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Stefan Erdmann darf das Land nicht verlassen / Regelmäßiger Kontakt zu Angehörigen

Hagenburger sitzt in Kroatien fest

HAGENBURG/SPLIT. Seit fast 100 Tagen sitzt der Hagenburger Stefan Erdmann inzwischen in der kroatischen Stadt Split fest. Sein Pass ist von den Behörden eingezogen worden, er kann das Land nicht verlassen. Nachvollziehen kann der 51-Jährige die Situation nicht.
Am 7. September habe ein kroatisches Gericht entschieden, dass es keine Auslieferung nach Ägypten gebe.

veröffentlicht am 25.10.2017 um 19:22 Uhr

Stefan Erdmann. Foto: pr

Autor:

ANDREAS OHLER UND VERA SKAMIRA
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„Die Kammer hat meine Freilassung genehmigt, es fehlt noch die Zustimmung der anderen, übergeordneten Instanz.“ Allerdings sei eine Entscheidung durch das Gericht möglicherweise gar nicht mehr nötig: „Das kroatische und das deutsche Außenministerium arbeiten aktuell an einer diplomatischen Lösung. Auch die Menschenrechtsorganisation HRO hat sich eingeschaltet.“ Aufgrund eines aus Ägypten stammenden internationalen Haftbefehles ist der Forscher und Sachbuchautor, der seinen Urlaub in Kroatien verbringen wollte, am 20. Juli am Flughafen der Hafenstadt festgenommen worden. Dabei sei die Anklage, in der Erdmann beschuldigt wird, die Cheops-Kartusche an den Pyramiden von Gizeh beschädigt zu haben, längst hinfällig. „Mein Kollege und ich sind in Ägypten 2014 zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Das Urteil wurde 2015 aber wieder aufgehoben.“ Es habe sich herausgestellt, dass die Beschädigungen nicht von ihm stammen könnten: „An die in größerer Höhe gelegene Kartusche gelangt man nicht so einfach. Dafür braucht man eine besondere Genehmigung, die wir nie hatten. Wir waren nur in der Pyramide.“ Ein Biologe der Universität Boston, Robert Schoch, der seit Langem in Ägypten arbeitet, habe diese Version eidesstattlich mit Fotos bezeugt. Laut Erdmann ist der ehemalige ägyptische Minister für Antikenverwaltung, Zahi Hawass, der Verursacher. Dieser habe den Verdacht auf ihn gelenkt. Wie unsere Zeitung aus zuverlässiger Quelle erfahren hat, ist die Deutsche Botschaft seit Längerem mit dem Fall beschäftigt. Es wird bestätigt, dass Erdmann auf freiem Fuß ist, das Land aktuell aber nicht verlassen darf.

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