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„Welling & Friends“ spielt beim 20. Folk-Festival im Kloster

Irish-Folk-Legende im Kloster Möllenbeck

MÖLLENBECK. Erst war es nur eine Idee, jetzt ist es Gewissheit: Zum 20. Mal „Irish Folk“ im Kloster Möllenbeck am 10. Juni kommt die Irish-Folk-Legende Harry Welling & Friends. Die Band, mit der vor 19 Jahren am 13. Juni 1998 alles angefangen hat.

veröffentlicht am 10.04.2017 um 15:12 Uhr

Mehr als 3000 Folk-Begeisterte gaben sich im Jahre 2000 ein Stelldichein. Foto: Archiv
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Autor

Hans Weimann Reporter
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Das bestätigte jetzt auf Anfrage Marktmeister Daniel Jakschik. Es sei nicht einfach gewesen Welling ans Telefon zu bekommen, der in Irland lebt, in Kanada arbeitet und mit dem man nicht einfach über eine Konzertagentur Kontakt aufnehmen kann, schilderte Jakschik.

In Möllenbeck dabei sein werden voraussichtlich Wellings Frau Sinead und wenn alles klappt, auch ihre mittlerweile erwachsenen Kinder. Von der alten Band sind die Geiger Anton Sjarov und Tommy Kraus noch an Bord und der Banjospieler und Gitarrist Falko Krieger. Der Rest der Band reist aus halb Europa und Übersee nach Rinteln: Der Gitarrist und Bassist Eric Martin kommt aus Kanada, die Flötistin und Tinwhistle Spielerin Dee Tasker aus Irland, der Drummer und Perkussionist Emil Pehlivanov aus Bulgarien und der Keyborder Orlin Tzontchev aus Belgien.

Welling und seine Ehefrau und Bühnenpartnerin Sinead kennen die Rintelner „gefühlt“ schon seit Urzeiten. Denn ehe Welling im Kloster auf die Bühne trat, war er bei fast allen Altstadtfesten dabei. Praktisch war damals, dass Welling „um die Ecke“ wohnte, in Porta Westfalica seinen Irish-Pub „Shamrock“betrieb, Stammlokal aller Guinness- und Irish-Folk-Fans.

„Irish-Folk“ im Kloster, das war am Anfang ein Experiment, Ausgang ungewiss. So um die 200, vielleicht 300 Besucher hatten der damalige Marktmeister Jürgen Pleitner, Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz und Hausherr Pastor Roland Trompeter beim ersten Folk-Festival erwartet. Über 1000 kamen. Inzwischen sind es um die 3000. Die passen längst nicht mehr in den Klosterhof, weshalb das Konzert über Lautsprecher nach draußen übertragen wird.

Vier Jahre lang hinter einander stand Welling mit seiner Gruppe in Möllenbeck auf der Bühne. Nur die „Cobblestones“ können hier noch mithalten. Dann war Pause. Erst 2012 kamen Welling & Friends nach Rinteln zurück, in die Orangerie in Exten als Gäste von Dietrich von Blomberg.

Welling stimmte seine Fans in der Orangerie ein mit „It’s Good to be Home“ und spottete von der Bühne, er sei fülliger geworden, seine Zuhörer vor der Bühne dafür Grauköpfe. Und weil „kurz“ bei Welling gar nicht geht, die Zuhörer sangen längst die Refrains mit, mahnte schließlich nach Mitternacht die Polizei die Nachtruhe an – von Nachbarn herbei gerufen.

Welling wohnt heute in Irland, arbeitet viel in Kanada, verdient sein Geld als Berater für Biomasseanlagen, doch die Musik hat ihn nie losgelassen.

20 Mal Folk im Kloster, da lässt sich auch die Geschichte der besonderen Fans erzählen. In den ersten Jahren breiteten sich Hippies im Innenhof auf Decken aus, dann schlurfte die Gothic-Fraktion mit klirrenden Ketten und langen schwarzen Mänteln durch die Säulengänge. All die Jahre durchgehalten haben die Müslis, die Alternativen im Selbstgestrickten. Und die Mehrheit? Die kommt in Goro Tex gehüllt ins Kloster. Wetter? Egal.

Welling, das ist noch das Original. Denn längst hat Irish-Folk die Pop- und Rockwelt durchdrungen. Irish-Folk ist sogar in Wacken angekommen, „Metallica“ hat mit „Whisky in the Jar“ ein Iris-Folk-Lied gecovert.

So ein Event im Kloster kostet. Und weil sich Pastor Trompeter stets geweigert hat, in Möllenbeck Eintritt zu verlangen, brauchte und braucht man Sponsoren wie Wesergold, die Sparkasse, Schaumburger Zeitung, die Stadtwerke, um so ein Festival zu organisieren.

Auch die zweite Gruppe, die im Juni in Möllenbeck auftritt, steht fest: Es ist „Emerald“, sechs Musiker mit Frontfrau Sue Sheehan. In der Szene kennt man die Band und ihr neues Album „On a single Wing“. Eine Band in klassischer Besetzung Whistle, Bodhrán, Banjo, Fiddle, Percussions und Gitarren. „Emerald“ erinnert mit seinen Liedern daran, dass US-Folksongs, Country & Western oder Bluegrass ohne den Input der irischen Auswanderer nie entstanden wären.

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