weather-image
27°
Ursula Körtner will auch nach dem Rücktritt als schulpolitische CDU-Sprecherin ihre Stimme erheben

„Ich habe mehrfach versucht, etwas zu ändern“

Hameln-Pyrmont. Weil sie der Schulpolitik der CDU/ FDP-Regierungskoalition in Hannover nicht mehr folgen wollte, hat die heimische Landtagsabgeordnete Ursula Körtner die Konsequenzen gezogen und ist von ihrer Position als schulpolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion zurückgetreten. Auch dem Kultusausschuss hat die Bad Pyrmonterin inzwischen den Rücken gekehrt. Mit der Christdemokratin sprach Hans-Joachim Weiß.

veröffentlicht am 12.05.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 22:41 Uhr

270_008_4103917_pl150_1305.jpg
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Frau Körtner, es ist Sitzungswoche – wie geht es Ihnen ohne Amt?

Es ist schon etwas ungewöhnlich. Wir haben sehr viele Schulthemen auf der Tagesordnung, und ich bin nicht mehr in der ersten Formation dabei. Ich habe sonst die Redebeiträge verteilt und mich darum gekümmert, dass alles stimmt, selber geredet – es war schon ungewöhnlich.

Haben Sie inzwischen Ihren Rücktritt bereut?

Nein, ich hatte ihn mir ja sehr genau überlegt, analysiert und nach anderen Wegen gesucht. Ich habe mir auch Gedanken gemacht, was ist das Beste für die Sache, und was ist das Beste für mich? Dann habe ich entschieden und bin überzeugt, dass es der richtige Weg ist, mit dem ich auch ein Zeichen setzen kann.

Was waren denn nun die tatsächlichen Gründe – ganz konkret?

Ich habe eine Sprachregelung mit meinem Fraktionsvorsitzenden David McAllister vereinbart, aber zuvor relativ offen, wenn auch nicht bis in die letzten Feinheiten, meinen Entschluss übermittelt. Vereinfacht: Es gab in der Schulpolitik kein deckungsgleiches Handeln mehr. Ich wirke sehr viel nach innen; in die Fraktion, in die Verbände, in die Landesregierung. Und an dieser verknüpften Stelle müssen Sie Deckungsgleichheit haben: In alles eingeweiht sein, und das war zunehmend nicht mehr gewährleistet.

Und warum nicht?

Das liegt in Personen oder Umständen begründet. Es war aber nicht das Entscheidende. Ich habe mehrfach versucht, etwas zu ändern, aber es hat sich nichts geändert. Und dann musste ich eben für mich eine Entscheidung treffen.

Reicht bei so gravierenden Umständen ein Rücktritt aus, oder erwägen Sie auch einen Parteiaustritt?

Nein, absolut nicht. Ich bin nach wie vor in meiner Fraktion eine derjenigen, die nicht zuletzt auch durch meinen Schritt Respekt und Anerkennung erfährt. Ich bin CDU-Abgeordnete und werde auch künftig zu allen Themen meine Stimme erheben. Auch meine Meinung sage ich nach wie vor.

Mit Ihrem Rücktritt haben Sie innerhalb der CDU-Fraktion für ein Beben gesorgt. Elisabeth Heister-Neumann steht auf der Kippe. Wäre die Auswechslung der Kultusministerin ein Schritt in die richtige Richtung?

Ich habe mich mit ihr hervorragend verstanden. Sie ist sehr menschlich. Ich denke aber nicht über Rücktritte nach, die ich nicht zu entscheiden habe. Ich habe mit meinem Entschluss ein Zeichen setzen wollen, damit es wieder zu einer transparenten Schulpolitik mit mehr Übereinstimmung und Gemeinsamkeit kommt.

Blumen zum Amtswechsel: David McAllister (li.), Landesvorsitzender der Christdemokraten und Chef der CDU-Fraktion im Landtag, mit der ehemaligen schulpolitischen Sprecherin Ursula Körtner und ihrem Nachfolger Karl-Ludwig von Danwitz.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare