weather-image
23°

Tollwut „fast ausnahmslos tödlich“ / Seuche mit großangelegter Impfaktion bekämpft

Ist sie wirklich besiegt?

Hameln. Es gab eine Zeit, da waren in Deutschland viele Füchse mit Tollwut infiziert. Angst hatte aber kaum jemand. Kinder spielten im Wald oder wanderten mit ihren Eltern, Paare machten auf verträumten Lichtungen ein romantisches Picknick. Rot-weiße Warnschilder mit der Aufschrift „Wildtollwut! – Gefährdeter Bezirk“ wurden zwar zur Kenntnis genommen, verbreiteten jedoch keinen Schrecken. Man vertraute wohl der Medizin, wusste: Nach einem Biss kann man sich ein „Gegenmittel“ spritzen lassen. Die Spritze war damals noch schmerzhaft, dafür aber wirksam – und lebensrettend. Infizierte Menschen, die sich keine Tollwutprophylaxe geben ließen, waren allerdings dem Tod geweiht. So ist das noch heute. Allerdings sind Prophylaxe und Impfung inzwischen recht gut verträglich. „Zwischen dem Auftreten erster Krankheitszeichen und dem Tod liegen bei unbehandelten Patienten maximal sieben Tage“, sagt der Leiter des Gesundheitsamts Hameln, Dr. Klaus Weber. „Da eine Tollwuterkrankung immer zum Tod führt, müssen präventive Maßnahmen bei potenziell exponierten Personen besonders wirksam sein und ohne Zeitverzug durchgeführt werden.“ Die Gefahr wird häufig unterschätzt, gerade im Ausland: „Tollwut ist eine schwere Virusinfektion, die fast ausnahmslos tödlich endet“, informiert das Tropeninstitut. Die Krankheit wird durch den Speichel infizierter Tiere (zum Beispiel Füchse, Fledermäuse, Hunde, Katzen) übertragen und führt zu Krampfanfällen, aggressivem Verhalten, Koma und Tod durch Atemlähmung. Die Erkrankung beginnt oft erst Monate, manchmal sogar erst Monate nach dem Viruskontakt. Nach Angaben des Tropeninstituts beträgt die Inkubationszeit in den meisten Fällen 20 bis 70 Tage. „Tollwut kann aber auch schon nach vier Tagen oder erst nach einem Jahr ausbrechen.“

veröffentlicht am 16.05.2015 um 12:00 Uhr
aktualisiert am 12.01.2017 um 22:09 Uhr

270_008_7718047_wb103_Wal_1605.jpg
Ulrich Behmann

Autor

Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite


Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt