weather-image
Hasel- und Erlenpollen früher denn je im Anflug / Ärzte verschreiben bereits Antihistaminika

Heuschnupfen schon im Januar

WESERBERGLAND. Die Nase kribbelt, die Augen jucken – und das schon im Januar: Denn neben knospenden Schneeglöckchen, sprießenden Tulpen und sich entfaltenden Haselkätzchen kommt nun die schlechte Nachricht für Pollenallergiker: Mit meist frostfreiem Winter droht die Heuschnupfensaison früher denn je zuvor zu beginnen.

veröffentlicht am 16.01.2018 um 15:31 Uhr
aktualisiert am 17.01.2018 um 12:10 Uhr

An geschützten Stellen haben in den vergangenen wärmeren Tagen die Haselkätzchen bereits mit dem Pollen-Stäuben begonnen. Foto: dpa
Joachim Zieseniß

Autor

Joachim Zieseniß Reporter Bodenwerder zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Laut Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst hat das relativ milde und meist frostfreie Wetter der vergangenen Wochen bereits für einen ersten Entwicklungsschub bei den Pollenspendern gesorgt. Die Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst misst an rund 40 Orten der Bundesrepublik Deutschland den aktuellen Pollenflug mithilfe von sogenannten Pollenfallen. Und hier ist auf der täglich aktualisierten Pollen-Karte des Informationsdienstes zu sehen, dass mit „gering bis mittel“ derzeit der Pollenflug in einem Streifen von der Nordsee bis in den Raum Hannover sowie ins Weserbergland und von Frankfurt bis in den Rheingraben der Pollenflug in Deutschland derzeit schon am intensivsten ist.

Zum Leidwesen für Pollenallergiker muss von nun an mit lokalen Belastungen durch die Purpurerle gerechnet werden, die meist als städtischer Straßenbaum angepflanzt wird. Neben den Purpurerlen können sich auch bei den heimischen Haselnusssträuchern oder bei den gepflanzten Baumhaseln vereinzelt erste stäubebereite Kätzchen zeigen. Laut Christian Weigel, Leiter des Niedersächsischen Forstamtes Oldendorf, dürfte das aber vorerst nur an geschützten Standorten in den Städten der Fall sein. In den freien Revieren seines Amtsbezirkes habe er noch keine Kätzchenblüte beobachten können.

Für Baumpollen-Allergiker heißt das dennoch: Die Nase kann in diesem Winter schon früh laufen. Zwar dürfte die Belastung im Januar schwächer als während der Hauptblütezeit von Hasel und Erle im Februar und März sein. Dennoch kann der frühe Pollenflug betroffene Allergiker stark belasten, da diese dann über einen längeren Zeitraum unter ihrem Heuschnupfen leiden. Das gilt vor allem, wenn, wie die Meteorologen bereits vorhersagen, keine scharfe Winterkälte und anhaltender Schneefall mehr zu erwarten sind, die den Pollenflug noch einmal bremsen könnten.

Die Nase kribbelt, die Augen jucken – und das schon jetzt im Januar

Eine Erlen- oder Haselpollen-Allergie äußert sich mit den typischen Heuschnupfensymptomen wie etwa Niesen und Augenjucken. Ob es sich tatsächlich um eine Reaktion auf die Pollen oder doch eine Erkältung handelt, lässt sich mittels Haut- und Bluttest herausfinden.

Bei einer Allergie reagiert das körpereigene Immunsystem stark abwehrend gegen an sich harmlose Stoffe aus der Umwelt, sogenannte Allergene. Rasches Erkennen und Behandeln ist wichtig, damit aus einem Heuschnupfen kein allergisches Asthma wird.

Birgit Köpps-Padberg, Inhaberin der Hamelner Allee-Apotheke und Sprecherin der Apotheken in Hameln und Umgebung, hat bereits beobachtet, dass von Ärzten schon Heuschnupfensprays verschrieben werden. Auch rezeptfreie antiallergische Cetirizin-Präparate seien schon bei ihr erworben worden.

Während der Heuschnupfenzeit wird vor allem die Einnahme sogenannter Antihistaminika empfohlen. Sie blockieren die Freisetzung des Allergie auslösenden Gewebsbotenstoffes Histamin und verringern so die Allergiebeschwerden. Antihistaminika gibt es in Form von Tabletten, Tropfen, Spray oder Saft. Neuere Präparate machen zudem nicht mehr so müde wie noch vor einigen Jahren.

Als Tipp zur Heuschnupfen-Vorbeugung empfiehlt Apothekerin Köpps-Padberg Augentropfen oder Nasensprays, die den Wirkstoff Cromoglicinsäure enthalten. Im Gegensatz zu anderen Antiallergika hilft Cromoglicinsäure nicht im Akutfall, sondern nur vorbeugend gegen allergische Reaktionen. Es wird also eingenommen, wenn man im Vorfeld weiß, dass man mit einem Allergen in Kontakt kommt, wie jetzt etwa bei Einsetzen des Pollenflugs.

Wer auf Haselpollen reagiert, sollte außerdem auf etwaige Kreuzallergien achten. Betroffene könnten auch beim Verzehr von Haselnüssen sowie anderen Nusssorten Probleme bekommen. Auch hier bringen entsprechende Tests Klarheit.

Information

Sieben Tipps

Heuschnupfengeplagte sollten folgende Hinweise beachten:

1. Während der Hauptblütezeit längere Aufenthalte im Freien meiden.
2. Pollenfilter im Auto installieren.
3. Pollenschutzgitter an den Fenstern anbringen.
4. Vor dem Zubettgehen Haare waschen.
5. Kleidung nicht im Schlafzimmer ausziehen.

6. Nase mit Hilfe einer Nasendusche spülen.

7. Fenster nachts schließen.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare