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Mit den Landratskandidaten auf Wahlkampftour: Rüdiger Butte fischt nach Stimmen im Waldbad

In der Fragestunde ist er ganz der Polit-Profi

Halvestorf. „Hallo Rüdiger, schön dich zu sehen“ – „Ich bin gern gekommen“, antwortet der sozialdemokratische Landratskandidat und Amtsinhaber. Er begrüßt die Genossinnen mit Küsschen links und Küsschen rechts, schüttelt Hände zur Begrüßung. Ort des Geschehens ist das idyllisch gelegene Waldbad Halvestorf. Dorthin, genauer: auf die Terrasse der Campingplatz-Gaststätte, hat Rüdiger Butte zum Dämmerschoppen geladen, um überwiegend Parteimitglieder auf die Kommunal- und Landratswahl am 11. September einzuschwören. Auf dem Tresen, zur Selbstbedienung, rote Kugelschreiber, Chips für Einkaufswagen und Buttons mit dem Konterfei des Landrates als Gast- und Wahlkampfgeschenke.

veröffentlicht am 31.08.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 12.01.2017 um 22:05 Uhr

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Und Rüdiger Butte redet nicht lange um den heißen Brei, geht gleich in die Vollen: „Ich bin absolut gelassen, denn meine Mannschaft hat gute Arbeit geleistet. Ich fühle mich fit und habe den Eindruck, dass die Bürger dem amtierenden Landrat ein weiteres Mal das Vertrauen schenken,“ sagt der Chef der Kreisverwaltung. Und schickt hinterher: „Man kann es nicht jedem recht machen, aber ich versuche, gerecht zu sein.“

Butte wünscht sich einen Machtwechsel im Kreistag: „Jamaika passt nicht,“ betont er und meint damit die aus Christdemokraten, Liberalen und Grünen bestehende Mehrheitsgruppe. Seine Wunschkonstellation ist rot-grün. „CDU und FDP lassen keine Möglichkeit aus, den Landrat anzuschießen“, klagt er, merkt aber mit Verweis auf seine Arbeit an: „In den Kernentscheidungen gab es fast immer Einstimmigkeit.“

Die Zuhörer kleben an den Lippen des Amtsinhabers, der an diesem Abend ohne Manuskript und frei von der Leber weg mehr als eine halbe Stunde über seine Vorstellungen der künftigen Kreistagspolitik spricht. Er wolle sein Mandat auch künftig politisch wahrnehmen, und er sei ein Mann, der seine Stimme erhebt – und das notfalls auch gegen die SPD, versichert Butte, um in diesem Zusammenhang auch von der Schwierigkeit des politischen Gestaltens zu berichten: „Der Haushalt beträgt 190 Millionen Euro. 84 Prozent davon gehen für gesetzliche Auflagen drauf, zwölf Prozent für Personal – da bleibt nicht viel übrig,“ rechnet er vor und merkt an: „Wir haben kein Ausgaben-, sondern ein Einnahmenproblem.“ Aber die Einnahmen zu erhöhen, stelle sich schwierig dar. „Dafür hat der Landkreis nicht viele Möglichkeiten,“ verdeutlicht Butte. Und von zusätzlichen „Kröten für die Kreiskasse“ durch verstärkte Radarkontrollen will der ehemalige Direktor des Landeskriminalamtes nichts wissen. „Wir blitzen nur, wenn es der Verkehrssicherheit dient. Und daran wird sich nichts ändern“, betont der Chef der Kreisverwaltung und seine Zuhörer danken mit Applaus.

Butte weiß, wie er die Gäste fesseln kann. Geht auf Zwischenrufe ein, lässt immer wieder Privates in seine Rede einfließen. Das kommt an beim Volk. Als der Kellner ein Tablett fallen lässt, und der Sozialdemokrat für einen Moment in seinem Redeschwall gestoppt wird, wirft er in die Runde: „Scherben bringen Glück. Und das kann ich gebrauchen.“

Und auch in der sich anschließenden Fragestunde gibt sich Butte ganz als Polit-Profi. Fast jede Antwort dauert fünf Minuten – egal, wie gehaltvoll der Fragesteller seinen Wissensdurst formuliert hat. Ein „Ja“ oder „Nein“ gibt es nicht. Der Kandidat nimmt den Ball auf, verliert sich im Detail, um in seiner Rede Vergessenes nachzuschieben. Er spricht über den geplanten Ausbau des Schienenetzes für den Güterverkehr, den es zu verhindern gelte, nimmt Stellung zur Schulpolitik des Landkreises, streift auch bundespolitische Themen. Nur ein Thema spart Butte trotz mehrfacher Fragen aus: Die geplante Erweiterung der Einsatzleitstelle an der Rutenstraße: „Die halte ich aus dem Wahlkampf raus. Wir arbeiten hinter den Kulissen weiter,“ sagt er. Und schießt noch einen Pfeil in Richtung Christdemokraten ab: „Die CDU reagiert wie ein angeschlagener Boxer. Ihr schwimmen die Felle weg.“

Zum Schluss verspricht Butte, seine Arbeit fortsetzen zu wollen, „weil es mir eine Freude ist“. Und wenn er noch einmal zur Welt komme, sinniert Butte, „möchte ich gleich Landrat von Hameln-Pyrmont werden“.

Im Waldbad Halvestorf spricht Rüdiger Butte frei von der Leber weg über seine Vorstellungen der künftigen Kreistagspolitik.

Foto: HW



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