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Projekt hilft bei Bauberatung

Historische Häuser richtig sanieren

WESERBERGLAND. Wer richtig saniert, spart am Ende Geld, sagt Manfred Röver, ganz besonders, wenn es sich um historische Bausubstanz handelt. Der niedersächsische Landesbeauftragte der Interessengemeinschaft Bauernhaus (IgB), Außenstelle Schaumburg, weist den Weg zu einem Fördertopf.

veröffentlicht am 13.06.2018 um 18:55 Uhr

Schön anzuschauen: Der Besitzer dieses Hauses in Röhrkasten bei Bückeburg wurde vor der Sanierung von der Interessengemeinschaft Bauernhaus beraten. foto: pr
Dorothee Balzereit

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Dorothee Balzereit Reporterin / ViaSaga zur Autorenseite
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Als langjähriger ehrenamtlicher Denkmalpfleger des Landkreises Schaumburg und freiberuflicher Bauingenieur berät Röver in Soldorf seit vielen Jahren Menschen zum langfristigen Erhalt ihrer Häuser. Über den Daumen gepeilt waren es 400 Objekte in 15 Jahren. Zählt man die Teilsanierungen mit, kommen noch mal 200 dazu.

Bald könnten es noch mehr werden, denn die Interessengemeinschaft ist Träger für ein neues dreijähriges Leader-Kooperations-Projekt der Landkreise Schaumburg, Hameln-Pyrmont, Holzminden und Hildesheim. Ziel ist die fachgerechte, finanziell unterstützte Beratung von Menschen, die in regionaltypische und ortsbildprägende Substanz investieren wollen. Röver war maßgeblich an der Entwicklung des Projekts beteiligt.

Insgesamt 420 000 Euro werden für die Beratung zur Verfügung gestellt, der Großteil stammt aus Fördermitteln der EU, den Rest zahlen die beteiligten Landkreise. Das Geld steht für die Bezahlung eines Projektmanagers, Honorare von Bauberatern und Sachkosten zur Verfügung. Vertreter aus Schaumburg, Hameln-Pyrmont, Holzminden und Hildesheim haben gestern die entsprechende Kooperationsvereinbarung in Hameln unterschrieben. Gemeinsam agiert man nun unter dem etwas sperrigen Namen „Baukulturdienste Weser-Leine“, um Besitzer historischer Gebäude im Weser- und Leinebergland dazu zu motivieren, in den langfristigen Erhalt ihrer Häuser zu investieren.

Und welchen Nutzen hat der Eigentümer nun konkret davon? Er bekommt eine kostengünstige Beratung für etwa 750 Euro, 100 Euro muss er selbst beisteuern. Im zweiten und dritten Jahr steigert sich der Eigenanteil auf 200, beziehungsweise 300 Euro. Drei Anmeldungen liegen bereits vor.

Information

Handwerker und Architekt gesucht

Für das Projekt wird noch ein Manager/Koordinator gesucht. Ein abgeschlossenes Studium (Architektur oder Bauingenieurwesen) ist Voraussetzung, ebenso handwerkliche Qualifikationen und mindestens fünf Jahre Berufspraxis in der Altbausanierung. Außerdem werden „Gebäudeinspektoren“ gesucht, Voraussetzungen sind eine abgeschlossene Lehre in einem Beruf des Bauhandwerks,

alternativ: Techniker(in) für Baudenkmalpflege oder

Ingenieur(in) mit einschlägiger Erfahrung im bauhistorischen Bereich, möglichst mit Zusatzqualifikation (etwa Restaurator im Handwerk), mindestens fünf Jahre Berufspraxis in der Altbausanierung,

EDV-Kenntnisse (Textbearbeitung), Erfahrung im selbstorganisierten Arbeiten, Bereitschaft zur Weiterbildung. Bewerber können sich bei Manfred Röver, Telefon 05723/ 3845 melden, oder eine

E-Mail an jobs@igbauernhaus.de senden.doro

Die Beratung ist übrigens nicht nur auf Bauernhäuser beschränkt, wie der Name der Interessengemeinschaft Bauernhäuser impliziert, sondern auch auf Stadthäuser. Unter die Lupe genommen werden bei der „Gebäudeinspektion“ nicht nur Baudenkmale, sondern auch Objekte, die noch nicht ganz so alt sind (Baujahr vor 1945).

Angelehnt ist das Projekt an die in den Niederlanden gegründete „Monumentenwacht“, die den Service bereits 1973 anbot. Als „Monumentendienst“ wurde die Idee dann im Jahr 2004 auch im Weser-Ems-Gebiet umgesetzt.

Koordiniert werden soll das Projekt von einem Projektmanager – der noch gesucht wird – in der Beratungsstelle für Ländliche Baukultur in der Alten Schule Soldorf, die seit 14 Jahren von der IgB-Außenstelle Schaumburger Land betrieben wird.

Aufbauend auf Erfahrungen ähnlicher Konzepte – zuletzt 2013/14 in der Solling/Vogler-Region – sollen als Inspektoren jedoch nicht angestellte, sondern selbstständige beziehungsweise freiberufliche Handwerker und Ingenieure mit entsprechender Erfahrung und Qualifikation fungieren. Sie sollen weitergebildet sowie bei ihrer Arbeit organisatorisch und materiell unterstützt werden.

Ziel ist es, den Baukulturdienst nach Ablauf der drei jährigen Projektphase als dauerhafte Einrichtung zu etablieren.



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