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Soldatin hat Schreiben Ermittlern selbst übergeben / DNA-Untersuchung wird vorangetrieben

Jägerkaserne: Staatsanwaltschaft bestätigt Brief

Bückeburg (rc/tm). Die Staatsanwaltschaft Bückeburg ermittelt im Fall der Vergewaltigung einer Soldatin in der Jägerkaserne „weiter in alle Richtungen“. Daher werde auch „im Moment“ weiter die DNA-Reihenuntersuchung von etwa 500 Soldaten, des Stammpersonals der Schäfer-Kaserne auf dem Flugplatz Achum, vorbereitet. Würden die Ermittlungen zu anderen Ergebnissen führen, würden die Vorbereitungen sofort gestoppt, die DNA-Untersuchung abgeblasen. Das sagte Staatsanwalt Andreas Lüth auf Anfrage, nachdem unsere Zeitung aufgedeckt hatte, dass Ermittler davon ausgehen, dass die Soldatin die Vergewaltigung möglicherweise frei erfunden hat.

veröffentlicht am 07.12.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 22:41 Uhr

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Der Staatsanwalt bestätigte, dass die Behörde im Besitz eines Briefes ist, den der Täter an die Soldatin geschrieben hat. Die Soldatin habe das handschriftliche Schreiben am 20. November den Ermittlern selbst übergeben.

Derzeit wird der Brief sowohl vom Landeskriminalamt als auch vom Bundeskriminalamt „mit Priorität“ untersucht. Er dementierte, dass das graphologische Gutachten des LKA das Ergebnis erbracht habe, dass die Handschrift der Soldatin und die des Briefeschreibers identisch sind.

Bisher – Stand gestern Morgen nach einem Telefonat mit dem LKA – sei das Gutachten noch nicht erstellt, so der ermittelnde Staatsanwalt. Ob es sich um ein „Borderline-Syndrom“ handle, was die Soldatin dazu geführt haben könnte, die Vergewaltigung vorzutäuschen, dazu mache er keine Angaben.

Nach wie vor steht im Raum, dass die Ermittler eine männliche DNA sichergestellt haben, die sich an Spuren befand, die am Tatort sichergestellt werden konnten. Sie war Mitte September dem Täter zugeordnet worden. Außerdem hatte die Staatsanwaltschaft geäußert, dass es sich nicht um eine „Zufallstat“ handle und ihre Ermittlungen auf das persönliche und berufliche Umfeld der Soldatin konzentriert. Nach Informationen unserer Zeitung befand sich die DNA im Bereich der Spitze eines Messers, das am Tatort gefunden wurde. Dabei soll es sich nicht um ein Messer gehandelt haben, wie es zur gebräuchlichen Ausrüstung der Soldaten der Heeresfliegerwaffenschule gehört.

Unterdessen fürchten andere Soldatinnen nun, das Verhalten ihrer Kameradin könne auf sie zurückfallen. „Nachdem ich davon gehört hatte, dass die Vergewaltigung vorgetäuscht gewesen sein soll, habe ich mich als erstes gefragt, was das nun für andere Frauen bei der Bundeswehr bedeutet“, sagte gestern eine Soldatin dieser Zeitung.

Sie fürchtet, der Vorfall könne zur Bildung von Stereotypen und Vorurteilen gegen Frauen bei der Bundeswehr beitragen.



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