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Wegen technischer Probleme bei NH90 und Tiger werden Flugstunden zur Lizenzerhaltung gebraucht

Heeresflieger kaufen Flugstunden beim ADAC

BÜCKEBURG. Kreisen demnächst zivile ADAC-Hubschrauber über dem Internationalen Hubschrauber-Ausbildungszentrum der Bundeswehr in Achum? Wie das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ in seiner aktuellen Ausgabe meldet, hat das Bundesverteidigungsministerium für eine Summe von 21 Millionen Euro beim ADAC 6500 Flugstunden gekauft. Ab März 2018 sollen angehende Bundeswehrpiloten in Achum für ihre Basisausbildung einen Teil ihrer erforderlichen Flugstunden auf zivilen Hubschraubern vom Typ EC-135 abfliegen.

veröffentlicht am 28.12.2017 um 10:58 Uhr

Der NH90 bei einer Vorstellung auf dem Flugplatz Achum. Wegen technischer Probleme brauchen die Heeresflieger zusätzliche Flugstunden, damit Lizenzen erhalten bleiben. Foto: Archiv/rc
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Dabei werde vor allem der Instrumentenflug trainiert, schreibt das Nachrichtenmagazin. Der militärische Teil der Ausbildung erfolge weiter auf Bundeswehr-Maschinen.

Grund für die Maßnahme sind laut der Spiegel-Meldung die vielen technischen Probleme bei den beiden neuen Hubschrauber-Typen der Bundeswehr NH90 und Tiger. Beide Hubschrauber gelten seit ihrer Einführung vor fünf Jahren als pannenanfällig. Daher sind für beide Maschinen erhebliche zeitliche Aufwendungen für zusätzliche Checks am Boden erforderlich. Zudem stehen viele Militär-Maschinen durch den Bundeswehr-Einsatz in Mali für die Ausbildung nicht zur Verfügung. Dort war am 26. Juli 2017 ein Bundeswehrkampfhubschrauber vom Typ Tiger unter bislang noch immer nicht vollständig geklärten Umständen abgestürzt. Beide Piloten kamen ums Leben.

„Im Prinzip“ könne man die Kooperation mit dem Verteidigungsministerium bestätigen, erklärte am Samstag ein Sprecher der als europäischer Aktiengesellschaft organisierten ADAC SE auf Anfrage der Medien. Dabei würden zivile Hubschrauber der ADAC Luftfahrt Technik GmbH aus Bonn-Hangelar eingesetzt, die als Dienstleister unter anderem für Polizei-Hubschrauberstaffeln agiert. Rettungshubschrauber aus dem Bestand der gemeinnützigen ADAC Luftrettung würden hingegen nicht zur Verfügung gestellt.

Vonseiten des Internationalen Hubschrauberausbildungszentrums Bückeburg oder des Generals der Heeresflieger, Brigadegeneral Uwe Klein, war auf Anfrage keine Stellungnahme zu erhalten. Das IHAZ ist zwischen Weihnachten und Neujahr im Urlaub, nur die Wache und die Flugplatzfeuerwehr müssen Dienst schieben. Nach Informationen unserer Zeitung sind die zusätzlichen Flugstunden notwendig, damit das Fliegerische Personal seine jährlich zu erfüllenden Flugstunden fliegen kann, damit Fluglizenzen nicht verfallen. Diese Flugstunden sollten zum Teil auf dem NH90 oder aber dem „Tiger“ erfüllt werden. Diese stehen nicht nur wegen technischer Mängel nicht zur Verfügung oder sind noch nicht in ausreichender Stückzahl geliefert worden. Ein weiterer Grund sei auch, dass nicht genügend Ersatzteile zur Verfügung stehen, sodass flugfähige Maschinen „kannibalisiert“ werden, um die für Auslandseinsätze bestimmten Exemplare flugfähig halten zu können, hieß es aus Kreisen der Heeresflieger.

Warum die auf dem Flugplatz in Achum stationierten 15 Exemplare der EC-135 und deren Flugstunden für die Basisausbildung beziehungsweise Instrumentalflug nicht ausreichen , diese Frage bleibt bis kommenden Woche unbeantwortet. Die EC-135 hat ebenso wie der NH90, beziehungsweise „Tiger“ ein sogenanntes „Gläsernes Cockpit“, sodass alle drei Typen fast identisch zu fliegen sind.

Seit März dieses Jahres sind am IHAZ sechs sogenannte Basisschulungshubschrauber vom Typ Bell 206 B3 stationiert. Sie sind Nachfolger der BO 105, die Ende 2016 ausgephast worden ist. Auf der BO 105 erfolgten Teile der fliegerischen Grundausbildung, weil das ursprünglich dafür vorgesehene Modell EC-135 für das Training bestimmter Notverfahren wie die Autorotation nicht geeignet ist. Zwischen dem Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr sowie der Motorflug Baden-Baden GmbH war im Dezember 2016 ein entsprechender Vertrag für die Bereitstellung und Nutzung von sechs zivilen Hubschraubern mit einem Gesamtflugstundenvorrat von 15 400 Flugstunden über die Vertragslaufzeit von vier Jahren abgeschlossen worden (wir berichteten).rc/jp/dpa

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