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Bückeburgerin rettet US-Bürgerin

Herzergreifende Begegnung

BÜCKEBURG. Über ein Jahr haben Alina und Beth ihrer ersten Begegnung entgegengefiebert. Nach einer Zeit des E-Mail-Schreibens fielen sich die Frauen nun auf dem Bahnsteig in Köln weinend um den Hals. Nicht ohne Grund war dieser Moment für beide herzergreifend.

veröffentlicht am 25.04.2019 um 17:19 Uhr

Beth Wilson (li.) besucht ihre Lebensretterin Alina Theine in Bückeburg. Foto: to
tol-szlz

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Tobias Landmann Fotoreporter zur Autorenseite
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Die Bückeburgerin Alina Theine hat Beth Wilson aus Atlanta (USA) mit ihrer Knochenmarkspende das Leben gerettet. Die genetischen Zwillinge standen sich nun zum ersten Mal gegenüber.

Beide verbrachten einige Tage zusammen, mit Alinas Familie, ihrem Freund und Beths Ehemann Robert. Er hatte das Treffen befördert, indem er seiner Frau zum Geburtstag die Flugtickets nach Deutschland schenkte. Beth und Robert begleiteten Alina auch in die Berufsschule. Die gelernte Zahnmedizinische Assistentin besucht derzeit die Berufsfachschule Sozialassistenz. Die drei schilderten in Englisch-Kursen der Schule ihre Erfahrungen und Kenntnisse rund um die Blutkrebs-Erkrankung und die unglaubliche Heilung von Beth Wilson.

Ihre gemeinsame Geschichte begann am 19. Juli 2015. Damals ließ sich Theine – gemeinsam mit 2203 anderen Schaumburgern – in der Sporthalle Todenmann typisieren und somit in der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) registrieren. Im Oktober jenes Jahres erhielt die heute 24-Jährige Post: Sie komme eventuell als Spenderin infrage. Freude und Ungewissheit – bei Theine siegte die Freude, einem Menschen die Chance auf ein zweites Leben zu geben. Im Dezember folgten Voruntersuchungen, im Januar 2016 die Knochenmarkspende in Köln. „Ich wusste, dass mir das Knochenmark aus dem Beckenknochen entnommen wird“, erzählt Alina. „Angst hatte ich aber damals nur vor der Narkose.“ Diese nahmen ihr jedoch die Ärzte und Krankenschwestern.

Von der DKMS erfuhr sie anschließend, dass ihre Stammzellen für eine 33-jährige Amerikanerin gedacht waren. Für Theine ein überwältigendes Gefühl, „zu wissen, dass ich einen genetischen Zwilling am anderen Ende der Welt habe“. Erst nach Ablauf einer Frist von zwei Jahren können Spender und Empfänger in Kontakt treten, wenn sie es wünschen. Wilson und Theine wollten es beide. „Thank you for saving my life“, lautete der Betreff der ersten Mail von Wilson. Die Amerikanerin hatte bereits einmal den Krebs besiegt, doch danach wurde bei ihr Leukämie festgestellt – die sie dank der Stammzellenspende ebenfalls überwinden konnte. Schon zwei Wochen nach der intravenösen Übertragung wechselte Wilsons Blutgruppe von A+ zu 0+ – der von Theine. Sogar die DNA von Haut, Haaren, Speichel und Fingernägeln ist jetzt identisch.

Die Frauen appellieren an jeden im Alter zwischen 18 und 55 Jahren, sich bei der DKMS registrieren zu lassen. Nur so erhöhe sich die Chance, dass für Erkrankte ein Lebensretter gefunden werden kann.

Im Internet: www.dkms.de.



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