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Landwirte ernten Weizen und Raps – und mahnen Autofahrer zur Vorsicht

Hochbetrieb auf den Feldern

Weserbergland (as). Erst zu trocken, dann zu feucht – ideale Bedingungen für den Getreideertrag sehen anders aus. Während die Wintergeste bereits zum Großteil abgeerntet ist, sind die Landwirte übers Wochenende in die heiße Phase der Weizen- und Rapsernte eingestiegen. Bis spätestens Ende August müsse alles in „trockenen Tüchern“ sein, betont Hameln-Pyrmonts Kreislandwirt Karl-Friedrich Meyer, der auch stellvertretender Vorsitzender im Bauernverband Weserbergland des Landvolks Niedersachsen ist. Der Kreisverband Weserbergland ist die agrarpolitische Interessenvertretung der Landwirtschaft und des ländlichen Raumes in den Landkreisen Hameln-Pyrmont, Holzminden und Schaumburg, hat mehr als 2200 Mitglieder.

veröffentlicht am 03.08.2015 um 11:33 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 19:21 Uhr

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„Wir hatten aufgrund des Sturms „Zeljko“ und der ergiebigen Niederschläge danach rund acht Tage Pause, können erst jetzt wieder mit der Ernte durchstarten“, so Meyer. Jede trockene Witterungsphase werde genutzt, auch bis tief in die Nacht werde man daher im Ernteeinsatz sein – sein müssen. Der Kreislandwirt bittet in diesem Zusammenhang die Bevölkerung um Verständnis dafür, dass es zu Lärmbelästigungen kommen kann.

Worauf Autofahrer

jetzt unbedingt achten sollten

Zugleich bittet Meyer auch alle Verkehrsteilnehmer um Vorsicht und Rücksichtnahme. Zur Hochphase der Getreideernte würden ausladende Erntemaschinen und voll bepackte Transportfahrzeuge stärker als sonst auf den Straßen unterwegs sein. Fachleute der Landwirtschaftskammer Niedersachsen mahnen, beim Überholen die Geschwindigkeit landwirtschaftlicher Maschinen nicht zu unterschätzen. Traktoren mit Anhängern würden Fahrgeschwindigkeiten von 40 km/h und mehr erreichen. Außerdem seien landwirtschaftliche Fahrzeuge außergewöhnlich groß – bis zu drei Meter breit (mit blinkendem gelben Rundumlicht sogar breiter) und durchaus 20 Meter lang. Auch das sei beim Überholen insbesondere auf schmalen Straßen zu berücksichtigen. Und mit allem Nachdruck appellieren die Experten der Landwirtschaftskammer, unbedingt Abstand zu halten. Moderne landwirtschaftliche Fahrzeuge würden über sehr gute Bremsen verfügen. Im Falle einer Vollbremsung sei der Bremsweg auch bei voll beladenen Anhängern erstaunlich kurz.

Besondere Obacht sei geboten, wenn landwirtschaftliche Züge und Großmaschinen Straßen überqueren oder von dort abbiegen wollen. In beiden Fällen würden die Maschinen sehr langsam fahren. Beim Rechtsabbiegen werde häufig nach links über die Fahrbahnmitte hinaus „ausgeholt“, was den nachfolgenden Verkehr irritieren könne. Arbeitsgeräte, die am Traktorenheck angebaut seien, würden beim Abbiegen entgegen der Abbiegerichtung ausschwenken. Auch Mähdreschern und Häcksler würden ausscheren.

Trotz des trockenen Frühjahrs ist die Getreideernte nach Angaben des Deutschen Bauernverbandes (DBV) besser angelaufen als von vielen Landwirten befürchtet. Bei der Wintergerste würden die sehr guten Erträge des Vorjahres allerdings voraussichtlich um nahezu eine Tonne pro Hektar unterschritten. Derzeit schätzt der DBV hier die Gesamterntemenge auf 8,6 Millionen Tonnen. 2014 waren es 9,5 Millionen Tonnen gewesen.

Laut Meyer sieht es für Gerste im Weserbergland dagegen gar nicht so schlecht aus, beim Weizen und beim Raps sei jedoch mit Einbußen zu rechnen. Vor allem der Raps habe durch den Sturm und den folgenden Regen arg gelitten, aber auch der Weizen habe sich auf den Feldern an vielen Stellen auf den Boden gelegt. Mit 50 Prozent der Ackerfläche sei Weizen die dominierende Getreideart im Weserbergland. Gerste werde auf etwa 10 bis 12 Prozent der Flächen angebaut, Raps auf bis zu 20 Prozent. Auch bundesweit ist Winterweizen die bedeutendste Getreideart, wird laut DBV auf 3,25 Millionen Hektar angebaut.

Meyer hofft wie alle Landwirte, dass der August keine weitere so intensive Regenperiode wie noch in der letzten Woche bringt. Allerdings: Dem Mais, Kartoffeln und Zuckerrüben habe der Regen nach der Trockenheit im Frühjahr durchaus gutgetan. Mais, Kartoffeln und Rüben würden dann im Herbst geerntet.

Im Vergleich zum Rekordjahr 2014 dürfte die Getreideernte 2015 bundesweit nach Einschätzung des DBV um etwas mehr als neun Prozent auf 47,2 Millionen Tonnen zurückgehen. Diese Menge liege aber noch über den Jahren 2010 bis 2012. Im Jahr 2011 sei mit fast 42 Millionen Tonnen Getreide ein Tiefpunkt erreicht worden.



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