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Arbeitslosenzahl sinkt auch im Juli / Kreis Lippe meldet ebenfalls Rückgang

Jobmarkt im Weserbergland robust

HAMELN-PYRMONT/HOLZMINDEN/LIPPE. Erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie ist die Zahl der Arbeitslosen im Weserbergland wieder unter 12 000 gesunken: 11 658 Personen waren im Juli in den Kreisen Hameln-Pyrmont, Holzminden und Schaumburg arbeitslos gemeldet. Auch im Kreis Lippe ging die Zahl der Arbeitslosen zurück.

veröffentlicht am 29.07.2021 um 12:30 Uhr
aktualisiert am 29.07.2021 um 20:00 Uhr

Matthias Aschmann

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Reporter / Newsdesk zur Autorenseite

„Entgegen dem sonst üblichen saisonalen Trend ist die Arbeitslosigkeit auch im Juli gesunken. Gewissermaßen ist die Einwohnerschaft eines kleinen Dorfes im Weserbergland, nämlich gut 350 Menschen, nicht mehr von Arbeitslosigkeit betroffen“, sagt Gerhard Durchstecher, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hameln. Die Arbeitslosenquote sank im Weserbergland auf 5,9 Prozent (Vorjahr 6,6 Prozent).

Ergänzend zur gesetzlich definierten Arbeitslosenzahl veröffentlicht die Agentur für Arbeit Angaben zur Unterbeschäftigung. In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen erfasst, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmende an einer Maßnahme der Arbeitsförderung oder kurzfristig erkrankt sind. Die Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit) betrug nach vorläufigen Angaben im Juli 15 457 Personen (darin sind die 11 658 arbeitslos gemeldeten Personen bereits enthalten), somit 210 Personen weniger als im Vormonat und 1681 weniger als im Juli 2020.

„Dass die Arbeitslosenzahl im Juli sinkt, ist in den letzten 15 Jahren nur einmal vorgekommen“, erläutert Durchstecher. Üblicherweise steige die Zahl, da sich junge Menschen unter 25 Jahren am Schuljahresende vorübergehend arbeitslos melden würden. Dies sei auch 2021 der Fall. Aber anders als in den Vorjahren sinke die Arbeitslosigkeit in allen anderen Altersklassen so stark, dass insgesamt ein deutlicher Rückgang bei den Arbeitslosenzahlen zu verzeichnen sei. Dies wertet Durchstecher als starkes Signal der heimischen Wirtschaft. Nur bei den jungen Menschen im Weserbergland sei die Arbeitslosigkeit im Juli gestiegen, nämlich um gut 90 Personen.

Im Vergleich zum Vormonat ist die Arbeitslosigkeit in allen drei Landkreisen gesunken. Im Landkreis Hameln-Pyrmont sank sie um 4,7 Prozent (minus 248 Arbeitslose, insgesamt 5044; Arbeitslosenquote 6,5 Prozent). Im Kreis Holzminden waren 14 Arbeitslose weniger zu verzeichnen (minus 0,6 Prozent insgesamt 2322; Arbeitslosenquote 6,5 Prozent) und im Kreis Schaumburg waren 89 arbeitslose Menschen weniger gemeldet als im Juli 2021 (minus 2,0 Prozent, 4292; Arbeitslosenquote 5,2 Prozent).

Im Kreis Lippe ist die Zahl der Arbeitslosen im Juli ebenfalls gesunken. Insgesamt waren 10 688 Personen arbeitslos gemeldet. Verglichen mit dem Vormonat sind dies 59 Personen oder 0,5 Prozent weniger. Im Vergleich zum Juli des Vorjahres sinkt die Zahl der Arbeitslosen um 2251 Personen (17,4 Prozent). Die Arbeitslosenquote beträgt im Juli 2021 5,7 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 6,9 Prozent (minus 1,2 Prozentpunkte).

„Der Arbeitsmarkt erholt sich im Juli weiter“, bilanziert Barbara Schäfer, Leiterin der Agentur für Arbeit Detmold. „Die Belastungen auf dem Arbeitsmarkt im Zuge der Pandemie lassen damit spürbar nach. Der nur leichte Rückgang der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat ist saisontypisch. In den vergangenen Wochen erhielten zahlreiche junge Menschen ihre Ausbildungszertifikate und Schüler an Berufsfachschulen ihre Abschlusszeugnisse. Für diese Personengruppe endet damit die Ausbildung und leider hat nicht jeder im direkten Anschluss daran eine Arbeitsstelle. Für die Übergangszeit melden sich die Berufseinsteiger arbeitslos, sie werden jedoch nicht lange arbeitslos sein. Nach dem Ende der Sommerferien wird erfahrungsgemäß in den Betrieben wieder verstärkt eingestellt“, so die Agenturchefin.

Der Ausbildungsmarkt laufe aktuell auf Hochtouren angesichts der Ausbildungsstarts im August beziehungsweise im September. Wer noch auf der Suche nach einer Ausbildung ist, aber noch keinen Lehrvertrag in der Tasche hat, sollte jetzt schnell noch Kontakt mit der Berufsberatung aufnehmen. „Wir können noch freie Ausbildungsstellen vermitteln oder gemeinsam eine sinnvolle Alternative erarbeiten“, sagt Barbara Schäfer.

Auch in Niedersachsen ist die Arbeitslosigkeit im Juli etwas gesunken. Die Zahl der gemeldeten Arbeitslosen ging um ein Prozent auf 239 482 Personen zurück. Das teilte die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag mit. Die Arbeitslosenquote blieb bei 5,5 Prozent konstant. Den Angaben nach lag die Zahl der neu gemeldeten freien Stellen um 47 Prozent höher als im Vorjahresmonat, der Bestand der freien Stellen stieg um 42 Prozent im Vergleich zu Juli 2020.

Die Arbeitsagentur verzeichnete den üblichen vorübergehenden Anstieg der Arbeitslosigkeit bei Unter-25-Jährigen. Viele Ausbildungs- und Schulabsolventen melden sich über den Sommer arbeitslos.



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