weather-image

Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Schifffahrtsamt / Mehr als 1000 Telefone klingeln nicht mehr

Hochwasser fällt und macht dennoch Ärger

Hameln (ube/dil). Der Pegel fällt, wenn auch nur sehr langsam. Die Hochwasser-Lage an der Weser entspannt sich, zumal sich die von Experten in Hannover zunächst angekündigte Welle aus der Werra so weit abgeflacht hat, dass sie den Wasserstand in Hameln nicht erhöht. Dennoch sorgen Grund- und Hochwasser weiter für Ärger. Der Rintelner Ratsvorsitzende Dr. Dietmar Nolting hat sich jetzt mit einer Dienstaufsichtsbeschwerde gegen das Wasser- und Schifffahrtsamt Hannoversch Münden an den Bundesminister für Verkehr, Bau- und Stadtentwicklung, Dr. Peter Ramsauer, gewandt – im Interesse der Bürger Rintelns und weiterer Anrainergemeinden der Weser, wie es heißt.

veröffentlicht am 18.01.2011 um 17:22 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 06:41 Uhr

270_008_4440807_wb101_1901.jpg
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

In den Landkreisen Hameln-Pyrmont und Schaumburg sind „aufgrund der extremen Witterungslage“ Störungen im Telefonnetz aufgetreten. Betroffen sind Hameln, Emmerthal und Bad Pyrmont. Alle Ausfälle seien bekannt. „Unsere Techniker sind bereits vor Ort, um die Kunden so schnell wie möglich wieder ans Netz zu bringen“, sagt Stefanie Halle von der Telekom. Wie viele Haushalte in Hameln-Pyrmont keine Verbindung haben, konnte oder wollte die Sprecherin nicht sagen. In Rinteln sollen nach Informationen der Schaumburger Zeitung seit Samstag – mit kurzen Unterbrechungen am Sonntag – die Telefone von mehr als 1000 Haushalten und Geschäften nicht mehr funktionieren. Ursache sei dort das ansteigende Grundwasser, das einen Kabelschacht geflutet habe, hieß es.

Kabel Deutschland scheint zumindest in Hameln-Pyrmont keine Probleme durch die Flut zu haben. „In den Bereichen Hameln, Bad Pyrmont, Emmerthal und Hessisch Oldendorf haben wir aktuell keine Ausfälle oder Beeinträchtigungen, die durch Hochwasser verursacht wurden“, sagt Kabel-Sprecherin Heike Koring. Der Pegel in Wehrbergen fiel gestern auf 6,05 Meter (19 Uhr). Am Samstag um 11 Uhr hatte er noch 6,31 Meter angezeigt. In die zu 98 Prozent gefüllte Edertalsperre liefen am Nachmittag nur noch 78 Kubikmeter Wasser pro Sekunde. 110 Kubikmeter/Sekunde werden derzeit abgegeben. Auch in Hannoversch Münden geht das Wasser zurück. Innerhalb von 24 Stunden fiel der Pegel dort um 20 Zentimeter.

Weil der Hubschrauberlandeplatz an der Fischbecker Landstraße in Hameln immer noch überflutet ist, steuerte gestern um 13.25 Uhr der Pilot der fliegenden Intensivstation „Christoph Niedersachsen“ die Feuerwache an der Hafenstraße an. Es war die vierte Landung eines Luftretters innerhalb von nur acht Tagen. Ein Notfall-Patient aus dem Sana-Klinikum wurde zum Klinikum Minden geflogen. Dr. Dietmar Nolting aus Rinteln hat Dienstaufsichtsbeschwerde gegen das Wasser- und Schifffahrtsamt erstattet, „weil die derzeit extrem hohe Belastung der Bürger durch Hochwasser, dessen Ausmaß nach meiner Überzeugung durch Inkompetenz oder Ignoranz von zuständigen Sachbearbeitern sowie fehlerhaftes und pflichtwidriges Verhalten der Ihnen (Ramsauer) untergeordneten Behörden begünstigt und mitverursacht worden ist“. Es geht um die Steuerung der Wasserabgabe aus der Edertalsperre. Ratsherr Nolting verweist auf die Briefe des Rintelner Bürgermeisters (22. Dezember und 10. Januar) zur Gefahrensituation durch das Hochwasser. Aus den Antwortschreiben der Behörde ersehe er, dass nicht rechtzeitig die richtigen Maßnahmen für eine maximal mögliche Kapazität zur Wasseraufnahme durch die Edertalsperre Sorge getragen worden ist. Nun müssten 110 Kubikmeter pro Sekunde abgelassen werden. Der Wasserstand liege nur noch 54 Zentimeter unter der Vollstaumarke, mithin bestehe „konkret die Gefahr des unkontrollierten Überlaufens mit verheerenden Folgen“. „Zumindest für die Zukunft dürfen sich vermeidbare Fehler in dieser sensiblen Frage des Hochwasserschutzes nicht wiederholen“, schreibt Dr. Nolting dem Bundesminister. Notfalls müssten Vorschriften und Zuständigkeiten geändert werden.

Das Hochwasser hat auch schöne Seiten – unser Leser Günter Habedank hielt die Flut in der Morgendämmerung mit der Kamera fest. Weitere Fotos auf der nächsten Seite.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt