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Aerzenerin Maike Brakhan setzt sich als „Juniorbotschafterin“ für Erneuerung des deutsch-französischen Freundschaftsvertrages ein

Jugend bringt ihre Stimme ein

PARIS / AERZEN. Es war eine der „Juniorbotschafterinnen“ des DFJW, die Aerzenerin Maike Brakhan, die jetzt das Treffen von 20 jungen Deutschen und Franzosen anlässlich des 55. Jubiläumstags des Élysée-Vertrags organisierte.

veröffentlicht am 04.02.2018 um 17:39 Uhr

Hochrangig besetzte Diskussionsrunde (v. li.): Maike Brakhan, Claudine Lepage, Olivier Breton und Béatrice Angrand (Generalsekräterin DFJW). Foto: DFJW

Autor:

GISELA LACHMANN
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Es ging um eine Fortsetzung des deutsch-französischen Freundschaftsvertrages, den Präsident Charles de Gaulle und Kanzler Konrad Adenauer am 22. Januar 1963 unterzeichneten. Die Parlamente in Paris und Berlin haben jüngst eine gemeinsame Resolution zur Ausarbeitung eines neuen deutsch-französischen Freundschaftsvertrages beschlossen. In dieser Neuauflage soll festgeschrieben werden, wie die bisherige Kooperation noch weiter intensiviert werden kann. UndDie Gründung des Deutsch-Französischen Jugendwerks (DFJW) war aus der Vereinbarung des deutsch-französischen Freundschaftsvertrages von 1963 über eine intensivierte Partnerschaft einstiger Kriegsfeinde hervor gegangen. Und so war jetzt eine junge Aerzenerin, die sich dafür einsetzt, dass auch die bilateralen Wünsche der deutschen und französischen Jugend Beratungsgegenstand der Vertragsneuausarbeitung werden.

Maike Brakhan ist 24 Jahre alt, hat den Realschulzweig der Aerzener Schule im Hummetal und später das Hamelner Schillergymnasium besucht, bevor sie ihr Studium in Französisch und Politikwissenschaft an der Georg August Universität in Göttingen aufnahm. Mittlerweile ist sie Studentin an der Sorbonne-Universität in Paris – Studiengang: Europäische Angelegenheiten - und darüber hinaus „Juniorbotschafterin“ des Deutsch-Französischen-Jugendwerks. „Ich finde es wichtig, dass die Jugend ihre Stimme einbringt, wenn es um Europas Zukunft geht“, sagt die 24-jährige Studentin.

Auf die Idee gebracht habe sie Präsident Macron mit seiner vor Reformvorschlägen strotzenden Europa-Rede, die er im September an der Sorbonne, ihrer Universität, hielt. Darin forderte er nicht nur eine vertiefte Kooperation der EU-Länder in vielen Bereichen von Verteidigung über das Unternehmenssteuerrecht bis zu einem eigenen Eurozonen-Budget. Er schlug auch einen neuen Elysee-Vertrag mit dem deutschen Nachbarn vor.

Zum 55. Jahrestag der Unterzeichnung des Élysée-Vertrags erhält Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble in der Nationalversammlung in Paris nach seiner Rede Applaus. Foto: Michel Euler/dpa
  • Zum 55. Jahrestag der Unterzeichnung des Élysée-Vertrags erhält Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble in der Nationalversammlung in Paris nach seiner Rede Applaus. Foto: Michel Euler/dpa
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In der französischen Hauptstadt Paris trafen sich daraufhin 20 Jugendliche aus Deutschland und Frankreich auf Einladung der Juniorbotschafter des Deutsch-Französischen-Jugendwerkes (DFJW), um ihren ganz persönlichen Beitrag zur Reform des Élysée-Vertrag zu formulieren. Eigentlich sollte die Ausarbeitung der Wünsche der Jugend für einen Élysée-Vertrag 2.0 nur eines von zahlreichen DFJW-Projekten werden, die die 24-Jährige im Laufe ihrer dreijährigen Amtszeit als „Juniorbotschafterin“ in Niedersachen und Paris initiiert, wie sie berichtet.

Mit dem großen Interesse, das der Projektaufruf in den sozialen Netzwerken hervorrief, hatte sie nicht gerechnet. Weit mehr als die vorgesehenen 20 Projekt-Teilnehmer reichten zum größten Teil inhaltlich sehr gute Ideen-Vorschläge ein, sodass im Vorfeld schon eine Teilnehmerauswahl getroffen werden musste. „Der Diversitätsanspruch bei der Auswahl der 20 Teilnehmer war mir sehr wichtig, um aufzuzeigen, dass die deutsch-französischen Beziehungen keine Akademikerangelegenheit ist“, erklärt die 24-Jährige und fügt an: „Es wurde besonders darauf geachtet, möglichst unterschiedliche Jugendgruppen anzusprechen.“Das ist auch gelungen; und am Ende waren es Schüler, Freiwillige, Auszubildende, Studenten, junge Berufstätige und arbeitssuchende Jugendliche, die an der eintägigen Veranstaltung teilnahmen.

Auch zahlreiche Medien waren auf das Projekt aufmerksam geworden, unter anderem die Deutsche Welle, ARTE und der Japanische Fernsehsender NHK. Leider musste Clément Beaune, Europa-Berater von Emmanuel Macron, seine Teilnahme an der Vorstellung der im Rahmen des eintägigen Projektes erarbeiteten und präzisierten Ideen durch die Jugendlichen aus Deutschland und Frankreich kurzfristig absagen, dennoch war die Runde mit der Senatorin Claudine Lepage, Vizepräsidentin der Kommission für Kultur, Bildung und Kommunikation und der deutsch-französischen Freundschaftsgruppe im Senat, Olivier Breton, Direktor des Magazins ParisBerlin, Anoucheh Bellefleur, Referentin Systeme & Märkte beim Deutsch-französischen Büro für die Eneriewende (DFBEW) und Alexandra Seidel-Lauer, der Bereichsleitung Medien der Deutsch-Französischen Industrie- und Handelskammer hochrangig besetzt. Und damit war sichergestellt, dass die ausgearbeiteten Wünsche der Jugendlichen die Entscheidungsträger und Akteure auch tatsächlich erreichen.

Der Vorstellung vorausgegangen war eine Debatte der Jugendlichen mit dem Gesandten und stellvertretenden deutschen Botschafter in Paris, Pascal Hector, der ebenfalls der Einladung Maike Brakhans in das Pariser Deutschlandzentrum (CIDAL) gefolgt war. Auch die französische Europaministerin Nathalie Loiseau ließ es sich nicht nehmen, die Jugendlichen zu einem Empfang mit anschließender Diskussionsrunde zu empfangen

Und was haben die Jugendlichen auf ihren bunten Wunsch-Kärtchen notiert? „Neben der gegenseitigen Anerkennung von Bildungsabschlüssen von Lehrkräften wünschen sich die Jugendlichen verstärkte Impulse für den Austausch von Azubis und mehr Zusammenarbeit der Arbeitsagenturen über die Grenzregionen hinaus. Auch eine deutsch-französische Koordinierung der Flüchtlingsfrage beschäftigt die Teilnehmer“, berichtet Maike Brakhan. Diskutiert wurden darüber hinaus die Themenbereiche internationale Angelegenheiten, Sicherheit und Verteidigung, soziale Angelegenheiten, Gesundheit, Umweltfragen, Energie sowie Kultur, Jugend und Bildung.

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