neben kältebedingten Pannen bringt der Winter noch andere ärgerliche Nebenwirkungen mit sich, zum Beispiel zugefrorene Türschlösser. Kottlarz‘ Tipp: Auf Enteisungssprays sollte lieber verzichtet werden, die würden nämlich das Schmieröl wegspülen, sodass das Schloss später noch schwergängiger wird. „Das wirkt fast wie ein Reiniger.“ Empfehlenswert sei hingegen Öl, dass das Wasser aus der Mechanik verdrängt.

Auch die ADAC-Straßenwacht hat derzeit viel zu tun. Foto: dpa
  • Auch die ADAC-Straßenwacht hat derzeit viel zu tun. Foto: dpa


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