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Adventskalender: Mechanische Kirchturmuhr der Oesdorfer Kirche schweigt

Hinter dieser Tür steht die Zeit still

Der Adventskalender der besonderen Art – wir öffnen Türen für Sie. Täglich. Besonders schöne und auffällige Pforten und Tore, aber auch Türen, hinter denen sich eine ungewöhnliche Geschichte verbirgt.

veröffentlicht am 16.12.2015 um 09:37 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 13:48 Uhr

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Autor:

Klaus Titze
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Bad Pyrmont. Seit 1997 ist Dietmar Knorr Küster an der im 19. Jahrhundert nach einem Brand wiederaufgebauten St.- Petri-Kirche im Pyrmonter Stadtteil Oesdorf – und damit auch Herr über diverse Schlüssel. Einen davon braucht Knorr nur selten. Er passt in das Schloss eines unscheinbaren Schranks, hoch oben im Gotteshaus. Der Weg dorthin führt über geschwungene Steintreppen und knarrende, immer schmalere Holzstiegen. Wer am Ende der Tour die hölzerne Schranktür aufzieht, kommt ins Staunen – zumindest, wenn er zur Ehrfurcht vor technischen Meisterwerken fähig ist. Denn nun wird der Blick frei auf ein fast komplett in konservierendes Öl getauchtes Gebilde aus Gestänge, Walzen und Räderwerk. Das bleibt allerdings stumm. Es steht still.

Es ist die ehemalige Turmuhr der Oesdorfer Kirche. Uhrmachermeister Günter Dalek, der in der Gegend viele Uhrwerke an Museen, Kirchen oder Rathäusern betreut, sieht das Uhrwerk zwar auch gerade erst zum zweiten Mal. Aber ein Blick genügt: „Firma J.F. Weule aus Bockenem am Harz“, stellt er fest. Die Firma machte in den 1950er Jahren dicht. Wahrscheinlich also, dass das Uhrwerk im Jahrzehnt zuvor eingebaut wurde. Das schließt der Fachmann auch aus einigen technischen Details. Eine besondere, im Räderwerk erkennbare Steuerungstechnik sei vorher nicht verwendet worden.

„Wahrscheinlich wurde die vorherige Turmuhr in den 1950er Jahren erneuert, denn einige Reste der alten Uhr liegen hier noch unbeachtet unterhalb des mechanischen Uhrwerkes“, sagt Dalek. Besonders lange dürfte die erneuerte Mechanik allerdings nicht in Betrieb gewesen sein. Denn die Uhr mit dem Viertelstundenschlag wurde schon vor Jahrzehnten durch eine elektronische Zeitsteuerung ersetzt. Von der guten alten technischen Errungenschaft erzählen nun nur noch eine stillschweigende Mechanik in einem unscheinbaren Schrank, einige wenige Drahtseile, die zu den drei Zifferblättern mit den Zeigern führten und wenige Sandsteingewichte in einer Ecke des Turms, mit der die Uhr in Gang gehalten worden ist.



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