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Aktuelles Kataster problematischer ehemaliger Deponien und Fabrikgelände zeigt 357 Standorte auf

Hameln-Pyrmonts Last mit den alten Lasten

Hameln-Pyrmont (joa). An 357 Stellen im Landkreis liegen Altlasten im Untergrund verborgen. Unter den Geländen von 81 alten Industrie- und Gewerbeanlagen – von ehemaligen Tankstellen bis zu chemieverarbeitenden Betrieben – werden ebenfalls umweltschädliche Stoffe vermutet. Diese Zahlen nennt der neue Umweltbericht 2011, den jetzt die Kreisverwaltung vorgelegt hat. Tickende Zeitbomben in unserer Nachbarschaft? Diplom-Geograf Udo Hagemann, zuständiger Sachbearbeiter bei der Bodenschutzbehörde des Kreises, die auch für das Hamelner Stadtgebiet zuständig ist, beruhigt: „Man darf da nichts aufbauschen. Von den Standorten geht keine akute Gefährdung aus.“

veröffentlicht am 28.01.2011 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 06:21 Uhr

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Das Altlastenkataster des Kreises geht auf eine Initiative des Landes zurück, das Ende der 80er Jahre die Auflistung von Bodenverunreinigungen finanzierte. Das Kataster fußt auf Aussagen von Zeitzeugen. Seit 1994 wird diese Auflistung gezielt vom Kreis weitergeführt, der seit Ende der 90er Jahre Sitz der unteren Bodenschutzbehörde ist.

Mit 357 altlastverdächtigen ehemaligen Deponien liegt der Landkreis Hameln-Pyrmont übrigens mit ganz oben in der Liste der niedersächsischen Gebietskörperschaften. Er liegt gleich mit Diepholz und wird nur noch getoppt vom Emsland (386), Osnabrück (408) und der Region Hannover (696).

Die Gefahren, die von Altlasten ausgehen, wurden niedersachsenweit in einem System von 0 bis 100 Punkten und damit in drei Stufen eingeteilt. Von Stufe 1 (grün) gehen keine chemischen Gefahren aus. Hier handelt es sich zumeist um alte Baustoff-Deponien. Bei Stufe 2 (gelb), ist die Zusammensetzung der Ablagerungen unbekannt. Hier besteht Handlungsbedarf, sollte die Deponie durch eine neue Nutzung angerührt werden. Bei Stufe 3 (rot) sind Sanierungsmaßnahmen unumgänglich, sollte hier beispielsweise eine Neubebauung des Geländes anstehen. In diesen Bereichen sind teilweise auch schon umfangreiche Sanierungen durchgeführt worden, wie beispielsweise auf dem Gelände der Wertheimer Papierfabrik in Klein Berkel oder dem der Chemischen Reinigung Fakesch in Bad Pyrmont. Hagemann: „Auch solche Sanierungsbereiche bleiben dauerhaft im Altlastenkataster.“

Die Dekontaminierung des Bodens hat, soweit feststellbar und solvent, der Verursacher zu zahlen. Vielfach übernehmen aber auch die bauwilligen Investoren der Gelände die anfallenden Kosten, erklärt der Mitarbeiter der Bodenschutzbehörde, Hagemann. Und ist Gefahr im Verzuge und der Verursacher insolvent, wie im Fall Fakesch, bleibt der Kreis auf den Sanierungskosten sitzen.

Mit belasteten Geländen am häufigsten taucht im aktuellen Altlastenkataster Hameln auf (Altdeponien 71 / Altstandorte 29), gefolgt von Hessisch Oldendorf (69 / 7) und Bad Münder (45 / 15). Weniger problematisch ist die Situation in Emmerthal ( 43 / 5), Bad Pyrmont (31 / 10, Aerzen (33 / 8), Salzhemmendorf (34 / 3) und Coppenbrügge (27 / 5).



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