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1000 Beschäftige verlassen Grohnder Anlage

Indischer Jet versetzt Atomkraftwerke in Alarm

GROHNDE/FRANKFURT. Ein indisches Verkehrsflugzeug, dessen Pilot den Funkverkehr für mehr als eineinhalb Stunden ruhen ließ, hat am Freitag im europäischen Luftraum für Alarmstimmung gesorgt. Etliche Atomkraftwerke – darunter die in Grohnde und Brokdorf in Norddeutschland sowie Grafenrheinfeld in Bayern – wurden am Morgen wegen des womöglich „abtrünnigen“ Fliegers geräumt.

veröffentlicht am 10.03.2017 um 19:18 Uhr
aktualisiert am 10.03.2017 um 20:49 Uhr

Wegen der Gefahr eines terroristischen Anschlags mit einem Flugzeug wurde gestern Vormittag auch das Atomkraftwerk Grohnde geräumt. Über 1000 Menschen mussten einen Sammelplatz aufsuchen. Foto: Dana

Autor:

Michael B. Berger, Frank Neitz, Karl Doeleke

Der Passagierjet wurde nördlich von Frankfurt von zwei Eurofightern abgefangen. Um 10.49 Uhr konnten Polizei und Bundeswehr den Voralarm absagen: Der Pilot, der auf dem Weg nach London war, hatte sich endlich gemeldet. Um 10.27 Uhr war der Voralarm in Niedersachsen ausgelöst worden, was zur Räumung der Anlagen bis auf die Notbesetzungen führte. Die Maßnahmen hätten ordnungsgemäß funktioniert. Das Atomkraftwerk Grohnde ist derzeit für die routinemäßigen Revisionsarbeiten heruntergefahren. Wegen der Prüfungen und Instandhaltungsmaßnahmen sind dort im Moment über 1000 Menschen tätig. Im Normalbetrieb sind es rund 300 Beschäftigte. Eine Sprecherin des Betreibers Preussen Elektra erklärt, die Räumung habe eine Stunde angedauert, das Personal habe einen Sammelplatz aufgesucht. Eine Evakuierung dieses Ausmaßes aufgrund eines Voralarms hat es in Grohnde noch nicht gegeben.

Die Maschine mit der Flugnummer AI 0171 war um 7 Uhr Ortszeit im indischen Ahmebad gestartet. „Sie hatte das Ziel London-Heathrow“, erläuterte ein Sprecher der Bundespolizei im nordrhein-westfälischen Uedem. Dort, im Nationalen Lage- und Führungszentrum für Sicherheit im Luftraum, wurde der Jet als Renegade-Fall eingestuft, nachdem seit 9.02 Uhr kein Funkkontakt bestanden hatte. Die Besatzung war auch schon in der Slowakei und Tschechien nicht zu erreichen gewesen. „Renegade“ steht für „Abtrünnige“, der Verdacht eines terroristischen Angriffs durch ein gekapertes Passagierflugzeug stand im Raum.



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