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„Man spürt die Verantwortung“

Heimische Bundestagsabgeordnete erleben erste Sitzung in Berlin

WESERBERGLAND/BERLIN. Um Punkt 11 Uhr am Dienstag war es soweit: Die 709 Abgeordneten des neuen Bundestages nahmen für die Konstituierende Sitzung im Plenarsaal ihre Plätze ein – unter ihnen auch die heimischen Abgeordneten Johannes Schraps (SPD), Jutta Krellmann (Die Linke) und Armin-Paulus Hampel (AfD).

veröffentlicht am 24.10.2017 um 18:43 Uhr
aktualisiert am 24.10.2017 um 19:20 Uhr

„Es ist ein ganz besonderes Gefühl“, sagt Johannes Schraps über seinen ersten Tag als Bundestagsabgeordneter in Berlin. Foto: pr
Johanna Lindermann

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Johanna Lindermann Volontärin zur Autorenseite
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„Es ist ein ganz besonderes Gefühl“, sagt Schraps, der bei der Wahl vor knapp vier Wochen das Direktmandat für die Landkreise Hameln-Pyrmont und Holzminden gewonnen hatte. Als Nachfolger von Gabriele Lösekrug-Möller, die dreimal in Folge das Direktmandat gewann, zieht Schraps damit erstmals in den Bundestag ein. Neu ist die Umgebung für ihn allerdings nicht, denn schon seit Ende 2013 ist er als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Parlament tätig. Doch nun als Abgeordneter dort zu sitzen und mitentscheiden zu können, sei „spannend“ – gerade für ihn als einen von 23 neuen Abgeordneten in der SPD-Fraktion, die direkt vor der konstituierenden Sitzung ihre erste Fraktionssitzung hatte.

„Man spürt hier die Verantwortung, die man hat“, sagt Schraps in Berlin im Telefonat mit unserer Zeitung. Und die ist für die SPD nun eine neue – denn die Sozialdemokraten sind jetzt in der Opposition. Dieser Rolle „wollen wir gerecht werden“, sagt Schraps. „Die Koalitionsverhandlungen werden wir kritisch, aber konstruktiv begleiten.“ So habe die SPD in der ersten Sitzung schon einige gute Vorschläge gemacht und damit gezeigt, „wie gute Oppositionsarbeit funktionieren kann“, sagt Schraps am Ende des ersten Tages, in dem, wie er findet, „schon deutlich wurde, wie die Legislaturperiode laufen könnte.“

Insgesamt sei es für ihn ein spannender Tag in einer „ganz besonderen Atmosphäre“ gewesen: „Es heißt nicht umsonst das Hohe Haus.“ Und als zum Abschluss des ersten Tages noch die Nationalhymne gespielt wurde, „war das schon ergreifend“, fasst er zusammen.

Mit deutlicher Mehrheit war Johannes Schraps Wahlsieger im Weserbergland geworden. Mit einem Vorsprung von 7947 Stimmen vor seinem Konkurrenten Michael Vietz von der CDU gewann er das Direktmandat für den Wahlkreis 46. Insgesamt 54 119 Menschen hatten dem Groß Berkeler am 24. September ihre Stimme gegeben, das machte 39,1 Prozent der Erstwähler in Hameln-Pyrmont und Holzminden aus.

Anders als für Schraps sind für Jutta Krellmann von den Linken Konstituierende Sitzungen nichts Neues mehr, und auch viele Gesichter im Bundestag kennt sie schon gut: Denn bereits zum dritten Mal wurde die Politikerin aus Brünnighausen in den Bundestag gewählt. Und doch ist diesmal für sie vieles anders. „Es ist das erste Mal, dass die AfD im Bundestag sitzt, und das ist erschreckend“, sagt Krellmann. „Mit so einem Rechtsdruck in Deutschland hätte ich niemals gerechnet.“ Daher gehe sie davon aus, dass die Arbeit im Bundestag für sie und alle anderen nun anders werde als bisher. „Aber“, so betont sie, „ich werde immer versuchen, das wieder zu beenden. Die Politik braucht eine andere Richtung.“

Armin-Paulus Hampel, der in der neuen AfD-Fraktion erstmals im Bundestag vertreten ist, war für unsere Zeitung am Dienstag telefonisch nicht zu erreichen.

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