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Maskierter Räuber bedroht Tankstellen-Kassierer mit Axt / Fahndung mit Hubschrauber und Hunden

„Ich habe einfach nur reagiert“

Aerzen. Als ein maskierter Mann am Mittwochabend um 21.50 Uhr die HEM-Tankstelle am Reherweg in Aerzen betrat, dachte Kassierer Heiko Boose im ersten Moment: „Das ist doch ein Witz.“ Dann aber bedrohte der Räuber den 42-Jährigen mit einer Axt. „Da ist mir erst klar geworden: Das ist ein Überfall und kein Spaß.“ Es müsse viel Adrenalin in seinem Blut gewesen sein, meint Heiko Boose. Denn er sei ruhig geblieben, habe einfach nur reagiert – und getan, was der Verbrecher von ihm verlangte. Mit einer vierstelligen Summe und einer noch unbekannten Menge Zigaretten flüchtete der Täter.

veröffentlicht am 28.11.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 13.01.2017 um 16:40 Uhr

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Ulrich Behmann

Autor

Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Eine kurz nach dem Notruf eingeleitete Großfahndung, an der alle verfügbaren Kräfte aus zwei Bundesländern teilnahmen, verlief ohne Erfolg. Auch die Besatzung des Polizeihubschraubers „Phönix 91“, der in Langenhagen gestartet war und längere Zeit über Aerzen kreiste, konnte den Gesuchten nicht aufspüren.

Gestern Vormittag setzte die Polizei einen Spürhund ein. „Half“ entdeckte nach kurzer Zeit die Tatwaffe, die nun im Kriminallabor auf Spuren untersucht werden soll. Am Nachmittag traf eine Hundeführerin aus Gifhorn am Tatort ein. Ihr Hannoverscher Schweißhund „Hummel“ zeigte den Kriminalbeamten den Weg, den der Täter auf seiner Flucht zurückgelegt hatte. Anders als Fährtenhunde sind Personensuchhunde wie „Hummel“ in der Lage, der Geruchsspur eines Menschen über weite Entfernungen zu folgen. In Niedersachsen sind derzeit nur zwei vierbeinige Supernasen im Einsatz.

Heiko Boose stand gestern wieder hinter der Kasse. Er war aufgeregt und zitterte. „Ich habe heute Nacht kaum geschlafen. Und als ich den Überfall heute noch einmal mit der Kripo durchgegangen bin, kam die ganze Sache wieder hoch“, erzählt er.

Suche nach der Tatwaffe: Spürnase „Half“ fand gestern Vormittag die Axt, die der Täter auf der Flucht weggeworfen hatte.

Sein Chef Dieter Pradler (73) geht davon aus, dass sein Mitarbeiter immer noch unter Schock steht. Er werde ihn deshalb früher nach Hause schicken, sagte der 73-Jährige, der seit 1961 Tankstellen betreibt. „Was Überfälle angeht, haben wir immer Glück gehabt. Das war der erste Raub und hoffentlich auch der letzte.“ Einbrüche hat es in der Vergangenheit dagegen viele gegeben. Pradler sagt, zehn seien es gewesen.

Die Hamelner Polizei hofft, dass jemand verdächtige Beobachtungen gemacht hat. Sie setzt auf die Öffentlichkeit, fahndet sogar via Facebook nach dem Räuber.

Der Gesuchte ist 25 bis 30 Jahre alt und 1,80 bis 1,85 Meter groß. Er spricht Deutsch mit russischem Akzent. Der Täter hatte sich eine Wollmütze mit Sehschlitzen über den Kopf gezogen. Bekleidet war er mit einer blauen Jeanshose mit auffallend weißen Nähten und einer dunkelblauen Kapuzenjacke, auf der sich ein anthrazitfarbener Aufdruck befindet. Hinweise nimmt die Inspektion unter 05151/933222 entgegen.



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