weather-image
Ausreißerin tappt in die Futter-„Falle“

Hündin Paula nach monatelanger Odyssee in Sicherheit

KOHLENSTÄDT. Am 23. Juli war Hündin Paula in Kohlenstädt ausgebüxt und in den nächsten Monaten zwischen Steinbergen, Kohlenstädt und letztlich Ahe unterwegs. Jetzt konnte die Hundedame mittels einer Futter-"Falle" wieder eingefangen werden. Ein Blick zurück auf die Widrigkeiten einer langen Suche.

veröffentlicht am 20.11.2018 um 11:30 Uhr
aktualisiert am 20.11.2018 um 19:35 Uhr

Tiuz und Paula grinseglücklich – endlich wieder im Warmen! Fotos: MOMO

Autor:

Maurice Mühlenmeier

Nach monatelanger Odyssee ist Hundedame Paula in die Futter-“Falle“ getappt und ist endlich in Sicherheit. Paula ist wortwörtlich „bekannt wie ein bunter Hund“. Sie ist definitiv ein Hund, mit ihrem pinkfarbenen Geschirr geht sie auch als bunt durch, noch dazu ist sie nun zum dritten Mal in der Zeitung.

Andere Vierbeiner schaffen das nicht. Aber andere Vierbeiner sind auch nicht Paula. Wenn man sich die vergangenen Monate anschaut, könnte man glauben, Paula ist ein universelles Mastermind, das sich durch gekonnte Verdunkelungstaktiken über Monate dem Zugriff einiger Menschen entziehen konnte – und der Mensch wird allgemein als Krone der Schöpfung gehandelt.

Am Mittwoch, 14. November, wurde Paula endlich „gesichert“, wie es Fachjargon heißt. Nachdem sie am 23. Juli in Kohlenstädt ausgebüxt war, mäanderte die rumänische Hundedame zwischen Steinbergen, Kohlenstädt und letztlich Ahe hin und her. Immerhin 114 Tage lang waren unterschiedliche Menschen unterschiedlicher Lager, Gruppen und Frusttoleranz auf ihren Fersen.

Endlich wieder auf Rosen gebettet – Paula ist in Sicherheit.
  • Endlich wieder auf Rosen gebettet – Paula ist in Sicherheit.

Paula gehört offiziell dem Verein Saving Angels Deutschland, nachdem die vorherige Organisation überraschend ihre Zuständigkeit für Paula als aufgehoben erklärt hat. Bianca Raabe ist Vorsitzende des Vereins: „Ich bin froh, und eine große Last ist von uns allen abgefallen.“ Sie ist den Helfern, die zum Teil ihre Freizeit opferten, um den fidelen Vierbeiner wieder einer Behausung zuzuführen, sehr dankbar.

Dennoch: „So, wie es bei Paula lief, sollte es niemals laufen.“ Damit seien die Organisation, die Struktur und das Hickhack der Tierschützer untereinander gemeint. Denn Paula ist keineswegs ein Mastermind. Vielmehr war das Zusammenspiel der Tierschützer, die es sich zur Aufgabe gemacht hatten, Paula zu fangen, über lange Strecken bestenfalls ein Trauerspiel. Die Feindseligkeiten kulminierten in emotionalen Wortgefechten in den sozialen Medien, einen guten Eindruck auf Außenstehende machte das nicht. Die Causa Paula geriet zunehmend in Kritik. Raabe konstatiert: „Bis zum fünften Versuch habe ich mich in die Sicherung nicht eingemischt, da die professionellen Hundesicherer versicherten, alles im Griff zu haben.“

Professionelle Hundesicherer hat es letztlich nicht gebraucht. Astrid Lane und ihr Sohn Tiuz haben in enger Zusammenarbeit mit dem Verein dem Treiben endlich ein Ende gesetzt. „Ich habe eine Futterstelle eingerichtet, die sie regelmäßig besuchte.“ Das sei schwer genug gewesen, immer wieder sei der Hund mit „wilden Futterstellen“ fortgelockt worden. Doch dann habe Paula über die Zeit Vertrauen gefasst. „An dem Abend hat sich Tiuz am Hoftor positioniert.“ Als Paula sich wie gewohnt den Bauch vollschlagen wollte, schloss Tiuz das Tor. Überraschend einfach konnte Lane die Ausreißerin anleinen und ins Auto bugsieren. Vielleicht hat es ihr auch einfach gereicht. „Ich habe sie dann direkt zu ihrer neuen Pflegestelle gebracht“, so Lane. Sie habe nicht den Eindruck, dass Paula krank ist. „Sie ist wohlgenährt und hat auch guten Appetit gehabt.“ Wohl aber sei ihr Fell verfilzt und dreckig. „Mein Auto stinkt noch immer.“

Wo Paula jetzt ist, bleibt Geheimsache. Auch die neue Halterin will sich nicht nennen lassen.

Die Zeit sei aber auch belastend gewesen, so Lane. „Ich hatte kaum noch Freizeit.“ Gelitten habe darunter auch „Raupe“, ihr Lebensgefährte. „Er hatte sehr viel Geduld mit mir.“ Auch Uli Kuczewski gebühre besonderer Dank – sein Hof war Paulas steter Anlaufpunkt und letztlich auch der Ort ihrer Sicherung. Für die Hundedame Paula sind die zurückliegenden Monate ein spannendes Abenteuer gewesen. Für sie bleibt zu hoffen, dass ihre Abenteuerlust befriedigt ist und sie nie wieder so lange und so vielen auf der Nase herumtanzt.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt